Oberschleißheim: Überlegungen für ein Gründerzentrum

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Oberschleißheim ist vor allem als Schlössergemeinde bekannt. Das könnte sich bald ändern.

Oberschleißheim – Als nächstes Gründerzentrum im Landkreis bietet sich tatsächlich Oberschleißheim an. Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) träumt von einem Campus mit Weltruf, vergleichbar dem IZB in Martinsried. Das Innovations- und Gründerzentrum dort legt den Fokus auf Biotechnologie.

Mögliche Partner eines künftigen Technologie- und Gründerzentrums in Oberschleißheim, wie der Landkreis, die LMU und die Gemeinde selbst, senden positive Signale aus: Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) blickt mit Interesse auf eine mögliche Aufwertung des Standorts durch hochwertige Unternehmensgründungen, so genannte Start-Ups, in direkter Nachbarschaft zum LMU-Campus und dem im Süden der Gemeinde ebenfalls geplanten Gewerbegebiet: „Oberschleißheim würde das sicher gut tun.“

Der Leiter der Liegenschaftsabteilung der LMU, Matthias Fahrmeir, bestätigt das Interesse der Universität an einem Ausbau des Campus. Gegenwärtig zieht die LMU mit der Tierärztlichen Fakultät von München nach Oberschleißheim um. Direkt im Süden, an den Campus anschließend, wäre Platz für ein Gründerzentrum. Fahrmeir sieht eine große Chance für eine enge Verzahnung von Forschung und Lehre mit künftigen Start-Ups.

Dass Landrat Christoph Göbel (CSU) unlängst im Kreisausschuss des Landkreises von einem Gründerzentrum mit pharmazeutisch-medizinischem Hintergrund in Oberschleißheim sprach, passt der LMU gut ins Konzept. Start-Ups sollten sich nach Möglichkeit aber thematisch mit dem Campus der Tierärztlichen Fakultät auf einen Nenner bringen lassen.

Fahrmeir verwies auf das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) Martinsried, wo Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft beispielhaft vernetzt seien. Unter derart günstigen Voraussetzungen habe sich in Martinsried ein „Campus mit Weltrenommee“ entwickeln können: „Wir würden es begrüßen, wenn die Entwicklung in Oberschleißheim ähnlich verläuft.“ Bei dieser Gelegenheit betonte Fahrmeir auch, wie wichtig es der LMU sei, diesen Weg in Abstimmung mit der Gemeinde zu gehen. So teile man die Ansicht, dass in einem künftigen Gewerbegebiet in Nachbarschaft zu LMU und Gründerzentrum nur hochwertiges Gewerbe angesiedelt werden sollte und keine missions- und lärmbelasteten Betriebe aus dem Logistikbereich.

Der in Bezug auf Gewerbesteuern traditionell klammen Gemeinde kämen zusätzliche Einnahmen und das mit hochwertigem Gewerbe und einem Gründerzentrum verbundene Renommee gerade recht. Die in der Folge zu erwartende Ansiedlung von Zulieferbetrieben verspricht zusätzliche Einnahmen.

Gedankenspiele über ein Gründerzentrum in Oberschleißheim sind nicht neu. Im Oktober 2016 hatte ein LMU-Vertreter entsprechende Pläne vor dem Gemeinderat ausgebreitet. Wird es gebaut, befindet es sich in guter Gesellschaft: Gründerzentren gibt es mit dem „gate“ in Garching, dem „StartPoint“ in Brunnthal und dem früheren „b-neun“ in Unterföhring dem heutigen „WERK1“ in München bereits einige. Weitere sind zudem auf den Weg gebracht, so in Unterschleißheim und Taufkirchen.

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