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Die Zukunft des Isarcenters mit großem Parkdeck auf dem Dach.

Kritik an Fußgänger- und Fahrrad-Zuwegen

Isarcenter Ottobrunn: So sehen Bauphase und Zukunft aus

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Ein 35-Millionen-Euro Projekt ist der Neubau des Isarcenters in Ottobrunn. So wird die Bauphase ablaufen, das ist für die Zukunft geplant.

Ottobrunn – In drei Wochen soll es bereits los gehen mit dem Bau des neuen Isarcenters am Ortseingang von Ottobrunn, wie jetzt bei einer Informationsveranstaltung zu dem Thema im Wolf-Ferrari-Haus deutlich wurde. Läuft alles nach Plan, ist der Neubau in zwei Jahren fertig, danach folgt die Sanierung des Bestandes. Im gesamten Zeitraum wird der Betrieb aufrecht erhalten. So lauten jedenfalls die Pläne des Eigentümers, der Wüstenrot & Württembergische AG sowie des Generalmieters Edeka.

Zu Beginn des 35 Millionen Euro teuren Projektes stehen Straßenbaumaßnahmen in der Unterhachinger Straße an. Dabei werden neue Ein- und Ausfahrten gebaut sowie eine neue Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer angelegt. Die jetzige Hauptzufahrt führt dann nicht mehr zum Isarcenter, sondern nur noch zur Bavaria-Petrol-Tankstelle. Die Zufahrt wird verengt, es kommt eine kleine Mittelinsel hinein, damit Fußgänger und Radfahrer sicherer die Straße entlangkommen. Außerdem wird der Zugang zu einer Ausfahrt in Richtung Unterhaching umgebaut.

Zufahrt wird verlegt

Die neue Zufahrt ist weiter im Westen zu finden – nämlich auf Höhe des Bestandsgebäudes, wo sich jetzt die Ausfahrt in Richtung Unterhaching befindet. Von der neuen Zufahrt kann man entweder in die Tiefgarage gelangen oder auf das neue Parkdeck. Nach Fertigstellung des Baus wird es dort insgesamt 420 Fahrzeugstellplätze geben. Die Verwaltung rechnet damit, dass die Zahl völlig ausreicht.

Gemeinde hätte sich noch höhere und stärkere Bebauung gewünscht

Bürgermeister Thomas Loderer erklärte jetzt bei der Podiumsdiskussion in Ottobrunn zur Wahl im März, wie weit die Planung für das neue Isarcenter mittlerweile vorangeschritten ist. Er hätte sich das neue Einkaufszentrum persönlich gerne etwas höher und noch stärker bebaut wünscht. Die Gemeinde habe dem Eigentümer Angebote unterbreitet, zumindest teilweise mehr in die Höhe zu bauen. Ohne Erfolg.

Bürgermeister Loderer erläuterte kurz die Historie. Zunächst erarbeitete die Verwaltung gemeinsam mit dem Eigentümer einen Bebauungsplan, der seit einem halben Jahr in Kraft ist. Ein Bauantrag ist auch gestellt, der bereits im Ausschuss behandelt wurde. Die Baumaßnahme wird losgehen mit Baumaßnahmen an der Unterhachinger Straße. In einem nächsten Schritt gehen die Arbeiten am Neubau los. Die betrieblichen Vorgänge werden noch stärker auf den Altbau verlagert, das Parken in die Tiefgarage. Man habe bei den Fahrradabstellplätzen darauf geachtet, dass nicht zu wenige eingeplant werden. Es werde überdies Ladestationen für E-Mobilität auf dem Parkdeck geben. Loderer: „Wir haben intensiv darüber nachgedacht, den Supermarktstandort auf die neue Mobilität hin auszurichten.“

Rededuell der Bürgermeister-Kandidaten in Ottobrunn: Starken Zuzug will keiner

Grüne bemängeln Anbindung für Fußgänger und Radfahrer

Tania Campbell (Grüne) fand es am selben Abend sehr schade, dass die Chance nicht genutzt wurde, das Isarcenter für den Bus-, Rad- und Fußverkehr besser anzubinden. Sie kennt es aus Holland, dass die Busse direkt ins Einkaufszentrum hineinfahren. „Man kommt dort trockenen Fußes vom Bus ins Geschäft.“ Außerdem sei es schwierig für Radfahrer, wenn sie vom Norden kommen, auf das Dach des Isarcenters zu gelangen. Die Fahrradstellplätze seien aber gut, da sei nichts dagegen zu sagen.

Der Leiter der Bauverwaltung, Stefan Buck, erklärt auf Nachfrage des Münchner Merkur, dass sich die neue Situation viel geordneter sein wird als die alte. „Jetzt haben wir da eine Asphaltwüste.“ Das Aussehen werde im Rahmen der Planung deutlich aufgewertet, zumal auch auf dem Deck Bäume gepflanzt würden. Das sei die große Motivation der Gemeinde gewesen neben der Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

In die Jahre gekommen: Das Isarcenter heute.

Über die genauen Firmen-Marken, die hinzukommen, gibt es noch keine präzisen Angaben. Der Edeka als Generalmieter wird in den Neubau mit Glasfassade ziehen. Der Drogeriemarkt Müller wird wohl bleiben wie auch ein paar andere Läden. Dann ist laut Bauamtsleiter Buck ein Elektronikladen angedacht, auch ein Discounter. Die Verhandlungen laufen noch. Es gibt ebenfalls Ideen, die Buslinie 221 grundsätzlich über die Unterhachinger Straße zu führen. Die Gemeinde unterstützt eine solche Route. Frühestens zum Fahrplanwechsel 2022 könnte sie in Kraft treten.

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