BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

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Statt eines Rewe zieht ein Penny in die neue Ortsmitte.

„Discounter mit Reibach obendrauf“

Nach Rewe-Absage: Das plant Penny in der neuen Ortsmitte

  • vonAndreas Sachse
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Nun ist es offiziell: Rewe zieht nicht in die neue Oberschleißheimer Ortsmitte. Stattdessen eröffnet Penny einen „Hybrid“-Supermarkt. Und so soll der ausschauen.

Oberschleißheim – Rewe ist endgültig aus dem Geschäft. Der Supermarkt eröffnet nicht in der neuen Ortsmitte von Oberschleißheim. Penny soll die Lücke schließen. Über dem Discounter sind zudem 64 neue Wohnungen geplant. Das Rathaus zieht mit, ist aber nicht glücklich, statt einem „Vollsortimenter“, als der Rewe sich dereinst anbot, am Stutenanger nun mit einem Discounter vorlieb nehmen zu müssen.

Rewe hat die Verhandlungen mit der Gemeinde abgebrochen. Wie Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) dem Gemeinderat am Dienstag mitteilte, erwartet der Kölner Konzern für ein Engagement in Oberschleißheim keinen ausreichenden ökonomischen Gegenwert. In die Lücke prescht Penny.

Ortsmitte in Oberschleißheim: Das steckt hinter dem Hybrid-Supermarkt

Seit 1989 gehört Penny zur Rewe-Group, ist innerhalb des Konzerns für preiswertere Sortimente zuständig. Die Rewe-Stiefschwester kündigte an,sich Plänen zur neuen Ortsmitte der Gemeinde nicht verstellen zu wollen. Der Standort soll aber eine Idee bescheidener aufgezogen werden: Kein Vollsortimenter mehr, aber auch kein reiner Discounter, wie ein Penny-Abgesandter in der Sitzung erläuterte. Penny betrachtet sich als eine Art Hybrid, irgendwo zwischen Vollsortimenter und Discounter.

Auf 800 Quadratmeter sollen hauptsächlich Lebensmittel angeboten werden, keine Billigschnäppchen aus der Bekleidungs- oder Spielzeugwarenproduktion nebenher. Das Sortiment sieht gleichermaßen No-Name-Produkte und Qualitätswaren vor. Preiswerte Semmeln etwa zum Aufbacken oder das knackfrische Steinofen-Weizenbrötchen im Frühstückscafé nebenan.

Ortsmitte in Oberschleißheim: Penny plant Wohnungen

Als Zubrot will Penny 64 Wohnungen über dem Supermarkt errichten. Das Angebot soll helfen, den überhitzten Wohnungsmarkt in Richtung Normaltemperatur abzukühlen. In dem am Stutenanger außerdem geplanten Wohn- und Geschäftshaus sind weitere 37 Wohnungen vorgesehen.

Lange Zeit hatte man in Oberschleißheim auf den ganz großen Wurf für die Ortsmitte gesetzt. In einer vielköpfigen Abordnung 2011 nach Oberschleißheim gereist, köderte Rewe die Gemeinde mit einem zukunftsweisenden „Green-Building“-Konzept. Nachhaltige Bauweise, verglaste Wände, viel Holz und ein begrüntes Dach. Die schöne Vision reduzierte sich alsbald auf eine „schale Schuhschachtel“, wie SPD-Sprecher Florian Spirkl sich seinerzeit ausdrückte. Mittlerweile ist selbst die Schuhschachtel Geschichte.

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Nicht jedem fiel es daher leicht, sich mit der Hybrid-Version anzufreunden. Er hätte sich zumindest einen Vollsortimenter gewünscht, sagte Peter Lebmeir (CSU). Das Penny-Angebot betrachtet er als „Discounter mit Reibach obendrauf“.

Dass Penny die Wohnungen nicht fehlgeleiteter Philanthropie wegen baut, ist in der Gemeinde jedermann bewusst. Für das Gros der Räte im Vordergrund aber steht, zusätzlichen Wohnraum zu erschließen. Statt der vornehmlich geplanten Ein- bis Zwei-Zimmerwohnungen sähe Helga Keller-Zenth (Grüne) allerdings lieber ein größeres Angebot für Familien realisiert.

Vor allem aber ist es an der Zeit, so der Tensor im Gremium, dass sich am Stutenanger endlich etwas bewegt, dass die neue Ortsmitte Konturen annimmt und der hässliche Rewe-Bau verschwindet. Das ist wohl das alles überstrahlende Motiv dafür, dass der Gemeinderat mit dem Ersatzspieler Penny so schnell ins Geschäft kommt.

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