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Die S1 soll in Oberschleißheim nicht mehr für Stau sorgen.

S-Bahn-Tunnel für Oberschleißheim

Tunnel-Träume größer denn je

Oberschleißheim – Noch nie war der Tunnel so nah. Flughafen, Universität und das Landratsamt unterstützen Forderungen nach einer Verbesserung des Verkehrsflusses.

Landrat Christoph Göbel (CSU) sichert der Gemeinde seine Unterstützung zu. Auf einer Veranstaltung der Oberschleißheimer CSU ließ Göbel die Ortsvorsitzende und Zweite Bürgermeisterin, Angelika Kühlewein, wissen, dass Fallkonstellationen rund um den Tunnel „gar nicht so weit entfernt von realistischen Szenarien“ seien. Ob Tunnel, Trog oder einfach nur Tieflage – der Traum scheint reanimiert.

Noch im November hatte die Bürgerinitiative „BIT – Bahn im Tunnel“ massiv über den auf der S1 geplanten Airport-Express geklagt. Doch gerade die befürchteten „erheblichen Auswirkungen für Anliegergemeinden“ bescheren BIT den langersehnten Schub. Statt 40 bliebe die B471-Schranke durch den Express 50 Minuten geschlossen. Das will niemand.

Zudem hat BIT neuerdings wortmächtige Verstärkung an ihrer Seite: Mit der Tierärztlichen Fakultät verschlägt es 3000 Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität und 600 LMU-Mitarbeiter nach Oberschleißheim. Landrat Göbel, dessen Behörde ebenfalls zu den neuen BIT-Verbündeten zählt, rechnet mit noch stärkerem Andrang. Durchaus wohlwollend als „Wiesheu’s Rumpel-Express“ verballhornt, hätte der Flughafen-Zubringer das Potential, sich als „bedeutende regionale Chance“ zu erweisen. 

Eine vom Landkreis und der Gemeinde zu gleichen Teilen finanzierte Machbarkeitsstudie untersucht Varianten einer Bahn im Tunnel. Gegenüber der 2010 vom Freistaat initiierten Studie soll die aktuelle Untersuchung auch das Undenkbare denken. Göbel kann sich einen Oberschleißheimer Bahnhof vorstellen, der nicht nur über einen Anschluss in der Tiefe verfügt. Was spräche dagegen, die Station westwärts, Richtung Campus, zu verschieben? „Der Staat muss sich überlegen, wie er die Uni vernünftig erschließt“, meinte Göbel. Der gegenwärtige Halt sei zu weit entfernt. Und für zwei Bahnhöfe reicht das Fahrgastpotential nicht.

Zu den Kosten äußerte sich Göbel nicht konkret. Die Ermittlung ist Aufgabe der Machbarkeitsstudie. Bisher waren für eine Bahn-im-Tunnel-Version zwischen 35 und 90 Millionen Euro prognostiziert worden. Für einen in die Tiefe verlegten, westwärts verschobenen Bahnhof hatte Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) etwa 200 Millionen Euro veranschlagt.

Interessant für Oberschleißheim ist der von Göbel als „Delta“ bezeichnete Differenzbetrag zwischen Straßenunterführung und Bahn im Tunnel. Sollte sich die Unterführung weiterhin als preisgünstiger erweisen, wird die Gemeinde die Differenz wohl tragen müssen.

Was „Delta“-Kosten betrifft, bleibt der Landrat dennoch gelassen. Die Vorteile einer Bahn-im-Tunnel dürften ein noch so schmerzliches „Delta“-Loch im Schleißheimer Budget überwiegen, meint er. Was diesen Kampf betrifft, versprach der Landrat, mit der Gemeinde künftig an einem Strang zu ziehen.

Die CSU gutierte seine Worte mit Applaus. Göbel habe mit seinem Amtsantritt einen Paradigmenwechsel vollzogen, sagte Gemeinderat Peter Benthues (CSU). In Sachen Verkehr sei der Norden zuvor eher stiefmütterlich behandelt worden.

Andreas Sachse


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