GEmeinde Oberschleissheim muss sparen 

Kein schnelles Internet für Badersfeld

FC Phönix Schleißheim versus Badersfeld. Kunstrasenplatz oder Breitband? Nach jahrelangem Hadern bekommt der Oberschleißheimer Sportverein endlich seinen Allwetterplatz. Der Ortsteil Badersfeld bleibt vom schnellen Internet abgehängt.

OberschleißheimDer von der Gemeinde eigentlich vorgesehene Breitbandausbau, ein Internetzugang, der ein Vielfaches der bisher üblichen Übertragungsgeschwindigkeit über Modem oder ISDN bietet, ist vorerst vom Tisch. SPD, CSU und FDP lehnten die nötigen Investitionen in Höhe von 100 000 Euro ab. Bei so schwierigen Haushaltsberatungen wie seit Jahren nicht mehr, galt es Geld einzusparen für drängendere Aufgaben. Für den vom FC Phönix Schleißheim wieder einmal beantragten Kunstrasenplatz zum Beispiel. Für 630 000 Euro. Mitglieder des Sportvereins hatten die Sitzung im Rathaus verfolgt. Mit großer Genugtuung und Freude fanden sie sich unter den Gewinnern wieder. Die Gemeinderäte der FW und der Grünen hatten sich vergeblich dafür eingesetzt, Breitband in Badersfeld zu etablieren.

Das Ergebnis stimmt FW-Sprecher Hans Hirschfeld nicht glücklich: „Ohne Internet geht heute gar nichts. Denken Sie an die vielen Leute, die von daheim aus ihr Geld verdienen. Und das eine sage ich Ihnen: Der jetzige Internetempfang in Badersfeld ist miserabel.“

In Badersfeld also bleibt das Internet langsam. Von Dachau aus steht Breitband bis Hackermoos zur Verfügung. Riedmoos im Norden ist von Unterschleißheim aus erschlossen. Badersfeld, nur wenige hundert Meter entfernt, anzubinden – das ist Aufgabe von Oberschleißheim. In der Tat startete das Rathaus eine Umfrage, bei der sich die Badersfelder mehrheitlich für Breitband ausgesprochen haben sollen. 100 000 Euro stellte Kämmerer Robert Schuhbauer in den Haushalt ein. Was am Ende daraus wurde, stimmt auch Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) nicht froh: „Einen ganzen Ort abzuhängen – das geht gar nicht.“ Nun aber ist Badersfeld lediglich Ortsteil; aufgrund der isolierten Lage aber dennoch als eigenständig anzusehen. Einsparungen seien unumgänglich gewesen, konstatiert Kuchlbauer. Und dass der FC Phönix Schleißheim die Geduld zu verlieren drohte, schien auch nachvollziehbar.

Auf den Breitbandausbau und den Allwetterplatz angesprochen, suchte Kuchlbauer zunächst nach einer für jedermann halbwegs nachvollziehbaren Erklärung, obwohl es ihm ganz und gar nicht passt, die verhältnismäßig niedrige Zahl von 80 potenziellen Anschlüssen in Badersfeld zu vergleichen mit der deutlich höheren Zahl an Mitgliedern beim FC Phönix Schleißheim. Letztlich aber läuft es genau darauf hinaus. „Wir mussten eine Entscheidung treffen“, sagte SPD-Sprecher Florian Spirkl. Und Badersfeld hätte eine „relativ große Ausgabe für relativ wenig Leute bedeutet“. Claus Müller (FW) vom Gut Badersfeld sieht das so: „Wenn der Freistaat selbst den hintersten Einödhof anschließen lässt, empfinde ich es als unverschämte und vollkommen unangemessene Bevormundung, uns Breitband zu verwehren.“ Das Internet in Badersfeld erinnere an die Pionierzeiten des WorldWideWeb.

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