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Volles Haus bei der Aufführung im Bürgerhaus.

Laienspielgruppe Badersfeld

Nervenkitzel in der Wirtshausküche

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Es geht um Mord im neuen Stück der Laienspielgruppe Badersfeld. „Mucks Mäuserl Mord“ hält das Publikum in Hochspannung und malträtiert die Lachmuskulatur.

Oberschleißheim– Wer ist der Mörder? In gepflegter Atmosphäre daheim vor dem Fernseher oder mit einem Buch in der Hand ein Verbrechen aufzuklären, zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Am Wochenende durften sich die Oberschleißheimer auf Mördersuche begeben: „Mucks Mäuserl Mord“ – ist eine Mordsgaudi, inszeniert von der Laienspielgruppe Badersfeld.

Verwicklungen auf der Bühne

Der Keller eines Wirtshauses, irgendwo in der bayerischen Provinz, die patente Pfarrersköchin Agathe „Mucki“ Muckmoser (Claudia Hallinger) und die eher unpatente, im rechten Moment aber mit Bauernschläue gesegnete Mesnerin, Resi Mausleitner (Lisa Kellner) bedienen sich mal wieder an den Vorräten der Wirtschaft. Dass nebenan in der Kühlkammer der Kerl am Haken baumelt, der am Vorabend im Schankraum den Unmut der Gäste und des Personals auf sich zog, weiß das Publikum ziemlich bald. Die Akteure wissen’s nicht.

Klingt nach Alfred Hitchcock, dem Meister der „Suspense“, der wie keiner vor ihm und nur wenige hernach, Horror, Spannung und Humor zu verbinden verstand. Er kreierte die Formel für anständigen Nervenkitzel: Das Publikum weiß, dass um die Ecke der Killer lauert. Die arme Frau, die im nächsten Moment ihr Leben aushaucht, ist ahnungslos.

Die Hitchcock-Formel bringt kein Theaterautor besser als Ralph Wallner auf die Bühne: Davon ist die Badersfelder Laienspielgruppe felsenfest überzeugt. Noch mehr sogar: „Keiner trifft den Zeitgeist, so wie er“, sagt Inga Lemke, Sprecherin der Truppe. Eigentlich hätte sie die Rolle der resoluten Wirtshaus-Köchin spielen sollen, doch ein Unfall – sie läuft auf Krücken – kam dazwischen. Marion Mitschke übernahm. Und als verschwiegene Mitwisserin von Wirt Quirin Zapfner (Thomas Raml) geriet sie ebenfalls in Verdacht, den Tiefgefrorenen nebenan ins Jenseits befördert zu haben.

Im Grunde sieht man nur einen Torso mit gelber Weste und roten Gummistiefeln von der Decke baumeln. Die Melone, die den Kerl am Abend noch schmückte, ist in der Vorratskammer gelandet, wo Dorf-Dämel Buckl (Uwe Lemke), der sich in sonderlicher Weise zu einem Wildschwein-Schädel hingezogen fühlt, anderntags versucht, das Ding zu klauen. Während der Buckl alles dafür tut, als gedungener Mörder in Frage zu kommen, hält es das Publikum kaum auf den Sitzen.

Ein Motiv hat jeder

Regisseurin Antonia Kellner, der die Wallner-Stoffe im Blut zu liegen scheinen, hat den Leuten einen Zettel ins Programmheft legen lassen. Unter „I woaß, wer da Mörder is“, sind wie bei einem Multiple Choice-Test gleich mehrere Lösungen vorgegeben. Nur eine ist richtig.

Quirin Zapfner, der Wirt vielleicht? Der schaut so grantig. Oder da Harri, da Schank. Eifersucht, sog i bloß. Und wen schert’s? Wer rote Gummistiefel tragt, is selber schuld. Am Ende hat jeder ein Motiv. Die Hedi (Christine Hagl), die Geliebte vom Wirt (Stefanie Obst), und auch der Harri, der Schank (Michael Pezala)? Steuerschuld, Diebstahl, Verrat: Menschliche Abgründe tun sich auf. „Ich wag’ mal einen Tipp“, sagt Inga Lemke. Auf den Fritz (Sebastian Braun) sollte man achten. Der Gewinner erhält zwei Tickets für die Spielzeit 2020. Zur Not entscheidet das Los.

Termine:

Freitag, 8. November, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus Oberschleißheim; Samstag 9. November, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus, Einlass ist jeweils ab 18 Uhr.

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