Oberschleißheim wehrt sich gegen Mobilfunkantenne

Oberschleißheim - Die Gemeinde Oberschleißheim wehrt sich weiter gegen eine Mobilfunkantenne auf dem zweistöckigen Wohnhaus an der Haselsbergerstraße 7. Das hat der Ferienausschuss des Gemeinderats einstimmig entschieden.

Bereits vor elf Jahren hatte Oberschleißheim der Telekom untersagt, auf dem Haus eine Mobilfunkantenne aufzustellen. Das Landratsamt stellte sich quer, kassierte den Beschluss. Das Rathaus befürchtet daher, erneut gegen Wände zu laufen. Der neue Anbieter, die Telefonica Germany, wird wohl versuchen, das Veto Oberschleißheims mit Hilfe des Landratsamts erneut zu umgehen. Der Gemeinde blieben die Hände gebunden.

Ob 2004 oder 2015 - der Sachverhalt ist identisch. Wie seinerzeit die Telekom beharrt Telefonica darauf, dass die Antenne zur „Abdeckung des anfallenden Gesprächsaufkommens und zur Schließung der Versorgungslücke“ im Bereich Haselsbergerstraße notwendig sei. Wie schon 2004 widerspricht die Gemeinde: Telefonica verfüge über Sendeanlagen im Berglwald und auf Hochhäusern entlang der Staatsstraße 2342. Mitbewerbern des Unternehmens gelingt es scheinbar problemlos, mit einem nahezu identischen Equipment die Gemeinde komplett zu versorgen. Die Fraktionen teilen die Ansicht des Rathauses, das von Telefonica behauptete, öffentliche Interesse an der Antenne in der Haselsbergerstraße aus dem Grund nicht nachzuvollziehen.

Auch aus städtebaulichen Gründen mag SPD-Sprecher Florian Spirkl die Antenne in dem Wohngebiet nicht haben. In beispielloser Weise füge sich die Antenne nicht in die nähere Umgebung ein, heißt es in dem einstimmigen Ablehnungsbeschluss der Gemeinderäte. Selbst wenn das Landratsamt den Beschluss widerrufen sollte - die Fraktionen halten an ihrem Veto „als Signal gegen Mobilfunkanbieter“ fest.

Seit 2014 stehen Handys als potentielle Krebsverursacher in der Liste der Weltgesundheitsorganisation. Peter Benthues (CSU) sieht nicht ein, dass die Antenne ausgerechnet an dem sensiblen Ort aufgestellt werden soll: „Kindergarten und Schule sind nicht weit. Das muss doch eine Rolle spielen!“

Nach Ansicht der Gemeinde ist die Antenne nicht nur unnötig, um Oberschleißheim zu versorgen. Wegen der geringen Höhe - 5,34 Meter über Dachfirst - sei das Wohngebiet Haselsberger-/Hofkurat-Diehl-Straße vom Elektrosmog besonders betroffen. Gerade weil die Antenne so klein ist, kann sich die Strahlung nicht über eine größere Fläche verteilen. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Strahlenbelastung unter gesetzlichen Grenzwerten liegt. an

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