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Am Weiher daheim: Hinter dem See sollen die Wohnungen entstehen. Möglicherweise leben dort aber geschützte Tierarten.

Protest gegen Bauprojekt mit 600 Wohnungen 

Mittenheimer hoffen auf Molch und Fledermaus

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Molch und Fledermaus könnten den Mittenheimern einen großen Gefallen tun: Nämlich wenn sie dort leben, wo 600 neue Wohnungen gebaut werden sollen.

Oberschleißheim– Bezahlbarer Wohnraum contra Trabantenstadt: Diese Debatte läuft derzeit in Oberschleißheim. Ausgelöst hat sie das Wohnbauprojekt des Katholischen Männerfürsorgevereins (KMFV) in Mittenheim. Dort kocht die Stimmung unter den Bewohnern hoch. Sie haben neue Argumente gegen den Bau von 600 Wohnungen für 1400 neue Bürger: naturschutzrechtliche Bedenken in Gestalt von Fledermäusen und geschützten Amphibien.

Paula Ruff (55) hat sie gesehen, sagt sie: Fledermäus und sogar einen Feuersalamander, mitten im Planungsgebiet für die Wohnungen. Zwar ist ein Feuersalamander in der Region eher unwahrscheinlich. Der mag es eher bergig. Molche hält Birgit Patsch vom Bund Naturschutz (BN) aber durchaus für denkbar. Laut der OrtsgruppenSprecherin aus Schleißheim sind die Tiere gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. „Das wäre ja fantastisch, wenn die sich bei uns gehalten hätten“, sagt sie. Auch für die Gegner des Projekts. Denn dann müsste die Untere Naturschutzbehörde einschreiten. Ähnlich sieht es bei Fledermäusen aus. Die seltene Mopsfledermaus hat schon millionenschwere Tunnelprojekte lahmgelegt.

Im Landratsamt ist bekannt, dass Fledermäuse in Mittenheim leben. Auch Molche sind für Mitarbeiter Stephan Schwarz auf dem Gelände mit Teich und einem Fließgewässer keine Überraschung. Pläne liegen dem Landratsamt bisher nicht vor. „In der Bauleitplanung kommen die aber über unseren Tisch.“ Wenn der Verdacht besteht, das auf dem Areal Molche oder Fledermäuse leben, tritt die Naturschutzbehörde auf den Plan. Der Gesetzgeber verlangt eine „spezielle artenschutzrechtlichen Prüfung“. Ein neuer Hoffnungsschimmer für die Gegner des Projekts.

Diese konnte KMFV-Sprecher bei den Infoveranstaltungen auch nicht mit dem Versprechen beruhigen, dass Reihenhäuser keineswegs im Block in Form einer Trabantenstadt errichtet werden sollen. Vorgesehen ist, ein halbes Dutzend Parzellen zu bebauen. Dazwischen sollen Rad- und Spazierwege mit Ökogärten, einem Bach und reichlich Grün für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Doch die Kritik an der Haushöhe ist damit nicht vom Tisch. Die 70 Mittenheimer ärgern sich über geplante drei- bis fünfstöckige Häuser. Wobei eine Planerin betonte, dass die Zahl fünf noch mit großen Fragezeichen versehen sei.

Auch ein fehlendes Verkehrskonzepts beklagen Anwohner. Die KMFV-Planung sieht ein Konzept mit und eines ohne Umgehungsstraße vor. Das Gelände soll über die Staatsstraße, die Birkhahnstraße zuzüglich geplanter Ostverlängerung und über den Bruckmannring erschlossen werden. 

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