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Über 200 Schleißheimer kamen zur Bürgerversammlung.

Bürgerversammlung

Arm, aber sicher: In Schleißheim sinken die Straftaten - Großprojekte in der Warteschleife

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Bei der Bürgerversammlung in Oberschleißheim wurden drei Dinge deutlich: Die Kommune ist klamm, dafür aber sicher wie selten. Und: Die Großprojekte erfordern Geduld.

Oberschleißheim – Etwa 300 Interessierte sind der Einladung zur diesjährigen Bürgerversammlung gefolgt, die Tische im Bürgersaal waren fast vollständig besetzt am Mittwochabend. Was Bürgermeister Christian Kuchlbauer zu berichten hatte, war nicht gänzlich neu, gab aber einen guten Überblick zur Lage der Gemeinde, der noch von Landrat Christoph Göbel aus Sicht des ganzen Landkreises München abgerundet wurde.

„Oberschleißheim ist eine arme Kommune“, stellte Kuchlbauer gleich mehrmals fest und zeigte das anhand der im Vergleich zu Unterschleißheim recht übersichtlichen Haushaltszahlen. Doch neben der Oberschleißheimer Bevölkerung – aktuell wohnen 12820 Menschen hier – wachsen die Einnahmen aus Einkommens- und Gewerbesteuer leicht laut Plan für 2019. Doch auch die Ausgaben steigen, vor allem für geplante Investitionen.

Sieben Millionen Euro für neues Hallenbad im Investitionsplan

Erst am Vorabend der Versammlung hatte sich der Gemeinderat „einem Neubau des Hallenbades genähert“, wie Kuchlbauer betont vorsichtig formulierte, mit über sieben Millionen Euro ist dieses Projekt im Investitionsplan für die kommenden Jahre aber bereits als größter Posten aufgeführt. Dahinter folgen ein Wohnprojekt in einer gemeindeeigenen Immobilie am Frauenfeld (3,5 Millionen Euro) sowie die Sanierung der Schule Parksiedlung und der Mittenheimer Brücke mit je 2,4 Millionen Euro.

Bevor Kuchlbauer zu den großen und drängenden Verkehrsprojekten kam, gab der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr, Michael Beyer, einen Einblick in die Arbeit der Oberschleißheimer Feuerwehr und griff aus den 576 Einsätzen im vergangenen Jahr beispielhaft die allein 50 Einsätze beim Unwetter am Pfingstmontag heraus, bei denen die Einsatzkräfte bis weit nach Mitternacht ausrückten. Ein beruhigendes Bild zur Sicherheitslage gab der Leiter der Schleißheimer Polizeidirektion, Michael Graf. Mit voraussichtlich 17 Prozent weniger Straftaten wird das Jahr 2019 nach Grafs Schätzung unter die Top 5 der straftatenärmsten Jahre seit 1994 eingehen. Auch die Unfallzahlen sind – entgegen dem Landkreistrend – bisher rückläufig.

Bei B471, Autobahnkleeblatt und Westumfahrung ist Geduld gefragt

Vielleicht liegt’s auch daran, dass in Oberschleißheim ab dem späten Nachmittag Dauerstau herrscht – ein Thema, das die Bürger bewegt. So zielte die erste Wortmeldung von Hans-Peter Gelder gleich auf den Stand der Planungen bei der Westumfahrung ab. Zu diesem Projekt, wie auch dem Ausbau der A 92 und der Anschlussstelle Oberschleißheim zu einem „Vollkleeblatt“ und der durch den Volksentscheid im Mai gewünschten Unterführung der B 471 an der S-Bahn-Schranke, hat das Staatliche Bauamt den Gemeinderat ebenfalls am Dienstag auf den neuesten Kenntnisstand gebracht (ausführlicher Bericht folgt)

Laut Kuchlbauers Kurzzusammenfassung ist beim Autobahnausbau alles im Plan, die Westumfahrung befindet sich gerade in der Abstimmungsphase mit allen Betroffenen, etwa den Naturschutzbehörden. „Das dauert noch ein paar Jahre, wird aber intensiv geplant.“ Doch erst wenn diese beiden Projekte einen Planungsstand erreicht haben, der wieder Kapazitäten im Staatlichen freimacht, kann es beim Thema Unterführung weitergehen. Für Kuchlbauer trotzdem „eine gute Nachricht, die zeigt, dass es endlich weiter geht und der Weg für alle Planungsvarianten frei ist“.

Bürger kritisieren Erweiterung von Gewerbegebiet

Ins Stocken geraten sind dagegen die Gewerbegebietsplanungen, dort stehen aktuell fünf Standorte zur Debatte. In Mittenheim wehren sich die Anwohner vehement gegen eine Erweiterung des Gewerbegebiets, wie Edeltraut Franke darlegte: „Wir sind sehr enttäuscht.“

Eine wesentlich leichter zu klärende Frage hatte Harald Dietl, der in der Zeitung von einer Fußgängerzone auf dem Bürgerplatz gelesen hatte: „Nun frage ich mich: Bleibt das Insiderwissen oder kommt eine Beschilderung?“ Zumindest da konnte Kuchlbauer konkret positive Auskunft geben: „Die Beschilderung wird kommen.“

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