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Gute Schüler sind offensichtlich (v.l.) Ulrich Hirtreiter und Michael Soller gewesen. Beide Münchner haben ihre Gesellenprüfungen mit besten Noten bestanden. 

Freisprechung Metallhandwerk/Kälte- und Klimatechnik

Marcel Huber würdigt Handwerker

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161 Auszubildende aus der Region haben während der Freisprechungsfeier der Innung der Metalhandwerke und der Innung für Kälte- und Klimatechnik in Oberschleißheim den Gesellenbrief empfangen.

Oberschleißheim– Thomas Karr, Geschäftsführer beider Innungen, lobte die Mechatroniker für Kältetechnik, Zweiradmechaniker und Zweiradmechatroniker für „ausgezeichnete Leistungen, auf die sie zu Recht stolz sein können“. Karr ist zudem Geschäftsführer im „Hamec“ in Oberschleißheim, dem „Haus Mechanischer Handwerke“.

Einer der Gesellen ist der Münchner Ulrich Hirtreiter (21). Er träumt davon, sich am Ende des Jahres eine Auszeit zu gönnen. Selbstverständlich mit Zweirad. Durch Vietnam soll es gehen, gemeinsam mit einem Freund. Bis dahin will er Erfahrungen sammeln im Job. Hernach den Meisterbrief bestehen. Sich irgendwann selbstständig machen. Immerhin war er Innungssieger im vergangenen Winter, mit einem Notendurchschnitt von 2,1.

Eines Tages steht er dann vielleicht dort oben auf der Bühne des Bürgerhauses, Gesellenbriefe verteilend, wie Thomas Karr und Dieter Berthold, der Abteilungsleiter Aus-, Fort- und Weiterbildung im „Hamec“, wird dann selbst darauf hoffen, dass seine Auszubildenden es schaffen.

Staatskanzleichef Marcel Huber kann sich vorstellen, was der Gesellenbrief die Prüflinge an „Mühen und Grips“ gekostet hat. Als Sohn eines Verwaltungsbeamten und einer Lehrerin schlug er die akademische Laufbahn ein. Jetzt ist er Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, sitzt im Landtag. Um so mehr wiegt sein Lob, ins Handwerk gegangen zu sein. Nichtsdestotrotz steht den neuen Gesellen zur Weiterbildung das Studium offen. Er achte aber die Entscheidung, nicht ständig mit Krawatte und Anzug herumlaufen zu wollen, sagte Huber bei der Veranstaltung. Wie Frank Hüpers, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, weiß Marcel Huber um den Wert dieser Berufe. Mit fortschreitender Erderwärmung würden Fachleute für Kältetechnik immer wichtiger. „Erderwärmung heißt nämlich nicht, abends gemütlich länger im Biergarten zu sitzen“, prognostizierte Huber. Auch mit der Wahl fürs Zweirad hätten junge Leute zur rechten Zeit den richtigen Trend getroffen. Was im Übrigen schon die Debatte um Radschnellwege in Stadt und Kreis München zeige. 200 Millionen Euro wolle die Staatsregierung in den Ausbau der Radlnetze stecken.

Ebenfalls zur rechten Zeit habe man den „Pakt für berufliche Bildung“ beschlossen, ergänzte Hüpers. Es gehe um Inhalte wie die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Jobs. Um Geld für Betriebe und Meister. Gegenwärtig „haben wir in der Gesellschaft so was wie einen Akademisierungswahn“. Ausdrücklich warnte er die EU vor Beschränkungen von Meistern, die es immer wieder abzuwehren gelte. „Deutschland ist die wirtschaftliche Lokomotive in Europa“, hatte der Staatsminister zuvor gesagt: „Und Bayern ist die Nummer Eins im Land.“ Lernen jedenfalls ist für Hüpers eine lebenslange Angelegenheit. „Machen Sie den Meister, vielleicht sogar den Betriebswirt.“

Als Gastgeber hatte Bürgermeister Christian Kuchlbauer zuvor bereits auf „Made in Germany“ verwiesen, eine Marke von Weltruf. Den Gesellen stünden die Türen ins Leben weit offen. „Man ist viel wert in der Welt mit einer Ausbildung in Deutschland. Sie haben Ihr Handwerk von der Pike auf gelernt.“

Michael Soller (22) etwa hat sich als Mechatroniker für Kältetechnik bewusst für einen Beruf entschieden, „der anspruchsvoll ist und nicht von vielen ausgeübt wird“. Der Münchner möchte Ingenieur werden, nebenher studieren. Er hatte im Sommer seine Gesellenprüfung bestanden, mit einer 1,5. Kuchlbauer mag insgeheim auch an die Zukunft seiner Gemeinde gedacht haben. Schon im Vorjahr hatte er durchblicken lassen, gerne mehr Handwerksbetriebe im Ort zu haben. Vielleicht entscheidet sich ja einer der Gesellen tatsächlich einmal für Oberschleißheim, in Erinnerung an die Freisprechungsfeier.

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