Pastoralreferentin Alexa Weber aus Ottobrunn übernimmt eine Aufgabe in Brasilien.
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„Ich nehme die Herausforderung an.“ Pastoralreferentin Alexa Weber übernimmt eine Aufgabe in Brasilien.

Pastoralreferentin Alexa Weber

Im Auftrag Gottes von Ottobrunn nach Brasilien

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Alexa Weber wirkt zwar noch als Pastoralreferentin im katholischen Pfarrverband Vier Brunnen – Ottobrunn. Aber der Blick geht für die 39-Jährige schon in die Zukunft. Und die wird sie bald nach Brasilien führen. Keine Urlaubsreise. Eine Mission. Sie arbeitet mit bei der Betreuung drogensüchtiger Frauen.

Ottobrunn – Neben ihren Aufgaben in der Pfarrei Sankt Albertus Magnus und im Pfarrverband Ottobrunn lernt Pastoralreferentin Alexa Weber Portugiesisch. Und liest viel über die Geschichte Brasiliens, um mehr über Land und Leute zu erfahren. Alexa Weber wurde von ihrer Generalverantwortlichen gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, diese Aufgabe anzutreten. Alexa Weber gehört zum „Institut Notre-Dame de Vie“ (s. Kasten) und lebt als gottgeweihte Frau nach den evangelischen Räten von Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. In Brasilien soll Weber die Neugründung des Instituts unterstützen und auf einer so genannten „Fazenda da Esperança“ (Hof der Hoffnung) in Guaratinguetá, einer Stadt im Osten des Bundesstaates São Paulo, mitarbeiten. Dort werden drogensüchtige Frauen begleitet.

Diplomtheologin nimmt Herausforderung an

Im Gespräch mit dem Münchner Merkur erklärt die Diplomtheologin, dass diese Arbeit für sie ein völlig neues Thema sei: „Aber ich nehme die Herausforderung an.“ Für ihr geistliches Leben sieht sie diese neue Aufgabe als Chance an. Natürlich werde sie von ihrer Gemeinschaft nicht alleingelassen. Zum einen sind schon Mitschwestern von ihr vor Ort, zum anderen werde sie sich immer auch an das Mutterhaus und die Niederlassung in Weisendorf in Mittelfranken wenden dürfen. Zu beiden Standorten wird sie sich auch nochmals zurückziehen, bevor Weber sich nach Brasilien aufmacht.

Umzug nach den Faschingsferien

Deswegen muss sie auch im Pfarrverband schön langsam die Übergabe vornehmen, insbesondere für die Firmvorbereitung. Denn nach den Faschingsferien soll der Umzug über die Bühne gehen. Aber sie hat auch noch einiges zu tun. Bis zu den Faschingsferien wird sie noch zwei Schulklassen in Religion unterrichten.

Das Institut Notre-Dame de Vie

Das Institut Notre-Dame de Vie (deutsch: Unsere Liebe Frau vom Leben) ist ein Säkularinstitut innerhalb der katholischen Kirche. Es wurde 1932 vom Karmeliterpater Marie-Eugène Grialou und Maria Pila gegründet und hat seinen Hauptsitz im südfranzösischen Venasque.

Säkularinstitute zählen zu den Formen des geweihten Lebens. Die Laien oder Kleriker des Instituts schließen sich zu einem gemeinsamen Leben zusammen, um ihr Leben aus dem Evangelium heraus zu gestalten und missionarisch zu wirken.

Deshalb leben sie auch nicht in einem Kloster, sondern in der Welt, gehen einem Beruf nach, pflegen soziale Kontakte und sind ehrenamtlich in Gesellschaft und Kirche tätig.

Die Mitglieder des Instituts Notre Dame de Vie leben ihre karmelitanische Spiritualität vor allem im inneren stillen Gebet und möchten dabei Aktion und Kontemplation harmonisch miteinander verbinden.

Als sie Pfarrverbandsleiter Martin Ringhof informierte, dass sie nach Brasilien gehen werde, war dieser „erst einmal baff“. Schließlich ist Alexa Weber seit 2016 im Pfarrverband und sehr beliebt. Aus der Seelsorge-Sicht zeigte Pfarrer Ringhof aber vollstes Verständnis, da Weber in Brasilien möglicherweis viel „direkter“ Pastoral ausüben könne als hier. In Deutschland sei halt doch ein nicht erheblicher Verwaltungsaufwand festzustellen.

Alexa Weber wird eine Lücke hinterlassen

Auch im Pfarrverband war die Überraschung zuerst groß. Die Reaktionen gingen von Trauer, über Respekt, Verständnis bis hin zu Hilfsangeboten. Oftmals habe sie auch gehört: „Du wirst eine Lücke bei uns hinterlassen.“ Einige Menschen hätten sich auch nochmals intensiver mit ihrer Gemeinschaft auseinandergesetzt, sagt Weber. Auch vielen Katholiken ist das Institut kein Begriff.

Sie vertraut auf Gott und fühlt keine Angst

Wer mit ihr ins Gespräch kommt, merkt das Gottvertrauen in ihr. Von Angst keine Spur. Sie erkennt in diesem Wechsel nach Brasilien den Auftrag Gottes, nunmehr dort ihren Glauben zu leben und diesen mit anderen Menschen zu teilen. Im Gepäck wird sie zwar vermutlich nur einen Koffer dabeihaben. Aber es wird mehr sein, was die Institutsangehörige aus Deutschland mitbringt. Alexa Weber möchte auch in Brasilien Zeugnis davon ablegen, dass Gott lebendig und dass er die Liebe ist. Und sie weiß auch, dass viele guten Wünsche, Gedanken und Gebete aus dem Pfarrverband sie begleiten werden. Manche haben bereits angefragt, ob Weber dort besucht werden kann. Die Kontakte bleiben und vor allem die Verbundenheit im Glauben in der weltweiten Familie Kirche.

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