Gemeinderat Ottobrunn entscheidet über Flüchtlingsunterkunft

Anwohner geben nicht auf

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Ottobrunn – Am Mittwoch fällt die endgültige Entscheidung zur Flüchtlingsunterkunft am Kathi-Weidner-Weg. Vor der Sitzung versuchen Anwohner nochmal, auf das Votum einzuwirken.

Für die Anwohner ist es die letzte Chance: 15 Vorschläge für die geplante Flüchtlingsunterkunft am Kathi-Weidner-Weg in Ottobrunn hat Thomas Diessel formuliert. Es ist die letzte Chance, um doch noch eine Lösung zu finden, mit der Bürger und Gemeinde gleichermaßen zufrieden sind. Das Schreiben hat Diessel ans Rathaus gesandt und hofft, dass es in der Sitzung des Gemeinderats am heutigen Mittwoch auf den Tisch kommt. Denn heute entscheidet das Gremium über die Unterbringung von mindestens 320 Asylbewerbern auf dem Areal des ehemaligen Militärflughafens. Nachdem der Hauptausschuss diesem Projekt trotz massiven Widerstands der Anwohner bereits in der vergangenen Woche zugestimmt hatte (wir berichteten), ist eine Ablehnung heute kaum zu erwarten. Diessel weiß das. Doch er findet: „Der Gemeinderat geht zu schnell vor.“ Am 15. Januar die Info-Veranstaltung, bei der massive Proteste laut wurden, eine Woche später grünes Licht vom Hauptausschuss, heute entscheidet der Gemeinderat. „Da ist kein Nachdenken möglich“, meint der Ottobrunner. Er würde sich einen Workshop von Experten – Vertreter der Feel Home GmbH, die die Holzhäuser zur Unterbringung der Flüchtlinge bauen will, Vertreter der Gemeinde, des Asylhelferkreises sowie der Agenda 21 Ottobrunn – wünschen. „Einen Tag, an dem alle an einem Tisch sitzen und das Thema gemeinsam diskutieren“ – und Lösungen finden. Doch das ist nur ein Vorschlag des Anwohners. Ihm ist klar, dass den Landkreis bei der Suche nach Unterkünften Zeitdruck plagt und auch Asylsuchende am Kathi-Weidner-Weg eine Bleibe finden sollen. Aber eben keine 416, wie geplant, sondern deutlich weniger. Und Diessel vermisst „die Transparenz“ der Gemeinde bei der Entscheidung für ein Grundstück. Er fordert, wie es bereits mehrere Bürger beim Info-Abend taten, eine Liste aller verfügbaren Areale. Dabei sollen „alle unbebauten Grunstücke, auch Grünflächen“ berücksichtigt werden. Mehreren Beispielen, die Diessel aufgreift, wie der Bolzplatz an der Einsteinstraße, der Hartplatz am Sportpark oder die Fläche an der Rosenheimer Landstraße/Ecke Robert-Koch-Straße, hatte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) jedoch schon eine Absage erteilt. „Wir brauchen unsere Sportstätten“, sagte er beim Info-Abend, ebenso wie Flächen zur Schaffung von Wohnraum. Diessel wünscht sich auch mittelfristiges Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen bis zur Sommerpause, ein wissenschaftliches Gutachten „zur optimalen Größe und Ausstattung“ von Gemeinschaftsunterkünften, eine Webseite Asyl der Gemeinde, einen Asyl-Koordinator in der Verwaltung sowie ein Verkehrs- und Sicherheitskonzept für die Häuser am Kathi-Weidner-Weg. Zudem bemängelt der Anwohner, dass es zur Auswahl eines Trägers zur Betreuung der Flüchtlinge „keine Aussagen der Gemeinde gibt“. Doch die Unterbringung und Betreuung ist Aufgabe des Landkreises. Die Gemeinden stellen Unterkünfte und Areale nur als Vermieter zur Verfügung.

Janine Tokarski

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