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Zu dem Preis kein Interesse: Viele Parkplätze stehen leer. 

Parkplatzärger

Erst Kündigung, dann saftige Mieterhöhung

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Ottobrunn – „Stellplatz zu vermieten“: Kaum zu übersehen sind die Schilder, die auf dem Areal an der Zaunkönigstraße in Ottobrunn, vor den Hausnummern 9 bis 13, an Pfosten hängen.

 Darunter eine Telefonnummer der „Felix Eichbauer Liegenschaftsverwaltung“. Die gute Nachricht: Es gibt wieder Parkplätze an der dicht bebauten Straße, an der öffentliche Parkplätze Mangelware sind.

Die schlechte Nachricht: Sie sind zweieinhalb mal so teuer wie bislang. Vor der Kündigung kostete ein Stellplatz zehn Euro netto, nun 25 Euro plus Mehrwertsteuer. „Da kriegt man Zorn“, sagt Alfred Süß, 83. „Aber wir können nichts machen.“ Seit 50 Jahren wohnt er an der Zaunkönigstraße, seit vielen Jahren hat er einen Platz für seinen Wagen gemietet. Zwar nicht auf dem Areal vor den Häusern 9 bis 13, sondern eine Längsbucht an der Straße. Die Preiserhöhung gilt aber auch dort – und trifft die Mieter genauso hart. „Was sollen wir machen? Ich brauche den Parkplatz.“ Viele Betroffene hätten „gewettert“ über diese satte Kostensteigerung. „Ich habe mich sehr geärgert, aber es hilft ja nichts“, sagt ein weiterer Betroffener, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Folge: „Ich muss die Preissteigerung an meine Mieter weitergeben.“

Nachfrage wegen des Preises gesunken

Die Freude währte nicht lang über die wieder gewonnenen Stellflächen. Das Interesse ist gering. Drei Plätze seien auf dem zuvor gesperrten Areal neu vermietet, „eine Nachfrage ist nicht vorhanden“, sagt ein Mitarbeiter der Liegenschaftsverwaltung.

Warum der Preis um das Zweieinhalbfache erhöht wurde? „Haben Sie schon mal einen Stellplatz für zehn Euro monatlich gesehen?“, fragt Felix Eichbauer, dem das Areal an der Zaunkönigstraße vor den Hausnummern 9 bis 13 gehört. „Die Stellplätze stehen, wie ich finde, sehr günstig zur Verfügung.“ In dem Schreiben an die Parkplatz-Mieter, das der Redaktion vorliegt, ist der Ton diplomatischer. Erklärt wird die Steigerung damit, dass der „Mietzins seit längerem unverändert geblieben ist“ und „nunmehr ine Erhöhung auf eine aktuell übliche Miete“ vorgenommen wird.

Große Empörung unter den Anwohnern

Eichbauer hatte den Mietern die Parkplätze zum 31. Januar 2016 gekündigt und das Areal abriegeln lassen. Die Empörung unter den Anwohnern war groß. Begründet hatte der Mit-Geschäftsführer der Eichbauer-Bauunternehmung die Kündigungen damit, dass er „kurzfristig handlungsfähig“ sein will. Und zwar für den Fall, dass er das geplante Mehrfamilienhaus doch noch zeitnah auf dem Parkplatz und der angrenzende Fläche, wo derzeit eine leere Gewerbe-Immobilie steht, bauen kann. Beide Grundstücke gehören ihm privat. An seinem Vorhaben habe sich nichts geändert. „Die neuen Verträge haben eine Kündigungsfrist von einem Monat, ich bin also kurzfristig handlungsfähig“, betont er.

Bauprojekt noch nicht gestorben

Das Bauprojekt, das ebenfalls massiven Protest der Anwohner ausgelöst hatte und daraufhin in der geplanten Form und Größe vom Gemeinderat abgelehnt wurde, ist für ihn noch nicht gestorben. „Wir sind weiterhin in sehr guten Gesprächen mit der Gemeinde und dem Landratsamt. Selbstverständlich suche ich weiter nach einer Optimierung, da das Bestandsobjekt leider wirklich nicht schön ist.“ 

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