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Damit Lkw nicht mehr über die Mittenheimer Brücke fahren, müsste die Ortsdurchfahrt für Brummis gesperrt werden.

Oberschleißheim fordert Lkw-Verbot auf der Mittenheimer Brücke

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Lastwagen sollen nicht mehr über die Mittenheimer Brücke in Oberschleißheim rollen – so will es der Gemeinderat.

Oberschleißheim – Bei der Haushaltssitzung diskutierte der Rat über die überfällige Sanierung der zentralen Verkehrsachse über den S-Bahnhof. Florian Spirkl (SPD) kritisierte die hohen Sanierungskosten: „Ich halte es nicht für sinnvoll, dass wir 3,5 Millionen ausgeben – nur damit da wieder 40-Tonner drüberfahren können.“

Daraufhin berechnete Bauamtsleiterin Christiane Kmoch: Wenn Lkw nicht mehr über die Brücke fahren dürfen, reduzieren sich die Sanierungskosten um knapp eine Million auf 2,4 Millionen. Allerdings zeigte sie sich auf Nachfrage skeptisch, dass Brummis von der Brücke ausgeschlossen werden dürfen und sagte: „Es ist nicht so einfach, eine Ortsdurchfahrt zu sperren.“ Ob das geht, müsse das Landratsamt prüfen. Derzeit werde noch geprüft, inwieweit die Tragfähigkeit der Brücke für Lkw eingeschränkt ist, so Kmoch.

Falls die Mittenheimer Brücke für Lkw gesperrt würde, befürchtet sie: „Da werden die Lkw-Fahrer um Oberschleißheim herumfahren oder die Straße entlang der Bahnschranke nutzen“ – das bedeutet dort noch mehr Verkehr. Aber der Gemeinderat war sich über den Ausschluss der Brummis einig: Für die Sanierung soll die Gemeinde nur 2,4 Millionen ausgeben.

Hallenbad erhitzt die Gemüter

Beim Thema marodes Hallenbad waren sich die Politiker weniger einig. Stefan Vohburger (FW) plädierte für einen Neubau: „Wir sehen es nicht ein, für 7,5 Millionen Euro etwas in die alte Hülle einzubauen.“ Nach Recherchen der Verwaltung kostet ein Neubau zwischen neun und 17 Millionen Euro. Auch CSU-Gemeinderat Peter Benthues sprach sich dafür aus „ein neues Hallenbad als Sportbad zu bauen, zum Beispiel gegenüber der Kläranlage“. Diese Fläche nutze derzeit bereits der Bauhof. Aber Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) äußerte sich zu den Neubau-Planungen skeptisch, denn: „Wir wissen noch nicht, wie viel Förderung wir bekommen.“

Florian Spirkl (SPD) hingegen sieht den Ist-Zustand des Hallenbads weniger kritisch: „Die Bausubstanz ist solide, es braucht da nur eine neue Technik.“ Für ihn seien die Neubau-Kosten mit etwa 12 Millionen zu hoch: „Eine Sanierung für die Hälfte wäre anstrebenswert.“ Ingrid Lindbüchl (Grüne) warnte vor einer Hoppla-Hopp-Entscheidung: „Das Hallenbad ist ein sehr sensibles Thema – damit steht und fällt so manche Wahl und Gemeinderatssitz.“ Deshalb schlug sie vor, die Diskussion bei einem internen Workshop des Gemeinderats fortzusetzen.

Bürgermeister Kuchlbauer warf dazu ein, dass der Gemeinderat zunächst die Förderung des Bundes abwarten sollte – der prüfe derzeit, was wirtschaftlicher ist: Eine Sanierung oder ein Hallenbadneubau. Als Planungskosten Hallenbad stellte der Rat 820 000 Euro in den Haushalt ein. Außerdem genehmigte er einstimmig, Outdoor-Spielgeräte für 20 000 Euro am Hallenbad aufzustellen – das forderten zwei junge Erwachsene höchstpersönlich beim Bürgermeister ein.

250.000 Euro sind zu viel für einen Skaterpark

Beim Thema Skaterpark für Jugendliche ging der Rat zögerlicher vor, kritisierte Peter Lebmeir (CSU). Ihm seien die drei derzeitigen Rampen an der Effnerstraße zu wenig, in seinem Antrag argumentierte er: „Aufgrund der Höhe sind diese Rampen für Anfänger nicht nutzbar. Außerdem eignet sich geteerter Untergrund anstelle von Beton nicht zum Üben und erhöht die Unfall- und Verletzungsgefahr.“ Der jetzige Zustand könne „nicht als Skaterpark bezeichnet werden“.

Er forderte, in den Skaterpark-Ausbau 250 000 Euro zu stecken. Dagegen wehrten sich die anderen Gemeinderäte. Spirkl: „Einen Komplettumbau sehen wir wegen der derzeitigen Haushaltslage nicht.“ Lindbüchl war seiner Meinung: „Wir wollen die Anlage aufwerten, aber 250 000 Euro sind zu viel.“ Gegen die Stimmen von Lebmeir und Benthues entschied sich der Rat, nur 20 000 Euro im Jahr 2020 für die Skater zu investieren.

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