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Doppelt so groß wie genehmigt und fest überdacht: Beim Ortstermin machen sich Gericht und Streitparteien ein Bild von der Restaurant-Terrasse an der Dachauer Straße.

Ortstermin

Restaurant-Terrasse ein Schwarzbau: Gericht präsentiert Rechnung

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Doppelt so groß wie genehmigt hat der Besitzer eines asiatischen Restaurants an der Dachauer Straße (B 471) in Oberschleißheim seine Terrasse angelegt. Die Rechnung für den Schwarzbau präsentierte ihm das Verwaltungsgericht: 

Oberschleißheim – Das Verwaltungsgericht München sucht bei seinen Ortsterminen immer gerne einen Kompromiss, mit dem am Ende alle Seiten leben können. Im Fall eines Oberschleißheimer Restaurants an der Dachauer Straße gab es diese Lösung nicht. Der Anbau mit überdachter Terrasse muss zurück gebaut werden. Genehmigt hatte die Gemeinde eine Freischankfläche mit 20 Quadratmetern Größe vor dem Lokal. Beim Ortstermin stand die Abordnung um die Vorsitzenden Richterin Cornelia Dürig-Friedl vor einer Terrasse mit rund 50 Quadratmetern Größe, direkt an den Gehweg heran gebaut; darüber noch eine fest errichtete Markisenanlage als das Dach.

Kosten im hohen fünfstelligen Bereich

Von dem im Bebauungsplan vorgeschriebenen ein Meter breiten Grünstreifen am Gehweg war nichts zu sehen. Auch bei drei Parkplätzen auf dem Grundstück dieses Bauherrn wurde der Grünstreifen entgegen dem genehmigten Bauantrag nicht realisiert. „Da wurde so ein bisschen kreativ gebaut, was wir als Gericht gar nicht leiden können“, sagte Cornelia Dürig-Friedl. Für einen Kompromiss bräuchte es eine Lösung zwischen dem Grundstücksbesitzer und dem Oberschleißheimer Gemeinderat.

Bürgermeister Christian Kuchlbauer machte bei dem Ortstermin deutlich, dass der Bauausschuss die nachträgliche Genehmigung der XXL-Terrasse mit dem festen Markisendach einstimmig abgelehnt hat. Die Richterin nickte zur Haltung der Kommune und bastelte an einer Kompromissidee. Diese könnte so aussehen, dass die Terrasse rückgebaut wird und mit halber Breite entlang der Hausfront verlaufen könnte.

Rückbau scheint Pflicht

Der Anwalt des Bauherren wiederum präsentierte den Vorschlag, einen Grünstreifen unter der bestehenden Markise zu realisieren, 80 Zentimeter breit. Er verwies darauf, dass der Abbau der Markise plus neue Überdachung für die kleinere Terrasse einen höheren fünfstelligen Betrag kosten würde. Das Mitleid von Cornelia Dürig-Friedl hielt sich in Grenzen: „Das ist nun einmal das Schicksal eines Schwarzbauers“, sagte sie.

Um den Rückbau wird der Hausbesitzer nach dem Ortstermin des Verwaltungsgerichts nicht herum kommen. Das Gericht bot dem Bauherren und der Gemeinde einen Kompromiss: Wenn zurückgebaut und der vorgeschriebenen Grünstreifen angelet wird, könnte die überdachte Terrasse entlang des Hauses doch denkbar sein.

Bürgermeister Christian Kuchlbauer wird mit diesem Vorschlag in den Bauausschuss des Gemeinderats gehen. Sollte dieser abgelehnt werden, muss die Terrasse des Restaurants noch weiter zurückgebaut und auf die ursprünglich genehmigten 20 Quadratmeter verkleinert werden.

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