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Der Handwerker soll 2010 seine Tochter in Ottobrunn vergewaltigt haben.

Prozess vor dem Landgericht: Handwerker (35) gesteht Tat in Ottobrunn

Eigene Tochter vergewaltigt

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Gewalt, Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe – immer wieder an wechselnden Orten: Zum wiederholten Mal eröffnete gestern ein Münchner Landgericht ein Verfahren gegen einen 35-Jährigen. Der Handwerker soll 2010 seine Tochter in Ottobrunn vergewaltigt haben.

Ottobrunn - Mit einem Geständnis ersparte der Angeklagte dem heute 16 Jahre alten Mädchen eine Vernehmung vor Gericht. Der Jugendlichen geht es schlecht. Sie lebt im Heim, der Angeklagte hatte durch andere Gewalttaten seine Familie zerstört: In der Vergangenheit attackierte er seine Ex-Frau, dann führte er in Unterammergau eine inzestartige Beziehung zu seiner Halbschwester, die er erst im Alter von 17 Jahren kennengelernt hatte. Er vergewaltigte sie und wurde im August 2016 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Außerdem wurde seine Unterbringung in der Entziehungsanstalt angeordnet, um ihn von seiner Alkohol- und Kokainsucht loszubringen. Aus dieser Therapie wurde der 35-Jährige gestern ins Landgericht gebracht. Die sexuellen Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung räumte er ein, weitere Angaben machte er nicht. Weil die Taten gegen die Tochter aber noch vor der Vergewaltigung der Halbschwester verübt wurden, können sie in einem neuen Urteil miteinander verbunden werden. Deshalb mussten die Richterinnen allerdings auch alle bislang gefällten Urteile vorlesen. Das nahm Stunden in Anspruch und führte schließlich beim Angeklagten zu dem Wunsch, doch eine Aussage zu machen. Schließlich hatte er neben all seinen Sex-Attacken in der Vergangenheit auch aus Frust oder Einsamkeit, seine Haftzelle in Brand gesetzt. Dafür kassierte er fünf Jahre und drei Monate Gefängnis. „Ich glaube, ich weiß, warum es in meinen Beziehungen soweit gekommen ist“, begann der Angeklagte. Er habe alles in sich reingefressen, alles mit sich alleine ausgemacht. Nur mit Hilfe von Drogen habe er seine Situation kompensieren können. Doch nüchtern seien die alten Probleme zurückgekommen, referierte er. Das hatte er offenbar während der Therapie erkannt, die er anfangs jedoch mehr blockiert als angenommen hatte. In der Psychiatrie fand man bei ihm mehrere Feuerzeuge, zudem hatte er sich ein als Anwaltspost geschmuggeltes Handy zugelegt - bis der 35-Jährige erkannte, dass nur die Therapie ihm weiterhalf. Am Nachmittag sagten die Frauen aus, die das Opfer damals vernommen hatten. Weil die Taten so weit zurücklagen, mussten den Zeuginnen die Aussage-Protokolle vorgelesen werden. Zu den nächsten Prozesstagen sollen die Lehrerinnen des Mädchens kommen, die Kinderärztin sowie ein weiterer Gutachter aussagen. Der Prozess dauert an.

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