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Sichtlich Freude hatten die Besucher beim Fest.

Starkbier-Anstich des Rad- und Sportvereins Schleißheim

Zehn Schläge: Bürgermeister sorgt für gute Laune

Oberschleißheim – Das Bier strömte - nur nicht ins Glas. Bürgermeister Kuchlbauer sorgte beim Starkbieranstich für Erheiterung. Und für nasse Gäste.

Es lief und lief und lief. In Strömen floss und spritzte das Starkbier – vorbei am Glas auf die Bühne und machte Zuschauer wie Helfer nass. Schuld war ein Missgeschick von Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW). Zehn satte Schläge benötigte der Bürgermeister beim Starkbieranstich des „Rad- und Sportvereins Schleißheim“ (RSV), bis der Zapfhahn halbwegs gerade ins Fass getrieben war.

Veranstaltungsleiter Adrian Siegwardt und Vize Björn Böhlke war das sehnlichst erwartete „O’zapft is“ mehrfach im Halse stecken geblieben. Während dem Bürgermeister ein Maßkrug nach dem nächsten gereicht wurde, um das mit Hochdruck am schief sitzenden Zapfhahn vorbeilaufende Starkbier aufzufangen, freute sich das Publikum über diese Szenen und lachte herzlich. „Reicht ihm endlich jemand einen 30-Liter-Krug“, rief Siegwardt. Für Kuchlbauer jedenfalls, der in Tracht und Schürze angetreten war, stand am Ende fest: „Der pseudomäßige Zapfhahn war schuld."

Und so sorgte der Bürgermeister für einen amüsanten Auftakt eines amüsanten Abends. Denn zu sehen bekamen die zahlreichen Gäste ein „Best of 20ies“. Zum 20. Geburtstag des Starkbierfests erfreute der RSV sein Publikum mit einem vierstündigen Mix der beliebtesten Sketche.

Ob das famose „Bauernballett“ – sieben Kerle in zünftiger Tracht mit grimmigen Gesichtern und zartroten Wangen – , „Kohlöffelbeat“, „Linie 8“ oder der „Holzschuhtanz“: Die Darsteller hatten die Zuschauer von Beginn an auf ihrer Seite. Selbst zehn Minuten und länger dauernde Pausen zwischen den Stücken, in denen RSV-Aktive das Bühnenbild umgestalteten, ließen die Stimmung nicht sinken. Die Blaskapelle Oberschleißheim und das Trio „Flottn3er“ aus Dachau brachten die vielen Besucher im ausverkauften Großen Saal im Bürgerhaus von der ersten Minute an zum Schunkeln.

Derbe Scherze, herzhaftes Bier, deftige Brotzeit. Dafür ist das Starkbierfest in Oberschleißheim, das der RSV seit zwei Jahrzehnten veranstaltet, bekannt. Der Verein enttäuschte seine Fans auch im Geburtstagsjahr nicht. Seit Jahresbeginn bereiteten der RSV-Vorstand und freiwillige Helfer das Fest vor. Jedes der insgesamt zehn Bühnenstücke spielte vor einer eigenen Kulisse. Versatzstücke wie das auf Leinwand gemalte Schleißheimer Schloss wurden mehrfach verwendet. „Dennoch steckt da sehr viel Arbeit drin“, erzählte RSV-Sprecher Dietmar Pathe.

Wichtig war Pathe auch, die Männer der ersten Stunde zu erwähnen. Als solcher begründete Rudi Mayr das RSV-Starkbierfest vor 20 Jahren. Inzwischen hat sich der jahrelang als Veranstaltungsleiter tätige Senior aus dem aktiven Vereinsleben zurückgezogen. „Das Fest lässt er sich aber niemals entgehen.“ Sein letztes Fest als Aktiver genoss heuer Vorsitzender Gerhard Böhm, der die Zuschauer am frühen Abend im Bürgerhaus begrüßt hatte. Denn Böhm zieht es demnächst zurück in seine Heimat, die Oberpfalz.

Andreas Sachse

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