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Widerstand regt sich gegen die Pläne

Gemeinde befürwortet sechsspurigen A92-Ausbau, hat aber noch Wünsche

  • vonAndreas Sachse
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Die Gemeinde Oberschleißheim befürwortet den sechsspurigen Ausbau der A 92, sie fordert allerdings Korrekturen von der Autobahndirektion. Doch nicht alle gehen mit den Plänen konform.

Oberschleißheim– Die Gemeinde Oberschleißheim steht hinter dem sechsspurigen Ausbau der A 92, sie verlangt aber Korrekturen von der Autobahndirektion. Widerstand gegen die Ausbaupläne, der sich seit Jahren innerorts formiert, quoll nun auch im Gemeinderat hoch.

Mit der Bürgerinitiative „Oberschleißheim soll nicht weiter zerstört werden“ und der Initiative Natur und Verkehr Oberschleißheim (INVO) stehen gleich zwei Vereinigungen den Plänen kritisch gegenüber. Während die Bürgerinitiative den Ausbau vollständig ablehnt, würde INVO im Interesse einer geordneten Verkehrsabwicklung die zu erwartende Mehrbelastung grundsätzlich hinnehmen. Im Gegenzug besteht der überwiegend im Schleißheimer Westen beheimatete Verein auf einen A 92-Anschluss für Riedmoos.

INVO: Verkehr wird durch Umfahrung angelockt

INVO-Mitglieder nutzten die der Gemeinderatssitzung vorausgehende Bürgersprechstunde, um ihren Standpunkt gegenüber der Autobahndirektion und der Gemeinde zu verdeutlichen. Den Ausbau der Anschlussstelle Oberschleißheim zum sogenannten „Voll-Kleeblatt“ hält INVO für überzogen. Gleiches gilt für die Verlegung der Staatsstraße 2342 als Westumfahrung an die A 92. In beiden Fällen würde Verkehr unnötig angelockt werden, argumentierte INVO-Sprecher Werner Grundler. In dem Zusammenhang wandte er sich vergeblich gegen Rathaus-Formulierungen, wonach der Ausbau zum Voll-Kleeblatt begrüßt würde, dass die Verlegung der St 2342 an die A 92 von „herausragender Bedeutung“ sei.

Der sechsstreifige A 92-Ausbau würde besonders in Wohngebieten im Westen der Gemeinde zu spürbaren Beeinträchtigungen führen, führte Grundler weiter aus: Zusätzliche Belastungen wären durch eine Westumfahrung zu erwarten. Durch die von INVO geforderte Anschlussstelle Riedmoos hingegen würde zumindest die Westumfahrung überflüssig, da der Verkehr direkt auf die Autobahn geleitet würde. Zusätzliche Belastungen durch den Verkehr zur Anschlussstelle wäre man bereit zu tragen, wenn im Gegenzug mit der Umfahrung zumindest ein Teil der Doppel-Heimsuchung erspart bliebe.

Aus einem Tempolimit wird nichts

Die Gemeinde selbst stört sich an Details der Ausbauplanung. Bürgermeister Markus Böck (CSU) machte deutlich, die Pläne grundsätzlich zu unterstützen. Allerdings will das Rathaus sichergestellt wissen, dass der Flüsterbelag den Verkehrslärm tatsächlich dauerhaft auf 5 Dezibel drosselt. Das beantragte durchgehende Tempolimit von 130 beziehungsweise 80 km/h für Lkw ab 2,8 Tonnen scheiterte bereits im Gemeinderat an einer Mehrheit aus CSU, Freien Wählern und FDP.

Die Forderung des Rathauses, den Allacher Tunnel als Mutter hiesiger Staus endlich auszubauen, dürfte mangels Zuständigkeit ins Leere laufen. Dafür besteht die Gemeinde darauf, die fünf Meter hohen Lärmschutzwälle um Lärmschutzwände zu ergänzen. Die Hackerstraße soll zudem nicht, wie vorgesehen, dauerhaft in einer Sackgasse enden. Darüber hinaus gilt sie dem Rathaus im gegenwärtigen Zustand gänzlich ungeeignet als Baustellenzufahrt.

In Sachen Riedmoos teilt die Gemeinde zwar das Bemühen der Nachbarstadt Unterschleißheim um einen A 92-Anschluss; ohne allerdings auf die Westumfahrung zu verzichten. Ferner will man sicherstellen, dass Wasserleitungen für Badersfeld und die Regattaanlage durch den Ausbau nicht beschädigt werden.

Ausbau nicht mehr nötig

Die Grünen in Unterschleißheim halten den Ausbau der A92 nicht mehr für notwendig, weil nach der Corona-Krise die zugrunde gelegten Verkehrsmengen völlig überholt seien. Sie wollen, dass die Stadt ihre Stellungnahme zum A92-Ausbau neu formuliert. Statt diesen zu begrüßen, soll die Stadt einen besseren Lärmschutz einfordern. Der Ausbau widerspreche den Zielen einer Verkehrswende.

Rubriklistenbild: © Albrecht (Archiv)

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