Auf einer Grafik sind drei Standorte rot eingezeichnet, auf denen das neue Hallenbad entstehen kann.
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A, B oder C? Wo das neue Hallenbad entstehen soll, darüber entscheiden die Gemeinderäte am 22. Oktober.

Standortsuche mit klarem Favoriten

Hier könnte das neue Oberschleißheimer Hallenbad entstehen

  • vonAndreas Sachse
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Für das neue Hallenbad in Oberschleißheim stehen drei Standorte zur Disposition. Am aussichtsreichsten scheint ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück in unmittelbarer Nähe zum gegenwärtig genutzten Schwimmbad. In drei Wochen will der Gemeinderat eine Entscheidung treffen.

Oberschleißheim – Das Hallenbad in der Professor-Otto-Hupp-Straße 26 hat ausgedient. Technik, Hygiene, Sicherheit, Brandschutz – es fehlt an allen Ecken und Enden. Die Anlage zu sanieren, macht keinen Sinn, so viel steht fest. Das marode Gebäude müsste nahezu komplett entkernt werden. Eine Machbarkeitsstudie geht von wenigstens zehn Millionen Euro aus. Der Neubau kostet zwölf Millionen Euro. Die Frage, sanieren oder Neubau, stellt sich damit nicht. Die Gemeinde hofft auf 4,5 Millionen Euro öffentlicher Mittel für einen Neubau.Das vom Rathaus mit der Standortsuche beauftragte Planungsbüro hielt nach einem nicht allzu weit entfernten Grundstück Ausschau. Nach Ansicht der Planer erhöht ein ähnlicher Anfahrtsweg die Akzeptanz der Oberschleißheimer für das neue Bad.

Variante B

Von den drei geeignet scheinenden Flächen fiel die Wahl auf den 200 Meter entfernten „Standort B“ (siehe Karte), oberhalb der Turnhalle. Den Ausschlag gaben Fragen der Erreichbarkeit, der Grundstücksgröße, Probleme der Erschließung und der Belastung für und durch die Nachbarschaft. Grundstück B gehört zwar nicht der Gemeinde. Wie es heißt, ist der Eigentümer an einem Grundstückstausch interessiert. Die Gespräche laufen.

Mit 4000 Quadratmetern gibt das Gelände sogar ein größeres Hallenbad her. Von bisher 2500 soll das Bad auf 3000 Quadratmeter erweitert werden. Wegen der Nähe zum bestehenden Standort C wäre das Bad, wie bisher, an Schule und Kindergarten angebunden. Wohnhäuser würden durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt.Standort B würde von der Hirschplanallee erschlossen. Eine Zufahrt müsste erst geschaffen werden. Über Anschlüsse für Wasser und Strom verfügt nur das bestehende Bad. Öffentliche Verkehrsmittel bedienen keinen der drei Standorte, Schulbusse schon. Alle drei Grundstücke sind in wenigen Minuten zu Fuß von Bus oder S-Bahn oder mit dem Rad zu erreichen.

Variante C

Ein Gutteil der Standortvorteile, die „B“ auf sich vereint, gelten auch für das bestehende Bad „C“. Der Neubau könnte auf der Westseite direkt anschließen. Höchst ungewiss allerdings ist, ob das alte Bad während der Arbeiten in Betrieb bleiben kann. Schule und Kindergarten blieben womöglich außen vor, und das will Bürgermeister Markus Böck (CSU) vermeiden, wie er sagte.

Variante A

Bleiben die Standorte „B“ und der am schlechtesten abschneidende Standort „A“. Das 17 500 Quadratmeter große Gelände auf der anderen Seite der Hirschplanallee gehört zwei Parteien, einschließlich einer Eigentümergemeinschaft. Ob die Eigentümer bereit sind, zu verkaufen, ist ebenso unklar, wie der Preis. Das Rathaus müsste mit mehreren Personen verhandeln. Die Planer empfehlen daher Standort B. Ob es tatsächlich gelingt, das alte Bad während der Bauphase zu nutzen, steht in den Sternen. Seit Jahren bedarf es der Kunst der Improvisation, um den Betrieb des maroden Hallenbads zu gewährleisten. Am 22. Oktober entscheidet der Gemeinderat.

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