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Pfarrer Martin Ringhof rückt die Geburt Jesu ins rechte Licht

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Von: Stefan Weinzierl

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Pfarrer Martin Ringhof will den Menschen vor allem vermitteln, dass Gott seine Liebe zum Menschen in Jesus Christus hat Gestalt werden lassen.
Pfarrer Martin Ringhof will den Menschen vor allem vermitteln, dass Gott seine Liebe zum Menschen in Jesus Christus hat Gestalt werden lassen. © Stefan Weinzierl

Einen Einblick in seine Vorbereitung auf die Weihnachtspredigt gibt Pfarrer Martin Ringhof.

Ottobrunn – Der Leiter des Pfarrverbandes Vier Brunnen – Ottobrunn bemüht sich, in seinen Predigten den Menschen das Evangelium lebensnah zu vermitteln, natürlich auch die frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes durch die Geburt Jesu.

Nein, so richtig kann beziehungsweise will Martin Ringhof nicht genau verraten, wie weit seine Predigt für die Christmette wenige Tage vor dem Weihnachtsfest schon gediehen ist und und um was es genau geht. Nur so viel erzählt der 46-Jährige, der seit über zwei Jahren den riesigen Pfarrverband Vier Brunnen – Ottobrunn mit sieben Kirchen in sechs Pfarreien leitet: Die Grundidee wird wohl sein, zu überleben, was an der Geschichte von der Geburt Jesu im Stall das Zeitlose ist. „Was auch fürs Hier und Heute gilt und für jedes Menschenleben“, erklärt Ringhof.

Texte auf sich wirken lassen

Eine Predigt auszuarbeiten, ist bei ihm kein zeitlich begrenzter, sondern ein fortlaufender Prozess. „Ich kann mich nicht hinsetzen und sagen: Jetzt schreib’ ich was“, sagt Ringhof. „Ich muss mir zuallererst die Texte anschauen und die dann über einen längeren Zeitraum auf mich wirken lassen.“ Meistens komme der Gedanke, der das ganze aufschlüsselt, ganz unverhofft – zum Beispiel beim Joggen oder wenn man nachts aufwacht und nicht mehr einschlafen kann. Später müsse er sich hinsetzen und das Ganze runterschreiben.

Predigt wird nicht herausgehoben

Für die Weihnachtspredigt macht sich Ringhof zwar länger im Voraus Gedanken als für andere Predigten, herausheben möchte er sie aber nicht. „Grundsätzlich bemühen wir Seelsorger uns alle schon, jeden Sonntag etwas Sinnvolles zu sagen.“

Gute lange Predigten sind rar

Und was macht eine gute Predigt aus? Die Länge spielt seiner Ansicht keine unbedeutende Rolle. „“Leute, die wirklich länger als zehn Minuten gut predigen können, sind rar gesät“, sagt er. Er mag kurze, prägnante Predigten, die ausgehend von einem Bibeltext einen Punkt hervorheben. Auch auf den Tonfall, betont der 46-Jährige, kommt es an. „Oft ist es schön, wenn man einfach erzählt und persönliche Erlebnisse miteinfließen lässt anstelle zu dozieren.“ Jedenfalls sollte man den Menschen vermitteln, dass die Geschichten aus dem Evangelium zwar uralt, aber die Dinge, um die es geht, auch heute noch aktuell sind. So wie die Kernbotschaft an Weihnachten: „Das Wichtigste ist, dass durch die Geburt von Jesus Christus eine Brücke zwischen Erde und Himmel, zwischen Gott und den Menschen geschlagen worden ist. Dass wir uns selbst und unsere Mitmenschen als Gottes Kinder verstehen.“

Sie muss nicht allen gefallen

Doch auch wenn Ringhof selbst mit einer Predigt zufrieden ist, muss sie nicht unbedingt allen Gottesdienstbesuchern gefallen. „Ich bin schon für die selbe Predigt von den einen geschimpft worden, weil ihnen die Aussage nicht gepasst hat, während andere mir mitgeteilt haben, wie wichtig und richtig sie die Aussage fanden“, erzählt er.

Grundlage immer das Evangelium

Als er noch Kaplan war, hatte Ringhof an einer Tankstelle diesbezüglich ein ganz besonderes Erlebnis: „Da kam de Tankwart heraus und sagte zu mir: Du kriegst die Tankfüllung heute umsonst, weil Du der Einzige bist, der in der Kirche nicht übers Evangelium, sondern übers Leben redet.“ Darüber, dass er die Tankfüllung nicht zahlen muss, habe er sich zwar einerseits gefreut, andererseits habe ihm das Gespräch aber auch zu denken gegeben. „Denn der Mann hat meine Worte nicht verstanden, hat nicht verstanden, dass die Grundlage meiner Predigt eben doch das Evangelium war.“

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