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Ein kostbarer Becher in Form eines Setters.

Historie

Neues im König-Otto-Museum

Ottobrunn - Gleich mit drei erfreulichen Überraschungen konnte Professor Jan Murken beim Museumstag im Wolf-Ferrari-Haus aufwarten.

Einen historischen Akzent setzte Professor Hermann Rumschöttel. Er hatte die Protokolle des Bayerischen Regentschaftsrates durchstöbert, der vor König Ottos Volljährigkeit drei Jahre lang die Geschicke Griechenlands gelenkt hatten. Diese Texte hatte Murken schon vor einiger Zeit mit Hilfe des Förderkreises und der Staatlichen Archive Bayerns erwerben können. Professor Rumschöttel berichtete nun, was er bei der Einarbeitung in den Inhalt der alten Scharteken zu Tage gefördert hatte.

Die Geschichte eines seltenen Armbandes erzählte Kunsthistorikerin Daniela Thiel. Das Armband ist besetzt mit griechischen Motiven aus der Zeit des Freiheitskampfes – in Mini-Mosaik-Technik erarbeitet. Frau Thiel wies nun nach, wie und warum Künstler, die vorher die gewaltigen Deckenmosaiken im Petersdom geschaffen hatten, statt Gigantkunstwerken nun plötzlich Minischmuck in der gleichen Technik herstellten und wie es ihnen gelang, auf einem Quadratzentimeter bis zu tausend winzige Schmucksteine zum Glitzern zu bringen.

 Den letzten Auftritt des Abends hatte ein Hund, aber der hatte es in sich. Herbert Speckner, Historiker und Journalist, konnte die Geschichte dieses Hundes spannend erzählen, denn er hatte ihn selber aufgestöbert, und seiner engen Zusammenarbeit mit einem britischen Diplomaten ist es zu verdanken, dass besagter Hund ins Otto-Museum Einzug halten konnte. Eigentlich ist es gar kein Hund, sondern ein kostbarer Becher in Form eines Setters. Einen echten Setter, lebendig, hatte vor knapp 150 Jahren der britische Botschafter am Hofe in München König Otto als Abschiedsgeschenk vermacht, als er 1866 in die Schweiz versetzt wurde. König und Diplomat waren nämlich eine Zeitlang zusammen Jagdfreunde gewesen. Otto revanchierte sich mit einem Silberbecher in Hundeform, einem Sturzbecher, aus dem damals eine Jagdgesellschaft gemeinsam einen Trunk zu nehmen pflegte.

 Ein Nachfahr des Botschafters, der Diplomat Andrew Graham Bonar, hatte vor neun Jahren das König-Otto-Museum besucht und von diesem Becher erzähl. So wurde Speckner darauf aufmerksam und erarbeitete nach und nach alle historischen Hintergründe. Das Happy End: In einem hochherzigen Entschluss schenkte Mr. Bonar seinen Hund dem Otto-Museum, in dem er einen Ehrenplatz erhalten wird. (mm)

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