ein-schotter-garten-als-vorgarten
+
Schottergärten sind künftig nur noch in einer Größe von zwei Quadratmetern erlaubt.

Nicht alles zuschütten: Gemeinderat für Bepflanzung

Oberschleißheim verbietet Schottergärten - Eigenheimbesitzer müssen „Beitrag zum Naturschutz leisten“

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
    schließen

Die Gemeinde Oberschleißheim ändert ihre Bebauungspläne: Eingearbeitet wird eine Klausel, die Schottergärten in Zukunft verbietet. Eine Möglichkeit bleibt noch.

Oberschleißheim – Straßen und Gebäude verdichten Oberschleißheim immer stärker. Darunter leiden Artenvielfalt und Naturschutz. Der Gemeinderat misst deshalb Privatgärten eine noch größere ökologische Bedeutung zu als bisher: Künftig ist es Hausbesitzern in der Gemeinde verboten, Schotter- und Kiesgärten anzulegen. Die Schotterflächen dürfen von nun an lediglich zwei Quadratmeter groß sein. Auch andere Gemeinden, wie beispielsweise Unterschleißheim, schließen Schottergärten aus.

„Gerade die privaten Gärten bieten für viele verschiedenen Arten einen Rückzugsraum und sind wichtig im ökologischen Gefüge“, heißt es in dem Antrag der Fraktion der Freien Wähler. Schottergärten würden aber keine Nahrung für Insekten und andere Tiere bieten. Auch Hausgärten müssen demnach ihren „Beitrag zum Naturschutz leisten“.

Terrassen und Freisitze sind vom Verbot ausgenommen

Die Rathausverwaltung merkt in dem Antrag zudem an, dass Bepflanzung, besonders mit Bäumen, Schatten spendet und die Luft reinigt. Schotter hingegen heize sich bei Sonneneinstrahlung auf und speichert die Wärme.

Nach dem Gemeinderatsbeschluss wird in allen neuen und geänderten Bebauungsplänen das Verbot von Schotter- und Kiesgärten eingearbeitet. Nur zwei Quadratmeter der Außenfläche darf künftig mit Schotter und Kies ausgestattet sein. Grundbesitzern sollen aber Möglichkeiten für einen pflegeleichten und ökologischen Hausgarten aufgezeigt werden. Terrassen und Freisitze sollen von dem Verbot ausgeschlossen sein. Details sind bisher nicht sicher geregelt, teilt die Rathausverwaltung mit.

Florian Spirkl (SPD) war in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats grundsätzlich gegen den Antrag. „Die bayerische Bauordnung ist ein guter Weg. Dabei sollten wir es belassen“, sagte er. Für die Grünenfraktion ging der Antrag nicht weit genug. Sie wollen eine Regelung, die auch die Umwandlung von naturnahen Gärten in Schottergärten auch bei bestehenden Bebauungsplänen untersagt.

Vorgärten sollen bepflanzt werden

Bürgermeister Markus Böck (CSU) hielt das Vorhaben grundsätzlich für eine gute Lösung. „Vorgärten sollen nicht komplett zugepflastert werden“, sagte Böck. Die Möglichkeit, zwei Quadratmeter der Fläche mit Schotter und Kies zu füllen, geben den Bürger „wenigstens ein bisschen Spielraum“.

Böck stimmte für den Antrag, so wie zwölf andere Gemeinderat. Die Abstimmung ging 13 zu neun aus.    mw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare