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Ganz in Rot: Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner durchschneidet das Eröffnungsband, gemeinsam mit Robert Weiß, Technischer Leiter bei der Schreiner Group, und Geschäftsführer Roland Schreiner.

Ministerin Aigner weiht Entwicklungszentrum ein

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Die Schreiner Group in Oberschleißheim will High-Tech-Etiketten mit integrierten Mikrochips herstellen. Und überlegt auch, den Standort auszubauen.

OberschleißheimGute Nachricht für mehr als 1000 Arbeitnehmer und ihre Familien: Die Schreiner Group plant langfristig mit ihrem Standort Oberschleißheim und erwägt, den Unternehmenssitz auszubauen. Das bestätigte Geschäftsführer Roland Schreiner während eines Besuchs der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

Gemeinsam mit Aigner weihte der Firmenchef ein neues, hoch spezialisiertes Entwicklungszentrum für Hightech-Etiketten mit integrierten Mikrochips ein. Von Oberschleißheim aus will das Familienunternehmen mit Dependancen in China und in den USA weitere Geschäftsfelder auf dem Weltmarkt erobern. Dabei geht es um „digital solutions“, digitale Lösungen, die unseren Alltag revolutionieren sollen. Ein praktisches Beispiel: Künftig könnten Medikamenten-Packungen ein Spezial-Etikett mit Mikrochip tragen, das sich mit einer Smartphone-App auslesen lässt. So könnte der Patient sich eine Vielzahl von Informationen und Nutzungsmöglichkeit direkt aufs Handy laden – vom Beipackzettel über persönliche Einnahme- und Dosierungspläne bis hin zu Bestellmöglichkeiten.

Schon jetzt kommen Millionen Menschen – meist unbewusst – mit dem 1951 gegründeten Unternehmen in Berührung: So stellt die Schreiner Group unter anderem im Auftrag der Sparkasse die Rubbelfelder her, die die Geheimnummern von EC- und Kreditkarten verdecken. Auch Feinstaub- und TÜV-Plaketten oder jährlich etwa 50 Millionen Mini-Etiketten für Impfausweise stammen aus Oberschleißheim.

Bereits drei Mal hat das Familienunternehmen die Auszeichnung „Bayerns Best 50“ des Wirtschaftsministeriums gewonnen. Damit werden Unternehmen gewürdigt, die durch eine überdurchschnittliche Steigerung von Umsatz und Mitarbeiterzahlen hervorstechen. 1993 zog Schreiner mit 160 Mitarbeitern von München nach Oberschleißheim um. Heute erwirtschaften 1100 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von über 170 Millionen Euro. Das Herz der international erfolgreichen Firma soll auch langfristig in Oberschleißheim schlagen. „Wir stehen zu 100 Prozent zu diesem Top-Standort und sind hier sehr glücklich“, sagte Geschäftsführer Schreiner. Ein Bekenntnis, das auch die Wirtschaftsministerin freut: „Die DAX-Konzerne sind uns zwar lieb und wichtig, aber die Wirtschaftskraft unseres Landes geht auch entscheidend von Mittelständlern wie der Schreiner Group aus.“ Wie wertvoll die oberbayerische Firmen-Vielfalt sei, hätten ihr auch Manager des Internet-Giganten Google bestätigt, sagte sie: „Laut Google gilt der Großraum München in Europa als das Leistungszentrum schlechthin. Wenn diese Einschätzung von einem Weltkonzern aus dem Silicon Valley kommt, dann zeigt dies, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Andreas Beez

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