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Die alte Tradition des Bierbrauens wollen die Gründungsmitglieder der Schleißheimer Brauereigenossenschaft wieder aufleben lassen. Am liebsten in diesem Gebäude, dem früheren Schleißheimer Bräuhaus. 

Neue Brauereigenossenschaft

Schleißheim hat nach 106 Jahren wieder ein eigenes Bier

Nach 106 Jahren bekommt Schleißheim jetzt wieder sein eigenes Bier. Die neu gegründete Brauereigenossenschaft Remontebräu Schleißheim will an die alte Brauerei-Tradition anknüpfen und dem „Einheitsgeschmack“ der Großbrauereien Paroli bieten.

Oberschleißheim106 Jahre musste Oberschleißheim ohne eigenes Bier auskommen, nachdem die Brauerei, die damals im Wilhelmshof des Schlossgutes angesiedelt war, von einer Münchner Großbrauerei gekauft und dicht gemacht worden war (siehe Kasten). Doch genau mit dieser Tatsache wollten sich nun einige Schleißheimer Bier-Freunde nicht abfinden. Sie wollen gerade in Zeiten der Rückbesinnung auf traditionelle und regionale Produkte dem „Einheitsgeschmack“ der Großbrauereien Paroli zu bieten, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Ihr Ziel: ein traditionelles Bier herzustellen, das an die große Schleißheimer Brautradition anknüpft.

Zum Start ein bernsteinfarbenes Kellerbier

Angestachelt durch den Erfolg zweier vergleichbarer Projekte im Münchner Landkreis – den Brauereigenossenschaften in Ismaning und Oberhaching – hieß es nun: „Jetzt oder nie!“ In vielen Arbeitstreffen wurde alles festgezurrt, ein Bierrezept sowie ein Geschäftsplan erstellt und auch schon ein Braupartner gefunden. So wurde nun die Brauereigenossenschaft Remontebräu Schleißheim feierlich gegründet.

Die 23 Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung der Brauereigenossenschaft und wählten aus ihren Reihen die Aufsichtsräte Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer, Hofgartenbetriebsleiter und Pressesprecher Alexander Bauer, Ronny Sonnekalb, Leiter der Münchner Bank Oberschleißheim, Stephan Sedlmayer sowie Alexander Fichtl vom FC Phönix. Diese bestellten die Vorstände Andreas Preißer (Organisation), Thomas Haselbeck (Produktion) und Sandra Kunstwadl (Marketing und Vertrieb).

„Wir wollen neben einem handwerklichen Schleißheimer Bier ein bernsteinfarbenes Kellerbier, angelehnt an die alte Originalrezeptur des Braunbieres, herstellen“, schreibt Gründungsmitglied Alexander Bauer. Die junge Brauerei habe sich auch mit Werten beschäftigt und sich der Förderung der Tradition, Geselligkeit, Qualität und dem Genuss verschrieben.

„Auch wenn das langfristige Ziel natürlich eine eigene Braustätte mit Sudhaus in Alt- Schleißheim oder gar die Rückkehr ins historische Bräuhaus im Wilhelmshof ist, so wurde für den Anfang mit der „Brauereigenossenschaft Gut Forsting“ im Landkreis Ebersberg, nach eigenem Bekunden die älteste Brauereigenossenschaft in Bayern, ein Partner gefunden, der ebenfalls diese Werte transportiert und vorerst zusammen mit unserem Braumeister und nach unserem Rezept unser Bier produzieren wird“, sagt Vorsitzender Andreas Preißer.

250 Euro kostet ein Anteil an der Genossenschaft

Bis das erste Schleißheimer Bier in der zweiten Jahreshälfte 2018 verkostet werden kann, bleibt natürlich noch einiges zu tun. So müssen Flaschen, Träger und Gläser beschafft, die Logistik aufgebaut, Gaststätten für den Ausschank und auch Mitglieder gewonnen werden. Ein Genossenschaftsanteil kostet 250 Euro, die „Verzinsung“ des eingesetzten Kapitales, erfolgt in Bier.

„Wir wollen das Wir-Gefühl für unsere Brauerei. Jeder, der sich beteiligt, soll sagen können: ,Das ist meine Brauerei und mein Bier‘“, wünscht sich Bürgermeister Christian Kuchlbauer. Alexander Bauer ergänzt: „Wir arbeiten alle ehrenamtlich, unser Bier soll vorrangig ein Bier von Schleißheimern für Schleißheimer werden, aber natürlich nicht ausschließlich. Für uns geht mit der Wiederaufnahme der Schleißheimer Brautradition jedenfalls ein lang gehegter Traum in Erfüllung.“

Kontakt

Wer die Brauerei unterstützen möchte und Teil der Genossenschaft werden will, wendet sich an folgende Adresse:
Remonte-Bräu Schleißheim, Rotdornstaße 31 b, 85764 Oberschleißheim,
E-Mail: info@remonte-bräu.de

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