Die alte Geisterbrücke ist weg, doch es bleibt ein fünf Meter breiter Durchschlupf unter der A 99. Johannes Bußjäger, Feuerwehrkommandant und Gemeinderat, ärgert sich, dass auch Landwirte und Feuerwehr nicht durchfahren dürfen.
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Die alte Geisterbrücke ist weg, doch es bleibt ein fünf Meter breiter Durchschlupf unter der A 99. Johannes Bußjäger, Feuerwehrkommandant und Gemeinderat, ärgert sich, dass auch Landwirte und Feuerwehr nicht durchfahren dürfen.
Die alte Geisterbrücke ist weg, doch es bleibt ein fünf Meter breiter Durchschlupf unter der A 99. Johannes Bußjäger, Feuerwehrkommandant und Gemeinderat, ärgert sich, dass auch Landwirte und Feuerwehr nicht durchfahren dürfen.
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Die alte Geisterbrücke ist weg, doch es bleibt ein fünf Meter breiter Durchschlupf unter der A 99. Johannes Bußjäger, Feuerwehrkommandant und Gemeinderat, ärgert sich, dass auch Landwirte und Feuerwehr nicht durchfahren dürfen.

Landwirte sauer

5,5-Millionen-Euro-Tunnel nur für Wildtiere

Für 5,5 Millionen Euro hat die Autobahndirektion Südbayern unter der A 99, auf Höhe von Grasbrunn, eine Unterquerung gebaut. Benutzen dürfen sie aber in wenigen Wochen, wenn sie fertiggestellt ist, nur Fußgänger – und vor allem Wildtiere;

Grasbrunn  - Igel, Eidechsen, Feldhasen, Rotfüchse, Steinmarder und diverse Fledermausarten dürfen durch. Fußgänger auch. Fahrzeuge aber könnten die Viecherl stören, argumentiert die Autobahndirektion. Darüber sind die Landwirte und auch die Freiwillige Feuerwehr Grasbrunn sauer.

„Da kann ich wirklich nur den Kopf schütteln“, ärgert sich Gemeinderat Hannes Bußjäger (FW), zugleich Kommandant der Grasbrunnr Feuerwehr. Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) hatte im Gemeinderat gerade die Antwort der Autobahndirektion Südbayern verlesen, dass die Unterquerung der Autobahn A 99 nur für Wildtiere und Fußgänger dienen soll. „Wir leben seit 1973 mit der Autobahn, die unsere Wälder durchschneidet. Jetzt dürfen wir nicht mehr mit unseren Traktoren auf dem kürzesten Weg unten durch“, schimpfte Bußjäger. Selbst die Freiwillige Feuerwehr Grasbrunn darf nicht über den Waldweg und unter der Autobahn durchfahren. Sie muss vier Kilometer Umweg in kauf nehmen.

Geisterbrücke aus den 70er-Jahren

Der Ärger hat eine lange Vorgeschichte. Im Jahr 1969 wurde beschlossen, die „Entlastungsautobahn“ A 87 von München nach Rosenheim zu bauen, um so die Stadt München von Dauerstaus zu entlasten. Um von der A 99 auf die in Planung befindliche A 87 abzubiegen, wurde bei Grasbrunn ein mächtiges Brückenbauwerk an der A 99 errichtet. Da aber diese A 87 schon Mitte der 1970er-Jahre ad acta gelegt wurde, stand die Geisterbrücke über 40 Jahre sinnlos da, wurde nie genutzt und baufällig. Sie überspannt einen zehn Meter tiefen Graben zwischen Äckern und Wäldern.

Wer den Weg unter der Brücke allerdings intensiv nutzt, das sind die Wildtiere zur Querung der Autobahn. Ein ersatzloser Abriss war daher aus Naturschutzgründen nicht möglich, der Lebensraum der Wildtiere muss unbedingt erhalten bleiben. „Auch wir Forstwirte haben die Unterführung benutzt, kamen zum Holzrücken auf dem kürzesten Weg in unsere Wälder und wieder zurück. Und für die Feuerwehr war das Bauwerk ebenso hilfreich, wir kamen schnell auf die andere Seite der Autobahn bei einem Unfall und konnten dort mit einem Spezialschlüssel ein Tor für uns öffnen“, berichtet Johannes Bußjäger.

Altes Bauwerk abgerissen

Jetzt wurde das alte, große Bauwerk abgerissen und für 5,5 Millionen Euro Gesamtkosten ein neues errichtet, nicht mehr wie vorher 70 Meter, sondern nur noch etwa fünf Meter breit, ohne echte Zufahrt – eben speziell für Wildtiere ausgelegt. Die Arbeiten sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

Bußjäger stellte im Gemeinderat Grasbrunn dennoch den Antrag, dass Landwirte mit Traktoren sowie die Feuerwehr im Notfall durchfahren dürfen. Bürgermeister Klaus Korneder hat da wenig Hoffnung. „Die Autobahndirektion hat uns mitgeteilt, dass Wildtiere durch Fahrzeuge jeglicher Art gestört würden und daher nur Fußgänger die Querung benutzen dürfen“, sagte er. „Die haben jetzt eben wirklich etwas nur für Tiere gebaut, das wird von denen aber nur angenommen, wenn sie da ihre Ruhe haben. Außerdem ist es bis zu den offiziellen Überquerungen der Autobahn auf der Kirchenstraße in Grasbrunn oder über die B 304 in Neukeferloh auch für Traktoren doch wirklich nicht weit“, erklärte er. Ohne Johannes Bußjäger besänftigen zu können. „Unsere Familie arbeitet seit 200 Jahren in dem Wald, und wir müssen jetzt mit unseren Traktoren einen Umweg von über vier Kilometern fahren“, schimpfte der .

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