Die Pilotin Melli Beese.
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Die Pilotin Melli Beese.
Thea Rasche im Jahr 1926 vor einer Maschine des Typs Udet Flamingo. 1925 erlangte sie als erste Frau den Kunstflugschein.
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Thea Rasche im Jahr 1926 vor einer Maschine des Typs Udet Flamingo. 1925 erlangte sie als erste Frau den Kunstflugschein.
Die ersten von der Lufthansa ausgebildeten Pilotinnen: Evi Hetzmannseder (links) und Nicole Lisy, beide 1990 zu Kapitäninnen befördert.
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Die ersten von der Lufthansa ausgebildeten Pilotinnen: Evi Hetzmannseder (links) und Nicole Lisy, beide 1990 zu Kapitäninnen befördert.

Flugwerft Schleißheim

Tollkühne Frauen in ihren fliegenden Kisten

„Eher wird eine Frau Boxweltmeister im Schwergewicht als Kapitän bei der Deutschen Lufthansa.“ Dieser Ausspruch aus den 1960er-Jahren wird Alfred Vermaaten zugeschrieben, dem langjährigen Leiter der Lufthansa Verkehrsfliegerschule.

Oberschleißheim – Sein Satz sagt viel aus über den damaligen Zeitgeist, ist inzwischen aber bekanntlich überholt: 1988 trat Evi Hetzmannseder als erste Pilotin ihren Dienst bei der Lufthansa an; zwei Jahre später wurden sie und Nicola Lisy zu Kapitäninnen befördert.

Diesen Pionierinnen zum Trotz ist die Fliegerei fast zwei Jahrzehnte später weiterhin eine Männerdomäne: Gerade mal sechs Prozent der Lufthansa-Piloten sind weiblich; weltweit liegt der Anteil der Pilotinnen in der kommerziellen Luftfahrt gar bei unter fünf Prozent.

Dabei gibt es einige Frauen, die schon vor hundert Jahren am Flugzeug-Steuer gesessen sind – gegen alle Widerstände. Ihnen ist eine Ausstellung gewidmet, die bis zum 21. Mai in der Flugwerft Schleißheim zu sehen ist. Ihr Titel: „Fliegen zwischen Traum und Wirklichkeit: Weibliche Piloten in der Geschichte der Luftfahrt.“

Generaldirektor hätte sich anderen Titel gewünscht

Er selbst hätte der Schau gerne eine andere Überschrift verpasst, sagte Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums, bei der Eröffnung. Nämlich: „Tollkühne Frauen in ihren fliegenden Kisten“. Doch von Pilotinnen sei im Jahr 1965 noch keine Rede gewesen, als der fast gleichnamige Spielfilm über die tollkühnen Männer gedreht wurde, so Heckl. Wobei die Ausstellung sogar noch weiter zurückblickt – zu den Pilotinnen Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie Thea Rasche, die 1925 als erste Frau den Kunstflugschein erlangte, Elly Beinhorn, die durch ihre Flüge nach Afrika und ihre Weltumrundung bekannt wurde, und Hanna Reitsch, die zig Rekorde erflog und später für die Deutsche Luftwaffe Bomber und Jagdflieger erprobte.

Außergewöhnliche Frauen

Die Biografien dieser außergewöhnlichen Frauen stehen im Vordergrund der Texte, Bilder und Hörstationen der Ausstellung – jedoch sei es ihr auch um einen zweiten Aspekt gegangen, sagte Kuratorin Maria Hermes-Wladarsch. Und zwar um die „Rahmenbedingungen des Traums vom Fliegen“, also den gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Problemen, mit denen die Pilotinnen damals zu kämpfen hatten. Das fange an bei der Frage der richtigen Kleidung und reiche bis zur Finanzierung des teuren Flugscheins. „Frauen konnten die hohen Kosten oft nur mit Hilfe ihrer Eltern oder ihrer Ehemänner tragen“, berichtete Maria Hermes-Wladarsch.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg, wirft aber auch einen kurzen Blick auf die Gegenwart, in der es zwar inzwischen eine Barbie-Figur als Pilotin gibt, Frauen in der Luftfahrt aber weiterhin stark unterrepräsentiert sind. „Die Ausstellung passt gut zur aktuellen Entwicklung, die sich unter dem Begriff Gender-Mainstreaming zusammenfassen lässt“, befand Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer – wohl wissend, dass sich auch am Ort des Geschehens die Geschlechter nicht auf Augenhöhe begegnen. Von den Facebook-Fans der Flugwerft sind 75 Prozent männlich.

Öffnungszeiten

Flugwerft Schleißheim Effnerstraße 18, Oberschleißheim: täglich von 9 bis 17 Uhr; am heutigen Faschingsdienstag ist aber geschlossen; ebenso am 14. April (Karfreitag) und 1. Mai.

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