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Ohne Halle stehen die Handballer des TSV Ottobrunn ab 2017 da, wenn die Leiß-halle saniert werden muss.

Ferdinand-Leiß-Halle dringend sanierungsbedürftig

Das Dach macht teure Probleme

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Ottobrunn - Bittere Pille: Das Dach der Ferdinand-Leiß-Halle muss saniert werden. Eigentlich ist eine Generalsanierung angesagt - für mindestens fünf Millionen Euro.

 „Wenn wir es richtig machen wollen“, was einer Generalsanierung der Dreifachturnhalle gleichkäme, „liegen wir bei mindestens fünf Millionen Euro – eher mehr“, sagte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU). Eine Summe, die der finanziell nicht gerade gut gepolsterten Gemeinde weh tut. 

Und unverhofft kommt. Denn in ihrem ganzen Ausmaß ist „die statische Problematik erst seit wenigen Tagen bekannt“, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Aufgetaucht ist sie während Untersuchungen, die die Kommune wegen eines anderen Projekts in Auftrag gegeben hatte. Zwar „wollten wir die Generalsanierung vor Jahren schon machen, aber da die Haushaltslage dies nicht zugelassen hat, haben wir punktuell saniert“, erläutert der Leiter der Bautechnik, Werner Müller. In diesem Rahmen sollte nun das Hallendach durch den Einzug einer abgehängten Decke ballwurfsicher gemacht und, wenn möglich, auch eine Deckenstrahllüftung eingebaut werden. Um zu prüfen, ob die Statik dies zulässt sowie den Brandschutz unter die Lupe zu nehmen, wurde ein Statiker hinzugezogen. 

Der zog eine ernüchternde Bilanz: Das Dach muss spätestens in zwei Jahren zumindest ertüchtigt, eigentich aber komplett erneuert werden. „Eine sicherheitsrelevante Maßnahme, die dann keinen Aufschub mehr duldet“, betonte Loderer in der Sitzung. Und schon ab diesem Winter gelte es, bei Schneefall das Dach der Ferdinand-Leiß-Halle als erstes räumen zu lassen, um große Lasten zu vermeiden. 

„Droht Einsturzgefahr?“, fragte Gemeinderat Matthias Klebel (CSU) konkret nach. „Nein“, sagte der Bürgermeister, doch das Projekt dulde keinen Aufschub über zwei Jahre hinaus. Hintergrund: Die Spannbetonträger, die das Dach tragen, „bergen das Risiko“, erläutert Bautechnik-Chef Müller. „Man kann nicht reinschauen“ – und erkennt keine Risse oder Bruchstellen, sollten diese vorhanden sein. 

Die Halle wurde 1977 errichtet, irgendwann müssen die Binder erneuert werden. Im Bauausschuss wird der Statiker im Januar die Situation und mögliche Lösungen vorstellen. Doch Fakt ist: „Es wird darauf hinauslaufen, das Dach zu erneuern“, prophezeit Müller. Werden die Träger nur ertüchtigt, „zieht das einen Rattenschwanz nach sich“. Denn diese Maßnahmen hält nur fünf bis zehn Jahre. 

Und es geht nicht nur ums Dach: Auch die Lüftung und Heizung seien marode, erläutert Müller. Und beim Brandschutz hapert’s ebenfalls. Die Bestandsanalyse der Statiker zeigt in diesem Bereich ebenso Nachbesserungsbedarf. Bereits jetzt gibt es deshalb bei Großveranstaltungen wie dem Südtiroler Weinfest und Flohmärkten Brandwachen. „Da würde sich eine Generalsanierung anbieten“, schlussfolgert Müller. Wenn sie denn finanziell stemmbar ist. 

Wie eine Lösung aussieht, muss letztlich der Gemeinderat entscheiden. Tatsache ist aber: Wenn das Dach ab 2017 erneuert wird, „ist die Halle für lange Zeit nicht nutzbar“, kündigte Bürgermeister Loderer an. Sein Verwaltungsmitarbeiter Müller schätzt mindestens für eineinhalb Jahre. Keine einfache Situation, da die Halle an sieben Tagen genutzt wird, vor allem durch den TSV Ottobrunn. Bürgermeister Loderer hofft, dass beim Baustart aber die neue Dreifachturnhalle am Gymnasium Ottobrunn steht, als Interimslösung genutzt werden kann und das Problem Ferdinand-Leiß-Halle wenigstens in dieser Hinsicht keine weiteren Schwierigkeiten nach sich zieht.

Janine Tokarski

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