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Bissige Vierbeiner werden teuer: Ottobrunn erhöht Kampfhundesteuer

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Von: Marc Schreib

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Für Kampfhunde ohne Negativzeugnis müssen Halter in Ottobrunn künftig 1000 Euro Steuer zahlen. symbolFoto: dpa
Für Kampfhunde ohne Negativzeugnis müssen Halter in Ottobrunn künftig 1000 Euro Steuer zahlen. (Symbolfoto) © dpa Picture-Alliance / Adam Lawrence

„Einen Kampfhund braucht keiner hier in der Gegend.“ Dieser Satz fiel im Ottobrunner Hauptausschuss, als es um den Erlass einer neuen Hundesteuersatzung ging und damit verbunden auch um eine Anhebung des Betrages.

Ottobrunn - Bürgermeister Thomas Loderer (CSU): „Es wird Zeit, dass wir auch im Verhältnis zu den Nachbargemeinden nachziehen.“ Ariane Wißmeier-Unverricht (SPD) schlug vor, in Ottobrunn den Betrag für die Kampfhunde von 900 auf 1000 Euro anzuheben. Sie wollte damit ein Zeichen setzen. Die Gemeinderätin hat sich die Vergleichsbeträge in den umliegenden Gemeinden angesehen und festgestellt, dass sowohl Neubiberg als auch Putzbrunn diesen Betrag verlangen. Es tauchte die Frage auf, wie überhaupt geprüft werden könne, ob es sich um Kampfhunde handelt. Das läuft, so die Verwaltung, über die Anmeldung. Dabei müssen aber Kampfhundebesitzer, die über ein Negativzeugnis verfügen, nicht den vollen Betrag zahlen, sondern genauso viel wie für die Haltung eines Ersthundes, also 70 Euro jährlich. Er gilt dann, wie Bürgermeister Thomas Loderer salopp sagte, als „ganz niedlich“ und wird behandelt wie ein ganz normaler Hund. Obwohl er einer Kampfhunderasse zuzuordnen ist.

Ersthundesteuer, auch wenn es ein Zweit- oder Dritthund ist

In Ottobrunn gibt es vier mit Meldung vom 1. November. Alle vier werden allerdings wie Ersthunde besteuert. Insofern beträfe die vorgeschlagene Steuererhöhung für Kampfhunde aktuell niemanden in Ottobrunn. Aber das könne sich morgen ändern, so Thomas Loderer. Da tauchte die Frage auf, wer solche Zeugnisse ausstellt. Dazu ist keineswegs jedem Züchter eine Bewilligung möglich, sondern es würden ausgewählte Fachleute herangezogen. Diese seien befugt, den Hund zu beurteilen und herauszufinden, ob er ein aggressives Verhalten an den Tag legt.

Ruth Markwart-Kunas (SPD) wollte nun auch das Geheimnis um den Begriff des Ersthundes lüften: „Was ist, wenn es sich bei dem Kampfhund um einen Zweit- oder Dritthund handelt? Muss dann die Gebühr für einen Zweit- oder Dritthund bezahlt werden?“ Aber Bürgermeister Loderer räumte jegliches Missverständnis aus. Der Kampfhund müsse in jedem Fall die Ersthundesteuer bezahlen, die übrigen Hunde bleiben davon unberührt. „Der Kampfhund wird formaljuristisch nicht zum Ersthund, sondern wird nur als solcher besteuert.“ Passend dazu sagte Loderer im Anschluss: „Wir haben nicht ganz Loriot-Niveau erreicht, aber es war nah dran.“

Eine interessante Änderung der Satzung wird viele Ottobrunner treffen: Werden andere Personen als der Hundehalter angetroffen, sind auch sie dazu verpflichtet, die Marke vorzuzeigen und einen Nachweis über die Hundehaltung zu erbringen. Die Satzung mit den zwei Änderungen wurde einstimmig beschlossen.

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