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Vollblut-Imker in vierter Generation: Thomas Kolodziej aus Ottobrunn besitzt neun Bienenvölker, um die er sich mit viel Liebe und Zeit kümmert.

"Bärenwas

Imker aus Ottobrunn vermarktet Honiglikör

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Ottobrunn - Bei Hobbyimker Thomas Kolodziej kommt der Honig ins Glas – als Likör. Mit seinem „Bärenwasser“, ein Traditionsrezept, will der Ottobrunner nun durchstarten Er ist Teil einer Crowdfunding-Kampagne und braucht noch einige Unterstützer.

Rund 450 000 Haustiere hat Thomas Kolodziej, 36, aus Ottobrunn. Er pflegt sie, schaut nach ihnen, füttert sie. Er und seine Tierchen, das ist „ein Geben und Nehmen“. Die gute Pflege beschert ihm rund 105 Kilo Honig im Jahr. Für den hat der Hobbyimker eine spezielle Verwendung.

Pur oder mit Prosecco

Der Honig kommt bei Thomas Kolodziej und seinem Bruder Markus (34) ins Glas. Pur, mit Soda, Prosecco oder als „Räuberei“, ein Cocktail mit Ingwer und Maracujasaft. „Bärenwasser“ heißt der Honiglikör mit 30 Prozent Alkohol. Den stellen die Brüder seit einigen Jahren her. Nach einem Traditionsrezept aus Schlesien, der Heimat der Kolodziejs. Die Basis ist Familiengeschichte, schon der Urgroßvater von Thomas und Markus war Imker und kannte die Geheimnisse des Honiglikörs.

Die beiden Brüder haben am Rezept „getüftelt, es verfeinert“, erzählt der gelernte Koch, tätig als Küchenmeister in einer Kantine. Ein Feinschmecker von Berufs wegen. Der Job „hilft mir ungemein“, sagt Thomas Kolodziej. Auf Märkten verkauft er den Likör seit einigen Jahren. Der Bruder kümmert sich um die Zahlen – von der Berechnung der perfekten Mischung fürs „Bärenwasser“ bis zu den Finanzen. Ein „Kleinstgewerbe“, alles nebenbei.

Geld durch Crowdfunding

Das soll sich nun ändern, Der Ottobrunner hat einen Traum: Vom „Bärenwasser leben können“. Darum machen die beiden Brüder nun bei der Food-Crowdfunding-Kampagne „Meine Spezialität“ mit, die der Verein „Die Lebensmittelwirtschaft und die Plattform „Startnext“ initiieren. 70 Bewerber gab es, sie schafften es unter die besten 36.

Die Kampagne läuft noch bis 22. September. Das Ziel: mindestens 10 000 Euro zusammenzubekommen. „Dann gehen wir in die große Produktion“, sagt Thomas Kolodziej. Neun Bienenvölker besitzt er, sieben liefern Honig. 15 Völker sollen es werden. Für sie und die Kästen „gehen rund ein Drittel der Summe drauf“, rechnet er vor. Und für die geplante Likör-Produktion – 500 Liter im Jahr – braucht es nicht nur 100 Kilo Honig, sondern Geräte, Flaschen, Etiketten und einen Raum für die Herstellung. Diesen würde der 36-Jährige gerne dauerhaft anmieten. Das geht finanziell aber nur, wenn 15 000 Euro am Ende der Kampagne zusammenkommen. Schafft er die Schwelle von 10 000 Euro, mietet er den Raum bei Bedarf. Doch auch für diese Summe muss der Ottobrunner noch kämpfen. „Es könnte besser laufen“, gibt Kolodziej zu. 1435 Euro haben die Brüder erst durch die Crowdfunding-Kampagne erhalten und 33 Unterstützer gewonnen. Aber „wir brauchen viele Unterstützer.“ Denn parallel zum Crowdfunding läuft ein Wettbewerb. Die Projekte mit den meisten Unterstützern erhalten eine Finanzspritze für ihre Idee.

Verkostung

Um das Geschäft anzukurbeln, rühren die Kolodzejs die Werbetrommel: im Internet, auf Facebook, bei Unternehmen, mit Aktionen. Sie laden zu einer öffentlichen „Bärenwasser“-Verköstigung für Samstag, 3. September, abends ins Lokal „Murphys Ottobrunn“ ein. Zum Probieren gibt es auch die Cocktail-Kreationen, die Kolodziej für die Kampagne entworfen hat.

Alles in Vorleistung

Alles in Vorleistung, selbst finanziert. Hinzu kommen Kosten für die Geschenke für die Unterstützer je nach gespendeter Summe: Teelichter, Kostproben vom „Bärenwasser“ oder einen Imker-Crashkurs. Alles für seinen Traum. Und den lässt sich Thomas Kolodziej auch nicht nehmen, wenn er die 10 000 Euro nicht schafft. „Das Fundament steht. Mein Traum steht – komme, was wolle.“




 

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