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Sind füreinander da: (hinten v.l.) Ulrich Schneid, Patrick Noerl, Jürgen Weiß und Sebastian Lemberger sowie Katharina Schneid (r.) von der Feuerwehr Riedmoos halfen Ludmilla Stiegelmeier nach dem Tod ihres Mannes. 

Retten, löschen, betreuen: So unterstützt die Feuerwehr die Witwe von einem Ex-Kameraden

  • vonAndreas Sachse
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Als ihr Manfred starb, war Ludmilla Stiegelmeier plötzlich alleine. Aber nicht lange. Die ehemaligen Kameraden ihres Mannes von der Feuerwehr Riedmoos ließen die 80-Jährige nicht hängen.

Unterschleißheim – Die eigenen Leute lässt die Feuerwehr Riedmoos nicht hängen. Das gilt auch für deren Angehörige. Trotz zweier Schlaganfälle hat sich die Feuerwehr-Witwe Ludmilla Stiegelmeier (80) nicht abhalten lassen, die Truppe bei allen erdenklichen Gelegenheiten zu verköstigen. Als die alte Dame selbst auf Hilfe angewiesen war, schlug die Stunde der Kameraden.

Uli Schneid, heute 62 und Vorsitzender des Feuerwehr-Vereins, war noch ein junger Mann, als Manfred Stiegelmeier zu den alten Hasen zählte. Nach einem Herzinfarkt gezwungen, kürzer zu treten, begann Stiegelmeier die Kameraden bei Veranstaltungen, Übungen und Versammlungen mit belegten Semmeln und Säften zu versorgen. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Ludmilla die Aufgabe, versorgte die Kameraden ihres Mannes, so lange sie konnte.

„Wir nennen das gelebte Tradition“

Feuerwehr-Witwen gehören in Riedmoos schon immer zur Truppe. Ob Ausflüge, Kameradschaftsabende oder Weihnachtsfeiern; die Damen sind immer dabei. „Wir nennen das gelebte Tradition“, sagt Schneid.

Der Vereinsvorsitzende kennt sich von Berufs wegen aus in der Betreuung. Als Krankenpfleger ist Schneid in einem Sanitätshaus beschäftigt, hat viel mit Senioren zu tun. Dass es Ludmilla Stigelmeier, vor sechs Jahren zum Ehrenmitglied ernannt, immer schlechter ging, tat ihm in der Seele weh. Die Witwe brauchte Hilfe, so viel stand fest. Schneid nahm die Sache in die Hand. Im Einvernehmen mit der 80-Jährigen kümmerte er sich um behördliche Betreuung, besorgte ihr einen Pflegeplatz. Doch dann kam die Corona-Pandemie. Alten- und Seniorenheime schlossen.

Kameradinnen sorge dafür, dass Witwe Lockdown übersteht

Mit zwei Kameradinnen versorgte Schneid die Witwe Stiegelmeier in deren Wohnung in Alt-Lohhof. „Wir kümmerten uns um den Haushalt, gingen für sie einkaufen.“ Sie sorgten dafür, dass die Witwe den Shutdown überstand. Inzwischen lebt Ludmilla Stiegelmeier im Haus am Valentinspark. „Sie ist gern dorthin gegangen“, sagt Schneidt. Den Umzug erledigten sechs Riedmooser Kameraden mit Feuerwehrauto und -hänger.

Als behördlicher Betreuer ist dieser Tage vom Amtsgericht Stefan Krimmer eingesetzt worden. Der CSU-Stadtrat, Mitglied im Feuerwehrverein, war der Witwe auf der Weihnachtsfeier der Feuerwehr begegnet. Er habe es bemerkenswert gefunden zu sehen, wie sich die Feuerwehr um die alte Dame kümmert. „Es tut gut zu wissen, dass sich die Kameraden auch um Angehörige aktiver Feuerwehrleute kümmern“, sagt er. „In einem Ausmaß, das über Weihnachtskarten weit hinaus geht.“

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