Glasfaseranschlüsse
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Es könnte noch Jahre dauern, bis die Glasfaseranschlüsse in Badersfeld verlegt sind.

Glasfaser-Ausbau für Badersfeld zum Nulltarif?

  • vonAndreas Sachse
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Der Ortsteils Badersfeld ist der letzte weiße „Highspeed“-Fleck in Oberschleißheim. Nun schiebt die Gemeinde den Breitbandausbau an. Der könnte günstig werden, aber auch lange dauern.

Oberschleißheim – Schnelles Internet muss nicht teuer sen. In Badersfeld, dem letzten weißen „Highspeed“-Fleck Schleißheims, ist es womöglich für kleines Geld zu haben. Über Förderprogramme des Freistaats und des Bundes soll der Ortsteil nahezu kostendeckend zu erschließen sein. Zu dem Ergebnis gelangt der zuständige Breitbandmanager des Bayerischen Breitbandzentrums Amberg.

Wie Florian Socher den Gemeinderat erklärte, könnte Oberschleißheim für die Breitband-Versorgung in Badersfeld demnach bis zu 2,1 Millionen Euro aus einem Bundesprogramm in Anspruch nehmen. Das wäre das Dreifache der Summe, die ein Förderprogramm des Freistaats, die „Bayerische Gigabitrichtlinie“ (BayGibitR), für Badersfeld in Aussicht stellt. Die von der Gemeinde vor wenigen Wochen als Ultima ratio in Sachen schnelles Internet gepriesene BayGibitR bezuschusst den Ausbau mit bis zu 90 Prozent der Kosten.

Zwei Ausbaumodelle

Abgesehen von der Wahl des Förderprogramms, muss Oberschleißheim sich zwischen zwei Ausbau-Modellen entscheiden. Beim sogenannten „Betreiber-Modell“ verlegt die Gemeinde das Netz in Eigenregie, vermietet es hernach an einen privaten Betreiber. „Das Netz gehört der Gemeinde – das ist der Vorteil“, sagte Socher. Dafür trägt Oberschleißheim alle Risiken. Das Rathaus müsste sich der Konkurrenz des freien Marktes stellen. Mit günstigen Mobilfunkverträgen und attraktiven eigenen Netzen könnten konkurrierende Betreiber der Kommune Kunden abspenstig machen.

Das laut Socher „gängige Modell“ sieht einen privaten Netzbetreiber als Bauherrn vor. Folgekosten und anderweitige Risiken bleiben der Gemeinde erspart. Das Rathaus wäre im Gegenzug aber nicht nur vom Betreiber abhängig. In den ersten sieben Jahren müsste die Gemeinde dem Betreiber die Differenz zwischen getätigten Investitionen und zu erwartenden Gewinnen erstatten. Dem Netzbetreiber wiederum obliegt es, als Eigentümer den Rahm abzuschöpfen.

Anhaltender Protest

Dass Oberschleißheim nicht längst flächendeckend mit schnellem Internet versorgt ist, ist einerseits den Gesetzen des Marktes geschuldet: Internetbetreiber stürzen sich zunächst auf kostenunauffällig zu erschließende zentrale Bereiche einer Gemeinde, auf profitable Gewerbegebiete. Randbereiche bleiben unterversorgt. Neben Badersfeld zählten Hochmutting und Lustheim dazu. Diese Art der Rosinenpickerei hatte man im Gemeinderat schon vor fünf Jahren kritisiert. „Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren!“, rügte SPD-Sprecher Florian Spirkl. Auf der anderen Seite beschlossen die Fraktionen zuletzt im Frühjahr 2017, Breitband für Badersfeld zugunsten eines Allwetter-Sportplatzes in Ortsmitte gegen den Protest einer Badersfelder Interessengemeinschaft (IG) auf die lange Bank zu schieben. 120 Anwohner zeichneten eine Unterschriftenliste.

Der tägliche Kampf mit unzureichender Infrastruktur ließ vor allem Gewerbetreibende in Badersfeld die Wände hochgehen. Mitunter reicht eine Mail mit Anhang, um das Equipment eines Betriebes abstürzen zu lassen. Der anhaltende Protest der IG ließ die Gemeinde neue Schwerpunkte setzen: Unsinnig lange Ladezeiten seien „in Zeiten digitalen Wandels“ weder für Bürger noch für ortsansässige Unternehmen weiter zumutbar, skizzierte Bürgermeister Markus Böck (CSU) die neue Linie.

Da man überall im Land bemüht ist, Glasfaser zu verlegen, könnte es eine Weile dauern, bis Badersfeld an der Reihe ist. Breitbandmanager Socher rechnet mit bis zu vier Jahren. „Sie sind spät dran“, resümierte er. Oberschleißheim wird sich wohl hinten in der Warteschlange einordnen müssen.

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