Wohnungsbau
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Wohnungsbau soll am Frauenfeld entstehen.

Wohnungen mit sozialer Bindung

Gemeinde will am Frauenfeld bauen

  • vonAndreas Sachse
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Ein seit 25 Jahren brach liegendes Grundstück in der Mooswegsiedlung soll endlich bebaut werden. Zur Auswahl stehen eine Demenz-WG, altersgerechte Wohnen sowie preisgünstige Mietwohnungen für Erzieher, Krankenpfleger und Gemeindemitarbeiter.

Oberschleißheim – Das 1200 Quadratmeter große Areal am Frauenfeld gehört der Gemeinde. Seit Jahren aber halten die Fraktionen das Filetgrundstück in Schach.

Zu Beginn der 1990-er Jahre hatte die Gemeinde die Fläche am Frauenfeld 14 vom Freistaat erworben und mit einer Sozialbindung versehen. Das Grundstück liegt mitten in der damals konzipierten Mooswegsiedlung im Osten Oberschleißheims. Der 1200 Quadratmeter große Grund hätte einer wie auch immer gearteten sozialen Nutzung zugeführt werden sollen, erinnert Gemeinderat und Dritter Bürgermeister Hans Hirschfeld (FW): „Dafür bestand damals aber kein Bedarf.“ Die Sozialbindung lief ungenutzt aus.

Demenz-WG, altersgerechte Wohnungen oder Wohnraum für Erzieherinnen, Pflegepersonal oder Gemeindemitarbeiter 

Die ausufernde Krise auf dem Wohnungsmarkt rief den Fraktionen das Grundstück in Erinnerung. Dass die Gemeinde 1200 Quadratmeter verwildern lässt, während die Mieten in der Metropolregion durch die Decke gehen, ist Menschen, die händeringend eine Wohnung suchen, kaum zu vermitteln. Vor drei Jahren forderten die Freien Wähler, am Frauenfeld 14 Sozialwohnungen zu bauen.

Ein Wasserrohrbruch im evangelischen Kindergarten „Regenbogenhaus“ zwang die Gemeinde, das Grundstück dem „Regenbogenhaus“ bis Mitte 2016 zur Verfügung zu stellen. Die FW-Fraktion schob Anträge nach und wollte das Frauenfeld in Zusammenarbeit mit der Baugenossenschaft Ober- und Unterschleißheim verwerten.

Kurzzeitig war sogar daran gedacht, eine eigene Baugenossenschaft zu gründen. „Das haben die uns alles abgelehnt“, rügt Hirschfeld die Mehrheit aus SPD und CSU. Im Gemeinderat ist man sich aber inzwischen einig, das Grundstück sozial zu nutzen. Verschiedene Konzepte stehen im Raum: Preisgünstige Mietwohnungen für Erzieher, Feuerwehrleute oder Pflegepersonal. Ein Mehrgenerationenhaus oder eine Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke. Im Frühjahr erneuerte der Kranken- und Altenpflegeverein seinen Antrag, am Frauenfeld ausreichend Platz für eine Demenz-WG bereit zu halten und brachte damit Schwung in die Debatte.

Architekt soll Konzepte vorstellen

Der nach wie vor gültige Bebauungsplan sieht für das Frauenfeld bis zu 14 Zwei- und Dreizimmerwohnungen vor. Ein Architekt soll nun Pläne für die zur Auswahl stehenden Konzepte ausarbeiten.

Anhand dieser Pläne entscheiden die Gemeinderäte. Dass eine Entscheidung nicht mehr allzu fern scheint, stimmt Hirschfeld zuversichtlich: „Auf unserem eigenen Grundstück schaffen wir endlich günstigen Wohnraum.“ Dank öffentlicher Zuschüsse aus dem Wohnungsbauprogramm des Landkreises und dem Wohnungspakt Bayern halten sich die Kosten für Oberschleißheim seiner Ansicht nach im Rahmen: „Das ist eine ganz tolle Geschichte!“

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