Eine Helferin vor dem Eingang des Impfzentrums in Oberhaching.
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Eine Helferin vor dem Eingang des Impfzentrums in Oberhaching.

„Jeden Tag geht es um Leben und Tod“

Maximal verunsichert

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Senioren suchen verzweifelt nach Impfterminen. Verbindliche Aussagen, wann Termine frei werden, gibt es nicht. Das liegt an sporadischen Impfstoff-Lieferungen.

Landkreis – Der 81-jährige Hans Scheumann aus Ottobrunn macht sich Sorgen. Erst heute meldete das Robert-Koch-Institut einen Höchststand: bundesweit 1188 Corona-Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Wann schlägt das Virus bei seiner Frau und ihm zu? Die Frage quält den Rentner. „Jeden Tag geht es um Leben und Tod“, sagt Scheumann. Seine einzige Hoffnung: die Covid-Impfung.

Doch trotz Telefonaten mit dem Impfzentrum in Haar bekommt er keinen Termin – auch in der Online-Anmeldung des Landratsamts sind keine Termine verfügbar. „Ich bin absolut verunsichert.“ So wie Hans Scheumann geht es vielen Risikopersonen. Sie alle wollen nur eins: einen Impftermin. Und den möglichst schnell.

Das Problem: Impfstoff-Dosen gelangen nur sporadisch in den Landkreis

Das grundlegende Problem ist, dass Impfstoff-Dosen nur sporadisch in den Landkreis gelangen. Feste Liefertermine und damit auch verbindliche Aussagen, wann Impftermine frei werden, gibt es nicht. Zudem geht der Großteil der gesandten Impfstoffe (75 bis 80 Prozent) jetzt erst einmal an Alten- und Pflegeeinrichtungen. Erreicht eine Sendung mit Covid-Vakzinen den Landkreis, werden nur kurzfristige Impftermine vereinbart.

Johanniter: Ab 18. Januar sollen regelmäßige Lieferungen eintreffen

„Wir sind unglücklich, dass Termine so schlecht vorhersehbar sind“, sagt Gerhard Bieber vom Ortsverband Ottobrunn-Riemerling der Johanniter. Der Ortsverband betreibt das Impfzentrum in Oberhaching. „Menschen in unserem Einzugsgebiet sollen uns anrufen“, sagt Bieber. Das Team des Impfzentrums könne die Sorgen der Bürger nehmen, oft aber nur vage Aussagen treffen. Ab 18. Januar sollen regelmäßige Lieferungen eintreffen, sagt Bieber. Dann sind halbwegs langfristige Impftermine möglich.

So funktioniert die Terminvergabe

Die Impfung bekommen zuerst Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen. Ab morgen – ab vorerst nur für vier Tage – werden parallel dazu selbstständig lebende Menschen über 80 Jahre in den drei Testzentren geimpft. Diese Termine sind bereits vergeben. Nach einer Vakzin-Lieferung können kurzfristig Impftermine vereinbart werden, entweder telefonisch bei den Testzentren oder online.

  • Wann Termine freigeschaltet werden, steht nicht fest. Eine Online-Terminvergabe (https://landkreis-muenchen.impfzentrum.bayern) geht schneller.
  • Impfzentrum Haar (Südost- und Ost-Gemeinden): Tel. 089/ 2 48 80 66 60
  • Impfzentrum Unterschleißheim (Würmtal und Nord-Gemeinden): Tel. 089/31 20 344-22
  • Impfzentrum Oberhaching (Süd-Gemeinden, Hachinger Tal und Isartal): Tel. 089/2 48 86 19 60

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