Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert
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Sebastian Loy (l.) und sein Kollege Philipp Jurasic (oben l.) haben einen extrem günstigen Stereolithograhiedrucker entwickelt, mit dem sie die teuren Konkurrenten auf dem Markt aus dem Feld schlagen wollen.

Jugend forscht

Aus dem Spiel wird das Experiment

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Die Neugier ist auf Schritt und Tritt zu spüren beim Rundgang durch die Experimentierkabinen der 90 Jungforscher. Beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ bei Airbus in Ottobrunn verschwindet schnell jegliche Skepsis, die Gedankengänge auf den Weg hin zu Erfindungen und Analysen inspirieren auch schwerfällige Betrachter.

Ottobrunn - Dass die 3D-Drucker alles andere als ausgereift und günstig sind, wissen Sebastian Loy und sein Kollege Philipp Jurasic vom Ernst-Mach-Gymnasium in Haar: „Wir haben einen Drucker entwickelt, der sich an Privathaushalte richtet. Derzeit gibt es hier nur sehr teure Produkte, die auch eine schlechte Qualität aufweisen.“ Dazu haben die beiden Jungtechniker ein anderes Verfahren verwendet (Stereolithographie), das für hohe Genauigkeiten gut geeignet ist. Momentan kosten die Drucker im Handel mit dem Verfahren 4000 Euro. „Unser Drucker hat aktuell einen Materialwert von 60 Euro“, sagt Sebastian. Eine bessere Werbung ist kaum vorstellbar. Der Prototyp ist aus Lego. Bis zur Marktreife würden die Schüler das Gerüst für den Drucker selbst drucken und dann verwenden, um schließlich auf einen Wert von 80 Euro kommen. „Wir haben uns bei Jugend forscht umgesehen und herausgefunden, dass es bereits einen 3-D-Scanner gibt. Das Paket wäre damit komplettiert.“ Gut gemacht, dafür gab’s den ersten Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb.

Physik ist von Anfang das Lieblingsfach von Maximilian Brost (Gymnasium Kirchheim). Er hat sich speziell mit der Plasmakugel befasst, die man als physikalisches Spielzeug kennt. Es blitzt, wenn man den Finger dranlegt: „Damit habe ich experimentiert. Zum Beispiel kann man eine Energiesparlampe hinhalten. Die fängt dann an zu leuchten, ohne eine sonstige Einwirkung.“ Dann gibt es noch einen zweiten Effekt, wenn man seine Hand an die Kugel legt und jemanden an der Nase oder Backe berührt. Autsch, es entlädt sich die Ladung mittels kleinem Stromstoß. Maximilian hat selbst mit 13 Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen und Physik als Abiturfach gewählt. Studieren will er zu allem Überfluss etwas mit Luft- und Raumfahrt. Wer weiß, vielleicht ist er in paar Jahren wieder hier, in der Forschungsabteilung von Airbus?

Dass die Neubiberger Gymnasiasten offenbar besonders experimentierfreudig sind, zeigt sich an der Teilnehmerzahl mit zwölf Beiträgen. Philipp Winklmair (17) ist einer von ihnen. Er hat die Wirkung von Energydrinks untersucht, und dabei bewusst die gesundheitlichen Risiken weggelassen. Sein Fazit: „Man kann sagen, dass ein Trend zur Verbesserung der Reaktionszeit und Konzentration nach dem Konsum von einem halben Liter einsetzt. Eine Wirkung ist eindeutig messbar.“ Das dürfte viele seiner Mitschüler erst mal freuen, die auf dem Neubiberger Schulhof morgens mit den Drinks herumlaufen, um die Leistung zu steigern. Philipp: „Ich selbst bleibe aber beim Kaffee, der schmeckt einfach besser.“ Ob die Wirkung dieselbe, müsste eine weitere Untersuchung noch zeigen. Für diese erhielt der 17-Jährige den dritten Preis.

Zweimal hinschauen muss man bei Stand von Robin Bott und Valerie Abs (beide 13), die sich am Gymnasium Grünwald die Forschungsfrage gestellt haben, wie eine Brille am effizientesten gereinigt werden kann. Wäre im Bereich Chemie gut angesiedelt, aber die beiden haben sich bei der Physik angemeldet. Macht aber überhaupt nichts, Hauptsache die Idee ist gut: Herausgekommen ist, dass der Glasreiniger am besten funktioniert, wofür die zwei Forscherinnen auch gleich den zweiten Preis abräumten. Die beiden haben verschiedene Haushaltsmittel ausprobiert: Zahnpasta, ein Brillenputztuch, einen Lippenbalsam, Zitronensaft, Glasreiniger sowie warmes und kaltes Wasser. Die Brille wurde immer gleich beschmutzt, außerdem vor und nach dem Test mit einem Ultraschallgerät gereinigt, um eine gleiche Ausgangssituation zu schaffen. „Unsere Kriterien waren: Glänzt die Oberfläche? Sind Verschmierungen zu sehen? Geht es schnell?“, erklärt Robin. Da ist Sidolin einfach unschlagbar.

Für die Naturwissenschaften brennen Johannes Westergerling (14) und Andreas Franke (13) vom Gymnasium Kirchheim. Die beiden haben wochenlang als Schuster für die ISS-Raumstation hervorgetan und Magnetschuhe entwickelt. Sie wickelten mit Engelsgeduld Kupferlackdrähten um 46 Stahlkopfnägel. Johannes: „Uns kam die Idee, weil sich die Astronauten auf der Raumstation bei Außeneinsätzen an Halterungen entlanghangeln müssen. Da dachten wir uns, es wäre doch besser, wenn man sich an der Außenhaut fortbewegen kann.“ Kleiner Nachteil: Unter Strom heizen sich die Drähte stark auf, weshalb der Schuh nur kurz angeschaltet werden sollte. Im Weltraum müsste eine Schaltung zur Fortbewegung vorsehen und die sich entwickelnde Hitze miteinkalkulieren. Sonst könnte der Proband schneller, als ihm lieb ist, die unendlichen Weiten des Weltraums kennenlernen.

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