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Roland Schreiner (45) führt die Schreiner Group in dritter Generation. Das Familienunternehmen ist weltweit tätig und beschäftigt fast 1100 Mitarbeiter, gut 900 davon am Firmensitz in Oberschleißheim.

Mittelstands-Champion

Schreiner Group aus Oberschleißheim expandiert nach China

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Oberschleißheim - 160 Millionen Euro Umsatz, fast 1100 Mitarbeiter, Tendenz seit Jahren steigend: Die „Schreiner Group“ aus Oberschleißheim gehört zu jenen Firmen in der Region, die auf dem Weltmarkt mitmischen, die aber kaum jemand kennt. Jetzt wagt sich die Gruppe nach China.

Es dürfte hierzulande nur wenige Menschen geben, die noch nie mit den Produkten der Schreiner Group in Berührung gekommen sind. Auf jedem dritten Auto klebt eine Feinstaubplakette der Firma aus Oberschleißheim; dazu kommen die Rubbeletiketten zum Versand von Pin-Nummern, und auch beim Arzt oder im Krankenhaus ist die Firma präsent: Etwa mit ihrem Nadelschutzsystem für Spritzen, der sogenannten „Needle-Trap“.

Den Namen Schreiner sucht man auf all diesen Produkten jedoch vergeblich. Die Folge: Obwohl das Unternehmen mit seinen fast 1100 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 160 Millionen Euro ein Schwergewicht ist, kennen außerhalb von Oberschleißheim nur die wenigsten die Firma. Oder wie eine Mitarbeiterin erzählt: „Wenn ich sage, wo ich arbeite, dann heißt es schon mal: Du arbeitest in einer Schreinerei?“

Familienunternehmen in dritter Generation

„Ich selbst finde das ganz angenehm“, sagt Geschäftsführer Roland Schreiner, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt. Er könne sich frei bewegen, werde nirgendwo erkannt, und auch der Name Schreiner lasse niemanden aufhorchen. „Es gibt aber auch eine Kehrseite“, räumt der 45-Jährige ein: „Wenn wir in der Öffentlichkeit bekannter wären, dann wäre die Suche nach Mitarbeitern vielleicht einfacher.“

Seit 2010 um gut 50 Prozent gewachsen

Schließlich spüren sie auch bei der Schreiner Group den Fachkräftemangel, zumal die Firma allein seit 2010 um gut 50 Prozent gewachsen ist – bei den Mitarbeitern und beim Umsatz.

Wie rasant diese Entwicklung verläuft, zeigt sich auf dem Firmengelände in Oberschleißheim, wo gut 900 Beschäftigte arbeiten, 400 davon in der Produktion. So ist das Areal am Bruckmannring seit dem Umzug aus München 1993 stetig gewachsen: Aktuell befindet sich das sechste Gebäude im Bau, Nummer sieben ist bereits in Planung. 

Sprung nach China

Doch nicht nur in Oberschleißheim breitet sich das Unternehmen aus. 2008 wurde eine Produktionsstätte in den USA errichtet; und nun wagt sich die Firma – pünktlich zu ihrem 65. Geburtstag – nach China: Am 16. März eröffnet die Schreiner Group im Raum Shanghai eine Produktion.

Mit dem Schritt nach Fernost reagiere man auf die Nachfrage der Kunden, erklärt Roland Schreiner. „Für viele Global Player, mit denen wir arbeiten, ist es wichtig, dass man mit einer Produktion vor Ort ist. Und der Ruf aus China war am stärksten.“ Ohnehin sieht der Geschäftsführer in der Internationalisierung einen wichtigen Baustein in der künftigen Entwicklung der Firma. Dass die Produktion irgendwann mal komplett aus Oberschleißheim wegziehen werde, kann er sich aber nicht vorstellen. „Wir arbeiten mit unseren Produkten im Hightech-Bereich“, sagt Schreiner. „Da ist es extrem schwierig, das Knowhow aufzubauen.“

Geschenkeschrank im Chefbüro

Sich selbst sieht Roland Schreiner als Familienunternehmer im klassischen Sinne. Großen Wert lege er auf die Unternehmenskultur, die Schreiner mit den Worten „Geben und Nehmen“ umschreibt. Einerseits fordere er von den Mitarbeitern Professionalität und Engagement. Andererseits biete er „Top-Arbeitsbedingungen“ und verschiedene Extras. „Bei mir im Büro gibt’s zum Beispiel einen Geschenkeschrank“, erzählt Schreiner. „Jeder Mitarbeiter, der Geburtstag hat, darf vorbeikommen und sich ein Geschenk aussuchen."

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