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Grundsteinlegung fürs Systemhaus elektronisches Fliegen.

Neues Projekt zum "elektrischen Fliegen"

Bölkow-Campus: Airbus' Herz wächst

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Taufkirchen/Ottobrunn – Ein Termin, vier wegweisende Projekte: Gestern machte Airbus einmal mehr deutlich, wie wichtig der Ludwig-Bölkow-Campus ist.

Jean Botti kann die Airbus Group vollends zufrieden verlassen. Für den „Vater des elektrischen Fliegens“ hat kurz vor dem Ende seiner Tätigkeit bei dem Dax-Unternehmen Ende dieses Monats „die Realisierung meiner Vision“ begonnen, sagte der langjährige Technikchef gestern beim offiziellen Termin auf dem Ludwig-Bölkow-Campus. Seine Vision soll dort, in Taufkirchen/Ottobrunn, Wirklichkeit werden. „Hier entsteht ein Ort, an dem ökologische und effiziente Technologien erforscht und entwickelt werden.“ 

Sichtbares Zeichen wird das „E-Aircraft System House“, für das gestern im Beisein namhafter Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Grundstein gelegt wurde. 

Eines von vier Großprojekten, das Airbus gestern vorstellte. Alle vier stärken den Standort Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen/Ottobrunn massiv. Ihm kommt als Forschungs- und Entwicklungsstandort, als Herz des führenden Luftfahrt-Unternehmens, eine immer größere Bedeutung zu. Der Ausbau wird massiv vorangetrieben. 

Für Tom Enders, Vorstandsvorsitzender von Airbus, ist er „ein internationaler Campus. Wir beschäftigen ja schließlich nicht nur Bayern“. Erst im Oktober 2015 hatte Airbus auf dem Ludwig-Bölkow-Campus zusammen mit der TU München ein Zentrum zur Zucht von Algen eröffnet, die umweltfreundliches Kerosin produzieren.

Nur fünf Monate später haben Siemens und die Airbus Group gestern dort nun einen weiteren bedeutenden Schritt getan, um die Luftfahrt ins grüne Zeitalter zu überführen. Das Systemhaus für elektrisches Fliegen ist dabei nur kleiner Bestandteil eines herausragenden Projekts für die nächsten vier bis fünf Jahre, in das „eine dreistellige Millionensumme“ investiert wird“, sagte Enders. 

Denn die „beiden Giganten“ der deutschen Luft- und Raumfahrt, wie Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die DAX-Konzerne bezeichnete, besiegelten eine Kooperation, um das elektrische Fliegen als Fortbewegung der Zukunft voranzubringen. 

Das Ziel ist es, in drei Leistungsklassen – von der unbemannten Drohne bis zum Passagierflugzeuge mit bis zu 60 Plätzen –, hybrid-elektrische Antriebssysteme auf ihre Tauglichkeit für die Luftfahrt zu testen. „Elektrisches Fliegen ist möglich“, betonte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. „Und wenn es möglich ist, werden Siemens und Airbus es möglich machen. Das verspreche ich.“ Bis 2020 soll die technische Machbarkeit von Flugzeugen mit hybrid-elektrischen Antriebssystemen nachgewiesen werden, 2030 sollen die ersten E-Maschinen in die Luft gehen. Rund 200 Mitarbeiter beider Großkonzerne arbeiten dafür auf dem Campus in Taufkirchen/Ottobrunn zusammen. 

Das heikle Thema Gemeindegrenzen und Zugehörigkeit bereitete auch Siemens-Chef Kaeser Probleme. E-Fliegen „made in Germany, made in Bavaria, made in... Ottobrunn?“, fragte er in die Runde. „Da mische ich mich nicht ein. Ich weiß, wie schwierig das Thema ist.“ 

Ottobrunn oder Taufkirchen? Die Differenzen im Kampf um diesen herausragenden Wirtschaftsstandort zwischen den beiden Kommunen ist für die Beteiligten, die ihre Puzzleteile für eine grüne Zukunft der Luftfahrt vorstellten, unerheblich. 

Zu diesem Ziel soll auch das neue Labor für Materialforschung beitragen, das gestern eröffnet wurde. Auf einer Gesamtfläche von 4500 Quadratmeter forschen nun 60 Mitarbeiter unter einem Dach in topmodernem Arbeitsumfeld. Sie waren vorher „auf fünf Gebäude verteilt und 1,5 Kilometer voneinander entfernt“, verdeutlichte Jürgen Wehr von Airbus Group Innovations. Auch sie arbeiten daran, Materialien zum Flugzeugbau zu finden, die leicht robust und umweltfreundlich sind. Die Experten forschen unter anderem an neuen Enteisungs-Verfahren für Flugzeuge, die nicht mehr 400 bis 600 Liter Chemikalien pro Enteisung verschlingen.

Meilenstein vier, den das DAX-Unternehmen der Öffentlichkeit präsentierte, war die Unterschrift unter eine Vereinbarung zum Aufbau eines 3-D-Druck-Zentrums. Ebenfalls auf dem Ludwig-Bölkow-Campus. Seine Kapazitäten sind noch längst nicht erschöpft. Das Herz von Airbus in Taufkirchen/Ottobrunn schlägt. Mit zunehmendem Puls.

Janine Tokarski

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