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„Eine Motivation“ sei der Bayerische Hospizpreis, sagt Wilhelm Klein (2.v.r.) vom Hospizkreis Ottobrunn, der die Auszeichnung gemeinsam mit Susan Imhoff (2.v.l.) entgegennimmt. Thomas Binsack, der Vorsitzende der Bayerischen Stiftung Hospiz, und Staatsministerin Melanie Huml heben das Engagement der Ehrenamtlichen hervor.

Verleihung im Landtag 

Kindgerechter Türöffner zum Thema Tod

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Der Hospizkreis Ottobrunn erhält für sein Schulprojekt „Wie ist es im Himmel, gibt’s da Schokolade?“ den Bayerischen Hospizpreis - und eine Menge Lob von Staatsministerin Melanie Huml. 

Ottobrunn/Oberhaching – Sie spenden Trost, sie hören zu, sie begleiten Menschen in den letzten Tagen ihres Lebens: die Ehrenamtlichen vom Hospizkreis Ottobrunn. Doch die 15 Männer und Frauen widmen ihre Zeit nicht nur den Sterbenden oder Schwerstkranken. Seit drei Jahren besuchen sie dritte und vierte Klassen und ermöglichen den Schülern einen kindgerechten Zugang zu den sensiblen Themen Tod, Sterben und Trauer.

Für das Schulprojekt „Wie ist es im Himmel, gibt’s da Schokolade?“ ist der Ottobrunner Hospizkreis nun gemeinsam mit der Caritas Oberhaching mit dem Bayerischen Hospizpreis ausgezeichnet worden. Beide Vereine haben das Projekt zusammen entwickelt. Verliehen wurde der Preis von der Bayerischen Stiftung Hospiz.

„Uns hat das Projekt überzeugt, weil es wichtig ist, in jeder Altersgruppe über den Tod und das Sterben zu sprechen, und Sie es den Kindern ermöglichen, ihre Fragen zu stellen“, sagte Staatsministerin Melanie Huml, die Schirmherrin der Stiftung, bei der Preisverleihung im Landtag in München. Mit ihrem Engagement an den Schulen würde es den Ehrenamtlichen gelingen, bereits jungen Menschen einen guten Umgang mit diesen heiklen Themen zu vermitteln. In vielen Familien werde, etwa wenn Opa oder Oma sterben, die Trauer mit den Kinder selten in Gesprächen verarbeitet.

Im Mittelpunkt des Schulprojekts steht daher die Geschichte eines alten, kranken Dachses, der sich vor seinem Tod noch von seinen tierischen Freunden verabschiedet – ein passender „Türöffner für die Kinder“, findet Huml. Die Schüler sollen in den Klassen im Anschluss über die Geschichte oder ihre persönlichen Erfahrungen und Gedanken mit dem Tod schreiben und malen. Auch ein Theaterstück, in dem die Dachs-Geschichte nacherzählt und in dem sich die Schüler in die Trauer der Tier-Freunde hineinversetzen sollen, ist Teil des Projekts.

„Die Kinder dürfen uns dabei mit Fragen löchern, so viel sie wollen“, sagte Susan Imhoff von der Caritas Oberhaching in einem Einspielfilm, der den rund 300 Gästen gezeigt wurde. „Die Kinder gehen am Ende des Tages glücklich nach Hause, weil sie uns offen alles fragen konnten.“ Für die Ehrenamtler seien die Projekttage eine „schöner Gegenpol“ zu der emotional belastenden Sterbebegleitung.

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sagt: „Sterben ist schwierig.“ Daher sei die Arbeit der Hospizkreise hoch anzurechnen.

Zusammen mit Wilhelm Klein vom Hospizkreis Ottobrunn nahm Imhoff den Preis entgegen. Dieser sei gleichermaßen „Wertschätzung“ und „Anerkennung“; allen voran aber „eine Motivation, die uns Kraft gibt, die Arbeit weiterzumachen“, sagte Klein.

Wie wichtige das ist, verdeutlichte Susanne Breit-Keßler, die Regionalbischöfin der evangelischen Kirche, in ihrer Festrede. „Sterben ist schwierig.“ Auch für Angehörige. Umso höher anzuerkennen sei das Engagement derer, die sich den „Fürchten und Ängsten im Angesicht des Todes“ stellen. Aus dem Schulprojekt des Hospizkreises könnten Sterbende und Hinterbliebene Hoffnung ziehen, sagte Breit-Keßler mit einem Lächeln. „Vielleicht gibt es im Himmel ja tatsächlichSchokolade.“

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