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Der alte Bahnhof ist verkauft.

Zuschlag für Immobiliengesellschaft

Verein enttäuscht: Alter Bahnhof Oberschleißheim verkauft

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Aus und vorbei: Der Traum vom Kulturtreff ist geplatzt. Die Bahn hat den alten Bahnhof Oberschleißheim verkauft. Sie muss sich schwere Vorwürfe anhören.

Oberschleißheim – Der alte Bahnhof Oberschleißheim ist verkauft. Neuer Eigentümer ist eine Immobiliengesellschaft. Damit haben sich die großen Hoffnungen, das Gebäude als Kulturtreff zu nutzen, endgültig zerschlagen.

Detaillierte Informationen zu Kaufpreis und Käufer gibt es nicht. Es soll sich um eine Gesellschaft handeln, die nicht in der Gemeinde sitzt und die der Bahn ein Angebot zwischen 100 000 und 200 000 Euro machte. Vabosh, der Verein, der im Oktober 2014 zum Erhalt des „Verrückten alten Bahnhofs Oberschleißheim“ gegründet wurde, ist ebenso enttäuscht wie die Gemeinde.

Die Vabosh-Vertreter sind enttäuscht.

Die Enttäuschung dürfte um so größer sein, da sich eine Bieter-Partei aus Freunden und Unterstützern des alten Bahnhofs formiert hatte und mit beträchtlichen Mitteln um den Zuschlag kämpfte. Der in dem Zusammenhang genannte siebenstellige Betrag hätte genügen müssen, um sich durchzusetzen. So die Hoffnungen des Vereins.

Gewerbliche Nutzung wahrscheinlich

Am Montagabend verbreiteten sich dann aber in Oberschleißheim erste Gerüchte, wonach der Bahnhof verkauft, die Gemeinde aber leer ausgegangen sei. Gestern Vormittag bestätigte sich die Nachricht. Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) geht davon aus, dass der neue Eigentümer das nicht übermäßig große, dafür zentral gelegene Grundstück wohl gewerblich nutzen wird. Für Wohnungen eignet sich das Areal unweit der Schiene seiner Meinung nach nicht. Dass eine Immobiliengesellschaft Grundstück und Gebäude erwarb, zeigt, wie überhitzt der Markt im Münchner Norden ist.

Im Oktober war der Bahnhof erstmals an einen namentlich nicht bekannten Meistbietenden verkauft worden. Nach Intervention des Bürgermeisters setzte die DB Immobilien Region Süd das Verfahren vorübergehend aus. Der Sinn bleibt ein Rätsel. Denn neue Gebote wurden nicht zugelassen.

„Wir hatten keine Chance“

„Wir hatten keine Chance“, sagte Kuchlbauer damals. 10 000 Euro hatte die Gemeinde zur Verfügung. Auch mit weiteren Mitteln aus dem Vabosh-Umfeld, so genannten zweckgebundenen Spenden, hätte es nicht für den Zuschlag gereicht.

Statt mit Geldhatte die Gemeinde versucht, mit dem Konzept für den alten Bahnhof zu punkten: Aus ihm sollte eine Bürgerbegegnungsstätte mit kulturellem Angebot, Gastronomie und Ausstellungsräumen werden. Die Hoffnung, die Bahn würde das Vabosh-Konzept in die Entscheidung einbeziehen, zerschlug sich. „Das Gesamtpaket muss passen“, kommentierte Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp den Verkauf. Letztlich sei das wirtschaftlichste Gebot zum Tragen gekommen. Es handele sich um ein normales Immobiliengeschäft, mehr gebe es nicht zu sagen.

„Man muss sich schämen, Eisenbahnfreund zu sein“

Vabosh-Vize Walter Klar ist sehr enttäuscht – und sauer: „Die Bahn hat sich an praktisch keine Absprache gehalten. Wie oft mir am Telefon schon Sachen versprochen wurden.“ Auch Vabosh-Chef Andreas Hofmann reagiert enttäuscht: „Die ganze Arbeit umsonst.“ Jahrelang habe man der Bahn die Hand gereicht, um nun am ausgestreckten Arm zu verhungern. „Man muss sich schämen, Eisenbahnfreund zu sein“, schiebt Hofmann ernüchtert nach. „Ich bin zutiefst traurig.“

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