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Zukunftsprojekt: So könnte der Büropark Ottobrunn einmal aussehen. Der Gastro-Pavillon zu Füßen des 40 Meter hohen Turm II, rechts davon der bereits bestehende Turm mit 28 Metern Höhe.

Büropark Ottobrunn

Bäume oder Parkplätze? Klare Sache für Gemeinde

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Ottobrunn - 13 Bäume oder 50 Parkplätze für den Büropark? Das ist grundsätzlich die Frage gewesen im Planungs- und Umweltausschuss. Und die Antwort des Gremiums ist eindeutig.

Das Projekt ist so ambitioniert wie futuristisch: Ein 40 Meter hoher Glasturm, ein Gastronomie-Pavillon am Fuße des Gebäudes. Und das alles als Ergänzung zu einem bereits bestehenden, 28 Meter hohen und gläsernen Büro-Turm mit Mietern wie moderne Unternehmen aus der IT- und Medienbranche, Finanzdienstleister, Ärzte oder Anwälte. 

Von der Erweiterung des Büroparks Ottobrunn zwischen Alter Landstraße und Haidgraben, den sich private Bauherren einen zweistelligen Millionenbetrag kosten lassen, ist man bei der Gemeinde angetan. Eigentlich. Denn die Stellplatzplanung der Eigentümer finden die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschuss gar nicht futuristisch und modern.

Kleinere Tiefgarage, dafür oberirdische Parkplätze 

Die neue Idee: Kleinere Tiefgarage als geplant, dafür rund 50 oberirdische Parkplätze auf einer gemeindlichen Grünfläche südlich des Büroparks. Acht bis zehn öffentliche Parkplätze würden entfallen. Zudem müssten 13 überwiegend Ahornbäume mit einem Stammumfang von einem Meter gefällt werden. Das geht den Ausschussmitgliedern zu weit. Matthias Klebel (CSU), der als Landschaftsgärtner arbeitet, sagte in der Sitzung: „Das sind Bäume des Gemeinwohls. Die möchte ich nicht für Autos der Kettensäge opfern.“ So lautet auch die überwiegende Meinung im Planungsausschuss. Gleichwohl ist man zu einem Kompromiss bereit. Die Pläne sollen nun überarbeitet werden. Das Thema wurde vertagt.

Laut dem verantwortlichen Architektenbüro müssen insgesamt 288 Stellplätze entstehen. 118 gibt es in einer Tiefgarage, weitere an der Oberfläche kommen hinzu. Knapp 100 Parkplätze fehlen. Bauherr Nicolai Czerny, der das Projekt zusammen mit seinen Geschwistern verwirklichen möchte, sagte: „Fifty Fifty wäre ideal.“ Also 50 Parkplätze in einer Tiefgarage und 50 oberirdisch. Mit den oberirdischen Parkplätzen will man das Projekt wirtschaftlich realisierbar machen. Einerseits weil sie billiger sind als Tiefgaragenplätze. Andererseits möchte Czerny Bedürfnisse möglicher Mieter befriedigen. „Jemand, der eine Etage im Turm anmietet, will einen Besucherparkplatz an der Oberfläche.“ Zudem betonen die Bauherren, dass Autofahrer schon die bestehenden Tiefgaragenplätze kaum annehmen. Cornelia Czerny befürchtet daher, „dass viel leerstehen wird“.

Doris Popp (Grüne): "Nicht mehr zeitgemäß"

Die Argumente überzeugten die Ausschussmitglieder nicht. Doris Popp (Grüne) verwies auf die Nähe zur S-Bahn und die Bushaltestelle direkt am Büropark. So viele oberirdische Parkplätze hält sie für „nicht mehr zeitgemäß“. Und Dietrich Wax (SPD) stellte gar die Finanzierung des ganzen Projekts in Frage. Jedoch deutet vieles auf einen Kompromiss hin. Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) sprach von einem „Mix aus verschiedenen Maßnahmen“, welche in eine neue Planung einfließen könnten. Popp und andere signalisierten zum Beispiel, über den Stellplatzschlüssel für das Restaurant nachdenken zu wollen. Zudem wurde mehrfach angeregt, auf der Grünfläche weniger Stellplätze zu schaffen, um so zumindest die Bäume stehen lassen zu können.

rat

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