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Diesen Moment werden die Ottobrunner Absolventen ihr Leben lang in Erinnerung behalten.

Abi in Ottobrunn

Feier mit Seltenheitswert

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Den besten Abschnitt in der Geschichte des Gymnasiums Ottobrunn hat jetzt Schuldirektor Achim Lebert verkündet: Die 106 glücklichen Abiturienten erreichten einen Durchschnittswert von 2,19. Sechs von zwölf schafften die Nachprüfung.

Ottobrunn – Eines versprach der Direktor dem stellvertretenden Zweckverbandsvorsitzenden, Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer, gleich zu Anfang: dass er alle Seitenhiebe auf eventuelle bauliche Probleme oder unangenehme Eventualitäten unterlassen werde. Denn er habe ohnehin den Überblick verloren, „auch wenn es jetzt etwas weniger als 2500 Baumängel sein dürften“.

Stattdessen wollte sich Achim Lebert lieber auf die Stars des Abends fokussieren, auf diesen kleinen Jahrgang, fast den kleinsten, den diese Schule je gesehen hat. Aber mit Seltenheitswert, was die Qualität angeht. Und er erinnerte sich an den Beginn vor acht Jahren, als gerade „Silbermond“ im Radio eine Monopolstellung hatte mit dem Ohrwurm „Irgendwas bleibt“ und seinem Text: „Gib mir mir einfach nur’n bisschen Halt. Hol mich aus dieser schnellen Zeit.“ Die damaligen Fünftklässler werden sich erinnern. Aber genau dieses Versprechen erfüllte sich ganz und gar nicht, wie der Schulleiter schlüssig ausführte. Stattdessen hagelte es an der Medienschule Aus- und Umzüge, Lehrerwechsel brachten Unruhe hinein, während auf den Schulfluren Freundschaften geschlossen wurden und die digitale Robotics als Gefahren vor der eigenen beruflichen Zukunft in der Ferne auftauchten.

Da braucht es eine gut gefüllten Rucksack voller Selbstbewusstsein und Allgemeinbildung, auch vor dem Hintergrund einer unsicheren politischen Landschaft. Die Zeitgeschichte hat auch Alexandra Herfurtner bemüht, als sie sich an einen Vortrag des CSU-Sicherheitsexperten Florian Hahn vor eineinhalb Jahren erinnerte, als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt erreicht hatte und viele Eltern sich Sorgen machten. Er redete nicht um den heißen Brei herum und warnte angesichts der Bevölkerungsexplosion auf dem afrikanischen Kontinent davor, die Herausforderung der Migration nicht zu unterschätzen. Auf die Frage der Elternbeirätin, wie sie ihr Kind darauf vorbereiten solle, hatte er eine Antwort parat: „Das Wichtigste ist gute Bildung.“

Und die sprudelt aus dem Abi-Jahrgang aus allen Poren mit Preisen und Exzellenz-Zertifizierungen. Den Sektkorken ließ Katharina Grünwald sinnbildlich knallen, als sie Chopins Fantaise Impromptu perlen ließ und mit der Auswahl feinfühlig den Ton dieser Abifeier traf, die zwischen überschwänglicher Euphorie, Erleichterung und romantischer Zukunftssehnsucht changierte. Zurück zu den Wurzeln des Dadaismus haben sich die Paul Ferrel und Amira Krupinski in ihrer Abi-Rede begeben mit einem Gedicht von Hugo Ball, der die Lust an der Sprache mit vorvernünftigen Worten zum Klingen bringt. Damit trafen sie ebeno den Nerv wie auch mit Anspielungen auf den Schulalltag, die in dem Fazit gipfelte, dass „uns die Schule jetzt rausschmeißt“. Neu auch die Erkenntnis, dass man sein Abi schaffen kann, wenn man einen Tag davor zu lernen beginnt. Dass die Schüler ohne die „Q12 Gruppe auf What’sApp“ nie von der Abifeier etwas mitbekommen hätten, gehört ebenso zur Kategorie des Understatement. Zumindest blieben die Smartphone bei der Feier zuverlässig aus. Denn das sind die Ottobrunner ganz gewiss: stilsicher.

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