Bis hier und nicht weiter: Die Türen ins Rathaus Ottobrunn bleiben geschlossen.
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Bis hier und nicht weiter: Die Türen ins Rathaus Ottobrunn bleiben geschlossen.

Gesamte Verwaltung betroffen

Ottobrunner Rathaus unter Quarantäne: Wahlleiter positiv auf Coronavirus getestet 

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Ottobrunner Verwaltung ist in großen Teilen lahmgelegt. Der Grund: Mitarbeiter sind positiv auf das Coronavirus getestet. Darunter der Wahlleiter der Gemeinde. Auch der Bürgermeister muss in Quarantäne.

  • Das Rathaus in Ottobrunn ist für den Publikumsverkehr geschlossen
  • Grund sind mehrere Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft
  • Auch der Bürgermeister muss in Quarantäne bleiben
Auch Ottobrunns Bürgermeister muss in Quarantäne. 

Ottobrunn – Seine Amtsgeschäfte kann Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer derzeit nur per Tablet und Telefon erledigen. Er befindet sich in Quarantäne – genau wie ein großer Teil der Belegschaft des Ottobrunner Rathauses. Die Verwaltung ist in großen Teilen lahmgelegt. Der Grund: Drei Mitarbeiter sind positiv auf das Coronavirus getestet, einer der Fälle sei vor gut einer Woche wohl der erste in der Gemeinde gewesen. Und nun ist auch der Wahlleiter nachgewiesen infiziert. „Kontakt hatte irgendwie jeder, aber nicht jeder ist Kontaktperson der Kategorie 1“, sagte Loderer dem Münchner Merkur am Telefon. Es sei absehbar, dass weitere Rathausmitarbeiter positiv getestet würden. Für sich selbst schätzt er das Risiko, dass er sich ebenfalls angesteckt hat, auf 50 Prozent.

Bürgermeister sagt: Wähler müssen sich nicht sorgen

Die Personalausfälle, von denen auf Aushängen an den geschlossenen Rathaustüren zu lesen ist, gehen auf das Coronavirus zurück.

Wichtig ist Loderer aber auch: Die Wähler, die am Sonntag in den Ottobrunner Wahllokalen ihre Stimmen abgegeben haben, bräuchten nicht in Panik zu verfallen. „Normalerweise nicht“, sagt der Bürgermeister dazu, ob sich Wähler angesteckt haben könnten. Denn bereits vor dem Wochenende habe sich ein Wahlhelfer, der infiziert sein könnte, krankgemeldet. Sein Testergebnis stehe noch aus. Der Wahlleiter selbst habe erst am Dienstag nach der Wahl Symptome der vom Virus SARS-Cov-2 ausgelösten Krankheit Covid-19 gezeigt; ein schwerer Verlauf zeichne sich bisher nicht ab. Und in den Wahllokalen, die der später Erkrankte für Kontrollvisiten aufgesucht habe, habe er jeweils nur für wenige Minuten vorbeigeschaut. Zudem hätten er und die Wahlhelfer auf die allgemeingültigen Hygiene- und Abstandsregeln geachtet.

Trauungen übernimmt jetzt die Gemeinde Neubiberg

„Das Einwohnermeldeamt ist aber faktisch außer Gefecht“, sagt Loderer. Auch dort sei ein Fall nachgewiesen. Rund 25 Kontaktpersonen aus der Rathausbelegschaft seien nun in Quarantäne. „Die große Masse haben wir erwischt“, sagt der Bürgermeister.

Das Rathaus sei gerade dabei, viele Mitarbeiter mit Homeoffice-Kapazitäten zu versorgen. Auch die, die zurzeit im Urlaub sind, halte man zu Vorsicht an. Die Aufgaben des Standesamtes, darunter anstehende Trauungen, übernehme dankenswerterweise die Gemeinde Neubiberg. „Wichtig ist, dass die Leute zuhause bleiben“, mahnt Loderer. Sich selbst will er – im Einklang mit den Empfehlungen der medizinischen Experten – erst testen lassen, falls Symptome auftreten.

Loderer: „Verstehe nicht, dass Stichwahl nicht verschoben wird“

Vor einem Termin graut dem Bürgermeister: vor der Stichwahl am Sonntag, 29. März. Der CSU-Mann konnte zwar bereits im ersten Wahlgang sein Amt verteidigen, doch der Zweikampf zwischen Amtsinhaber Christoph Göbel und Herausforderer Christoph Nadler (Grüne) um den Chefposten im Landratsamt steht noch aus, auch wenn er nur noch per amtlich angeordneter Briefwahl ausgetragen wird. „Wir sehen massive Probleme bei uns“, sagt Loderer. Mit Unterstützung der Feuerwehr und dank massiver Anstrenungen des Hauptamtsleiters sei der Tag möglicherweise zu bewältigen, aber den Bürgermeister besorgt das Infektionsrisiko. „Ich verstehe nicht, dass die Wahl nicht verschoben wird.“ Schließlich sei auch das Auszählen von Briefwahlunterlagen nicht „homeofficefähig“. Wenn überhaupt genügend Wahlhelfer zusammenkommen. Auch Ottobrunns stellvertretende Wahlleiterin befindet sich bereits in Quarantäne.

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