Hänsel und Gretel nennt das Tierheim die beiden.

Wer tut so etwas?

Im Wald ausgesetzt: Kaninchen beinahe in Kiste erfroren

Oberschleißheim - Der Umzugskarton mit der grünen Schrift stand mitten im Wald. Und wackelte. Glücklicherweise. Denn darin befand sich ein Kaninchen-Pärchen.

Spaziergänger fanden am Freitagvormittag im Wald bei Oberschleißheim zwei ausgesetzte Kaninchen. Wie lange die beiden dort schon im Schnee standen, ist nicht bekannt. Die nächsten Stunden im scharfen Frost hätten Hänsel und Gretel - so wurde das Pärchen im Tierheim getauft - vermutlich nicht mehr überlebt.

Anruf genügt: Wer möchte die Kaninchen haben?

In dem Karton lag lediglich eine alte braune Decke, in die sich die beiden schutzsuchend verkrochen hatten. Ganz eng aneinandergekuschelt gaben sich Hänsel und Gretel noch ein bisschen Wärme, die ihnen vermutlich das Leben rettete.

Die beiden zitterten bereits vor Kälte und Angst. Die Spaziergänger brachten die beiden samt Karton sofort ins Münchner Tierheim, wo man sich über die Herzlosigkeit der ehemaligen Besitzer nur wundern kann: „Da war es jemandem scheinbar völlig egal, dass die beiden da langsam erfrieren. Sonst hätte man sie doch an einem belebteren Platz ausgesetzt, an dem sie schnell gefunden worden wären,“ empörte sich die Sprecherin des Tierschutzvereins, Judith Brettmeister.

„Man hätte die Tiere auch uns bringen können. Wir machen niemandem Vorwürfe, der aus welchen Gründen auch immer ein Tier nicht mehr behalten kann“, sagt Brettmeister.

Die beiden Widder-Kaninchen haben ihr Kisten-Abenteuer äußerlich unverletzt überstanden, fressen gut und haben sich in der großen Kaninchen-Familie des Tierheims schnell eingelebt. Das jedoch soll kein Dauerzustand werden. Nach dem notwendigen Tierarztcheck und weiteren 14 Tagen der vorgeschriebenen Wartefrist für Fundtiere sollen Hänsel und Gretel schon bald in liebevolle Hände weitervermittelt werden.

Wer sich für das hübsche Pärchen interessiert kann sich schon jetzt unter der Rufnummer Tel. 089/92 10 00 53 melden. dop

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