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Die Heimat: Liditz Hapawa mit seiner Oma in seinem Heimatdorf Bandjoun in Kamerun bei einem Besuch im Jahr 2017. 

Einwanderer im Landkreis

Aus Kamerun aufgebrochen, um Leben zu retten

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Um  Leben zu retten, gibt Liditz Hapawa zweimal alles auf. Zuerst verlässt er seine Heimat Kamerun, um in Italien Medizin zu studieren. Dann bricht er auf, um Facharzt zu werden - und kommt nach Ottobrunn.

Ottobrunn – In Kamerun sei die Geburtenrate hoch, die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen aber ebenfalls, schreibt Liditz Hapawa. Schwangere würden in Afrika nicht gut betreut. Frauenärzte fehlten, die Patientinnen würden oft von Hebammen oder alten Frauen ohne medizinische Kenntnisse untersucht.

Das will Liditz Hapawa ändern. Nach einem siebenjährigen Studium an der Universität Parma samt Abschluss bekommt er eine Stelle in einer Krankenhaus-Notaufnahme in Trient. Dort arbeitet er zwei Jahre, aber „ich wollte mehr wissen und studieren. Und welches Land außer Deutschland konnte mir eine gute Ausbildung zum Facharzt in Gynäkologie anbieten?“ Keines, findet er.

Geschafft! Liditz Hapawa bei der Übergabe des Abschluss-Zeugnisses in Medizin an der Universität Parma 2013.

Mit seiner Frau, mit der er seit einem Jahr verheiratet ist, zieht er nach Ottobrunn und besucht den intensiven Deutschkurs an der Volkshochschule. Er will seine Approbation erlangen. Dafür muss er das B 2-Zertifikat für Deutsch bestehen. „Es ist kein leichter Weg, aber die Schwierigkeiten waren mir von Anfang an bewusst“, schreibt Hapawa. Seine Muttersprache ist Französisch, außerdem spricht er Italienisch, Englisch und einen kamerunischen Dialekt. „Ich muss fast immer auf Französisch oder Italienisch nachdenken und dann ins Deutsche übersetzen.“

Praktikum im Krankenhaus gesucht

Jetzt sucht er einen Praktikumsplatz in einem Krankenhaus. Parallel dazu engagiert er sich ehrenamtlich beim BRK in Höhenkirchen-Siegertsbrunn und beim Helferkreis Asyl in Ottobrunn. Er nennt die Orte „seine“ bayerischen Gemeinden. Außerdem hat sich Hapawa über die VHS und die Caritas zum Kulturdolmetscher qualifizieren lassen. Er will zwischen Kulturen vermitteln können. „Deutsche sind anders als Italiener oder Franzosen. Ich erlebe sie oft eher misstrauisch und verschlossen“, schreibt er. Aber zum Glück habe er auch Menschen in Ottobrunn und München kennengelernt, die sehr gastfreundlich seien. „Sie sind immer bereit zu helfen und zuzuhören.“ Dafür sei er dankbar. „Denn wer weiß schon, wie die Zukunft aussehen wird.“ 

Zur Serie

In loser Reihenfolge stellen wir Menschen vor, die aus allen Teilen der Welt stammen und im Landkreis München eine neue Heimat gefunden haben. Ihre Geschichten haben sie im Rahmen eines Deutschkurses an der Volkshochschule Südost aufgeschrieben.

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