Beliebtes Erholungsgebiet: Die Olympia-Ruderregattaanlage in Oberschleißheim.
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Beliebtes Erholungsgebiet: Die Olympia-Ruderregattaanlage in Oberschleißheim.

Wegen Corona

Party, Müll und überall Stand-Up-Paddler: Immer mehr Ausflügler belagern Sport-Anlage im Münchner Norden

  • vonAndreas Sachse
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Die Regattaanlage Oberschleißheim wird in Zeiten von Corona noch stärker zum Ausflugsziel. Die Polizei musste Party-Gruppen auflösen, dazu kommen Klagen über Müll und Vandalismus.

  • Die Regattaanlage in Oberschleißheim wird in der Corona-Pandemie ein immer beliebteres Ausflugsziel.
  • Die Besucher feiern Partys, hinterlassen Müll und stören den Sportbetrieb.
  • Ein Sicherheitsdienst dreht jetzt dort seine Runden.

Regattaanlage in Oberschleißheim wird beliebtes Ausflugsziel

Oberschleißheim – Die beiden IT-Arbeiter lassen es sich gut gehen am Wochenende an der Ruderregatta in Oberschleißheim. Die Sonne brennt vom Himmel, das klare Wasser erfrischt, und ein paar Bierchen verstärken das samstägliche Wohlgefühl. Von Verstößen gegen Abstandsregeln, Vandalismus undPolizeieinsätzen in der vergangenen Woche wissen Michael Küpers und Dieter Wolters nichts. Und darüber sind sie froh.

Partysessions an Ruderregatta in Oberschleißheim - ohne Abstand

Steh-Paddler zwischen Ruderern.

Seit ein paar Wochen scheint sich die Ruderregatta zum Fluchtpunkt aus den Corona-Zwängen zu entwickeln. Was mit Sachbeschädigungen innerorts begann, gipfelte in Partysessions an der Ruderregatta, bei denen plötzlich Abstandsregeln keine Rolle mehr zu spielen schienen. Die Schleißheimer Polizei wurde am Mittwoch zur Olympiaanlage gerufen. Die Beamten trafen auf Party-Volk. Niemand scherte sich um Mindestabstände. Verstärkung musste her. Sportler, die auf dem See trainierten, klagten über Belästigung durch Leute, die Spaß dabei hatten, sich an Ruderboote zu klammern. Übermütige Stand-up-Paddler kreuzten ihre Spur.

An der Regattaanlage in Oberschleißheim: Zunehmendes Müllproblem

Aufgeräumt sieht anders aus.

Über ein zunehmendes Müllproblem an der Regattastrecke klagt eine Frau aus Dachau, die seit 30 Jahren nach Oberschleißheim kommt, um an der Regattaanlage Ruhe und Entspannung in der Natur zu suchen. Was sie am vorvergangenen Sonntag auf dem Sport- und Freizeitgelände erlebt habe, empört sie: „Überall Müll.“ Fastfood-Verpackungen, Energydrink-Dosen, Hochprozentiges. Leere Gaskartuschen, Kühlbeutel und jede Menge Plastik. „Erschütternd, wie wenig sich ein Teil der Menschen um den eigenen Müll kümmert“, klagt sie gegenüber dem Münchner Merkur.Kein Respekt vor der Natur. 

Party mit Shisha und lauter Musik an Ruderregatta

Vor allem junge Männer hätten die Holzstege in Beschlag genommen. Die Dachauerin erzählt von Leuten, die sich um eine qualmende Shisha versammeln, dazu wummernde Bässe. „Die Situation ist unfassbar und zerstört diesen ganz besonderen Ort“, klagt sie. Feiern dieser Art hätten sich aber nicht aufs Wochenende beschränkt. Auch am Mittwoch, dem Tag des Polizeieinsatzes, habe sie beobachtet, dass das Gelände „Treffpunkt von partywütigen und vergnügungssüchtigen jungen Erwachsenen“ gewesen sei.

Vandalismus oder Verschleiß? Die Tribüne ist seit Jahren sanierungsbedürftig.

Von all diesen Dingen wissen Dieter Wolters und sein Kollege, Michael Küpers, nichts. „Junge Leute müssen mal Dampf ablassen“, sagen sie. Die IT-Arbeiter sind von der niederländischen Grenze nach Bayern gekommen, um Glasfaser zu verlegen, für schnelles Internet zu sorgen. Küpers hat seine Frau Gerlinde mitgebracht, weil es sich in Schleißheim und Umgebung so gut erholen lässt.

Security dreht ihre Runden durch Regattaanlage in Oberschleißheim

Rund um den Regattasee tummeln sich derweil jede Menge Ausflügler. Sonnenanbeter dösen auf Decken. Rollerblader machen Fahrt, auf dem See verlieren sich gerade mal zwei Stand-up-Paddler. Der Bootssteg ist auch heute belegt von jungen Männern, die im Scherz junge Damen ins Wasser werfen, was etwas spätpubertär, aber gar nicht gefährlich wirkt. 

Keiner da, der sich an Ruderboote klammert. Eine Mutter lässt in aller Seelenruhe ein Gummiboot für ihre Buben zu Wasser. Womöglich hat es sich herumgesprochen, dass Ordnungshüter ein Auge auf das Gelände haben. Gerade dreht die Security ihre Runden.

Auch andernorts führen immer mehr Ausflügler zu Problemen. Am Alpenrand sorgen Erholungssuchende zunehmend für ein Verkehrs- und Parkchaos. Eine Ausflugs-App fürs Oberland soll jetzt helfen.

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