Oscar-Erfolg mit Ottobrunner Hilfe

Ottobrunn - Der Film „Slumdog Millionaire“ hat jetzt unter anderem den Oscar für die beste Kamera erhalten. Die Technik zum Hollywood-Erfolg kommt aus Ottobrunn.

Bei der Oscar-Verleihung brachten es die Moderatoren auf den Punkt. Sie erklärten scherzhaft, dass das meiste Filmmaterial von "Slumdog Millionaire“ mit einem "Cellphone“, also einem Handy, aufgezeichnet wurde. Tatsächlich ermöglichte ein winziger Kamerakopf der Ottobrunner Firma "P+S Technik“ überraschend authentische Aufnahmen in den Straßen der indischen Stadt Mumbai. Er ist etwa so groß wie zwei Zigarettenschachteln und leichter als ein Profi-Fotoapparat. Dass die britisch-amerikanische Koproduktion von "Slumdog Millionaire“ jetzt einen Oscar für die beste Kamera bekommen hat, ist also auch ein Verdienst der Ottobrunner Techniker.

Geschäftsführer Alfred Piffl erfuhr gestern Früh in den Räumen seiner Firma "P+S Technik“ von dem großen Erfolg in Hollywood. In insgesamt zehn Kategorien war der Film nominiert, in acht Sparten erhielt er einen Oscar. "Sehr viele Anfragen zu dem Kamerasystem SI-2K haben wir bereits nach den Nominierungen bekommen“, sagt Piffl. Er ist überzeugt, dass sich mit der Auszeichnung nun auch die digitale Technik im Filmgeschäft durchsetzen wird. Sie ermöglicht nicht nur eine rasche Postproduktion, sondern auch die Dreharbeiten unter schwierigen Bedingungen. Für die Firma "Nike“ etwa installierten die Techniker den Kamerakopf am Körper eines Basketball-Spielers, dessen Bewegungen aus der Subjektive, also der Perspektive des Sportlers, aufgenommen wurden. Für "Slumdog Millionaire“ eignete sich der Mini-Kamerakopf, weil er sich problemlos verstecken lässt. Auf diese Weise wussten nur Filmcrew und Schauspieler, dass gedreht wird. Die Menschen in den Straßen Mumbais bemerkten davon nichts. Während "P+S“-Chef Piffl die Oscar-Verleihung in der Nacht aufnahm, verfolgten einige Kollegen das Spektakel live am Fernsehgerät. Umso größer war der Jubel gestern in den Ottobrunner Geschäftsräumen. "Wir haben uns alle riesig gefreut“, sagt Piffl und gesteht, dass er bislang nur den Trailer von "Slumdog Millionaire“ kennt. Zur Feier des Tages orderte er aber nun Kinokarten für seine rund 50 Mitarbeiter im Büro an der Siemensstraße. "Wir gehen alle gemeinsam ins Kino und schauen uns den Film an. Er soll ja sehr anrührend sein.“

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