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Ottobrunns ehemaliger Pfarrer Erwin Obermeier ist mit 77 Jahren gestorben.

Nachruf

Erwin Obermeier (†77): Seelsorger mit vielen Talenten

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Er war der Sekretär des späteren Papstes, Lehrer und Kunstkenner. Doch vor allem war Erwin Obermeier Seelsorger.15 Jahre lang kümmerte er sich um die katholische Gemeinde in Ottobrunn, der er lebenslang eng verbunden blieb. Nun ist sein Wirken zu Endegegangen. Ein Nachruf.

Ottobrunn/München – Das erste Mal in seine Pfarrei kam Erwin Obermeier als Sekretär von Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. Bei der damaligen Kircheneinweihung von St. Albertus Magnus dürfte der Geistliche aber noch nicht damit gerechnet haben, dass er 15 Jahre lang die Ottobrunner Kirchengemeinde prägen würde – bis 1997.

Auch danach blieb der Kontakt bestehen. Schließlich war es die erste Pfarrerstelle des gebürtigen Mühldorfers. Als er 2009 zum Pfarrjubiläum die Festpredigt hielt, sprach er von „meiner lieben Gemeinde“.

1967 in Freising zum Priester geweiht, kam er als Kaplan nach Bernau am Chiemsee. Später, als IV. Präfekt im Erzbischöflichen Knabenseminar Freising und Religionslehrer am Domgymnasium Freising avancierte er zum Erzbischöflichen Sekretär. Als Kardinal Julius Döpfner ihm das Amt antrug, schrieb Obermeier in einem langen Brief, wie wenig er sich dafür geeignet sei.

Doch der Kardinal ließ das nicht gelten, und so erlebte Obermeier in den Jahren darauf aus nächster Nähe die Last, die Sorgen, die Zweifel des so kräftig auftretenden Erzbischofs.

Es muss eine vertraute Zusammenarbeit zwischen den beiden Geistlichen gewesen sein. Obermeier sagte selbst einmal über seinen Chef: „Er konnte schon auch grantig sein. Aber mich hat er immer brüderlich behandelt, auch wenn ich einen Fehler gemacht hatte“ Ganz nah war der Priester seinem Kardinal auch, als dieser völlig unerwartet am 24. Juli 1976 starb. Der Sekretär durfte ihm noch die Krankensalbung spenden.

Kurze Zeit diente Erwin Obermeier dann auch Döpfners Nachfolger, Joseph Ratzinger, dann wechselte er 1978 ins Priesterseminar nach München. Dieses leitete er drei Jahre lang als Regens, bevor er 1981 als Pfarrer in St. Albertus Magnus übernahm. In seiner Amtszeit in Ottobrunn wurde die Partnerschaft mit St. Antonius in Dresden-Löbtau begründet. 1995 initiierte Obermeier das erste Gemeindeforum mit 54 Teilnehmern.

Die Zeit in Ottobrunn endete 1997: Der Pfarrer wechselte nach St. Hildegard in München. Auch diese Pfarrkirche, 1962 in modernem Stil gebaut, kannte er bereits, wie er sich selbst erinnerte: „Die St. Hildegard-Kirche war eine Sensation. Wer sich für Kirchenbau interessierte, musste sie gesehen haben. Der Altar in der Mitte, drum herum die feiernde Gemeinde. Das war unsere Vorstellung, das war die Zukunft.“

Schon sehr früh regte Obermeier für das Erzbistum die Schaffung einer Kunstkommission an. Anfangs war dieses Vorpreschen erfolglos, später wurde sie verwirklicht. Längere Zeit engagierte sich der Geistliche auch in der Vorstandschaft der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst.

2009 wurde Obermeier in den Ruhestand versetzt. So gut es ging, wirkte er als Seelsorger im Traditionshaus Heilig Geist am Dom-Pedro-Platz in München mit. Nachdem seine Kräfte immer mehr nachließen, lebte er im Wohnstift am Entenbach in der Au. Nun ist Erwin Obermeier gestorben. Er wurde 77 Jahre alt. Im Priestergrab auf dem Münchner Waldfriedhof hat er seine letzte Ruhe gefunden.

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