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Gewohntes Bild: Ist die Bahnschranke zu, staut es sich teils Hunderte Meter lang.

An der B471

„Wird nicht alles gut“: Grünen-Verkehrsexperte warnt vor Tunnel-Bürgerentscheid

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Das Bürgerbegehren für eine Straßenunterführung an der B471 hat mehr Unterstützer, als nötig waren. Doch Grünen Verkehrsexperte Markus Büchler warnt vor einem Bürgerentscheid.

Oberschleißheim – Es ist ein Dauerärgernis für viele Oberschleißheimer: die Bahnschranke an der B 471, die gefühlt mehr geschlossen als offen ist. Eine Diskussionsrunde der Grünen zeigte wieder einmal, wie emotional das Thema diskutiert wird und wie schwer eine wirklich gute Lösung für den Ort umzusetzen ist.

„Auch ein Grüner ärgert sich, wenn er vor der verschlossenen Bahnschranke steht“, sagte Markus Büchler, verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag und selbst Oberschleißheimer. „Denn auch ich will über die Schienen drüber und es nervt.“ Er warnte jedoch, alle möglichen Maßnahmen wie etwa die Unterführung automatisch auch als Verbesserung der Verkehrssituation zu sehen. Der Tunnel habe bei einer Umsetzung einen großen Radius und käme südlich von Oberschleißheim bei der Sonnenstraße wohl wieder an die Oberfläche. Ein mächtiger Kreisverkehr wäre nötig. „Mit der Unterführung wird nicht alles gut“, sagte Büchler.

Anders sehen das die 1404 Unterstützer des Bürgerbegehrens Straßenunterführung, deren Unterschriften die Initiatoren nach eigenen Angaben an die Gemeindeverwaltung übergeben haben. Wie sie auf ihrer Facebook-Seite mitteilen, seien rund 80 Prozent mehr Stimmen zusammengekommen, als nötig gewesen wären. Ob das Begehren zulässig ist und die Vorgaben für einen Bürgerentscheid erfüllt, bewertet der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag, 19. März.

Büchler warnte derweil vor dem Bürgerbegehren, „weil der eventuelle Bürgerentscheid eine völlig unnötige Abstimmung ist“. Genauso gut könne man über den Frieden in Afghanistan abstimmen – die Gemeinde sei schlichtweg nicht zuständig. Das bestätigte auch Bürgermeister Christian Kuchlbauer, der sich bei dem angekündigten Bürgerbegehren heraushalten werde. Die beiden Politiker waren sich aber mit den meisten Anwesenden einig, dass Oberschleißheim andere Lösungen brauche. „Ich bin bei den Grünen und sage auch, dass der Verkehr aus dem Ort herausgebracht werden muss“, betonte der Rathauschef.

Büchlers Idee: Fernzug-Gleise entlang der Autobahn auf der Trasse, die einst für den Transrapid angedacht war. Die könne eine deutliche Entlastung darstellen. Dort wäre auch eine Express-S-Bahn mit wenigen Haltepunkten eine Alternative. Egal welche Variante es wird, der Grünen-Abgeordnete wünscht sich, dass die Bürger über Neues nachdenken. Von einem bevorzugten Winterdienst bei Radschnellwegen bis hin zu einer Seilbahn als Verkehrsmittel für Öffentlichen Personennahverkehr gehen.

Bürgermeister Kuchlbauer appellierte an die Bürger, sich bei der Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes einzubringen. Selbst wenn dieser Weg zu einer Lösung Zeit in Anspruch nehme. Und Büchler ergänzte, „dass wir den Verkehr vor der Haustür nie ganz wegbekommen, auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen“.

Sein Verkehrsmittel der Wahl ist nach wie vor das Fahrrad. Seinen neuen Arbeitsplatz im Landtag erreiche er per Rad am schnellsten: „So brauche ich um die 45 Minuten, während es mit dem ÖPNV meist um die 70 Minuten sind.“ Bahnschranke hin oder her.

nb

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