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Die Flüchtlingsunterkunft am Heuweg in Oberschleißheim 

Angriff mit Messer

Versuchte Tötung in Flüchtlingsunterkunft am Heuweg

Ein 33-jähriger Senegalese hat in der Flüchtlingsunterkunft am Heuweg in Oberschleißheim einem 37-Jährigen Landsmann ein Messer in den Rücken gestochen. Auslöser der Tat war offenbar ein Streit übers Putzen in den Gemeinschaftsräumen. Die Polizei ermittelt.

Oberschleißheim – Eine Diskussion über Sauberkeit und Hygiene zwischen zwei Senegalesen eskalierte in der Flüchtlingsunterkunft am Heuweg in Oberschleißheim. Wohl im Affekt stach ein 33-Jähriger einem 37-jährigen Landsmann mit einem Messer in den Rücken und hinterließ eine tiefe Stichwunde. Die Sicherheitskräfte vor Ort trennten die beiden Senegalesen, die Verletzung des 37-Jährigen ist laut Polizeiangaben nicht lebensgefährlich. Der Täter ließ sich widerstandslos festnehmen und sitzt in Untersuchungshaft. 

Putz-Streitereien sind am Heuweg keine Seltenheit. „Wer hat nicht sauber gemacht? Wer hat im Klo nicht gespült? Diese Fragen führen immer wieder zu Konflikten“, sagt Brita Janßens. Sie ist in der Gemeinde für soziale Angelegenheiten und Asyl zuständig. Es gebe deshalb zwar kleinere Konflikte, handgreifliche Auseinandersetzungen seien aber die absolute Ausnahme. 

Das bestätigt Gemeinderat und Helferkreis-Koordinator Peter Lemmen (SPD), wenngleich er versteht, dass Sauberkeit bei aktuell rund 100 Flüchtlingen am Heuweg ein Konfliktherd ist. „Bei 40 Leuten in einem großen Container ist das eine schwere Situation.“ Vom Gefühl sei die Unterkunft aber verhältnismäßig ruhig. 

Als ruhig beschreibt Lemmen auch den 33-jährigen Täter. „Ich kenne ihn gut, er ist eigentlich ein unheimlicher netter, zuvorkommender und hilfsbereiter Mensch.“ Der Senegalese sei zudem sehr auf Ordnung, die spätere Streitursache, bedacht. „Vielleicht hat er in diesem Moment einen Wutüberschuss entwickelt.“ Warum der Täter zum Messer gegriffen hat, kann sich Lemmen nicht erklären. 

Ähnlich geht es Rathaus-Mitarbeiterin Brita Janßens. Sie bescheinigt beiden Beteiligten ein geringes Aggressionspotenzial, zwischen Täter und Opfer habe es vorher noch keine nennenswerten Auseinandersetzungen gegeben. 

Einen kritischen Ausblick wagt die für die Betreuung zuständige Caritas. „Je länger die Leute in den Containern leben, desto häufiger wird es Situationen wie diese geben“, befürchtet die Kreisvorsitzende Gabriele Stark-Angermeier. Hygiene-Diskussionen wie in Oberschleißheim seien allgegenwärtig in Flüchtlingsunterkünften und Feel-Home-Häusern im Landkreis. Ein Lösungsansatz sei, den Aufenthaltsstatus der Asylsuchenden schnellstmöglich zu klären und einen eigenen Wohnraum zu finden. 

Inwiefern sich die Tat und eine mögliche Strafe auf das Asylverfahren des Senegalesen auswirken, konnte von der Polizei noch nicht endgültig beurteilt werden. Bis zum Abschluss der Ermittlungen bleibt der 33-Jährige in Untersuchungshaft. Das Landratsamt, Träger der Flüchtlingsunterkunft, verwies auf die Pressestelle der Polizei.

Sebastian Schuch

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