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Reges Interesse herrschte beim Info-Abend zur Asyl-Siedlung.

Ausschuss Ottobrunn segnet Pläne ab

Klares Bekenntnis zur Flüchtlings-Siedlung

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Ottobrunn – Einstimmig hat sich der Hauptausschuss für die Siedlung am Kathi-Weidner-Weg ausgesprochen - trotz Widerstand vieler Anwohner. Doch es könnten deutlich weniger Asylbewerber dort einziehen als gedacht.

Mehrere hundert Flüchtlinge werden in diesem Jahr am Kathi-Weidner-Weg ein neues Zuhause finden. Das steht fest. Trotz Widerstands der Anwohner. segnete der Hauptausschuss am Dienstag den Bau von Holzhäusern einstimmig ab. Die Zustimmung des Gemeinderats dürfte Formsache sein, wie aus den Beiträgen der Fraktionsvertreter hervorging. 

Unklar ist nun allerdings wieder, wie viele Asylsuchende auf dem ehemaligen Militärflughafen-Gelände einziehen werden. Bislang sollten dort 416 Menschen ein Zuhause finden. Doch dann kam Fürstenfeldbruck. In dem Landkreis wird, wie Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) berichtete, die Quote an Flüchtlingen, die jede Kommune aufzunehmen hat, anders verteilt. Nämlich nicht nur, wie im Landkreis München, nach Einwohnern – was für Ottobrunn als dicht besiedelte Gemeinde eine hohe Zahl von heuer 572 Flüchtlingen bedeutet –, sondern auch nach Fläche (20 Prozent) und vorhandenem Ausländeranteil (10 Prozent). Letzteres fand der Rathauschef „sehr fragwürdig“. 

Dennoch: Nach dem Fürstenfeldbrucker Schlüssel müsste Ottobrunn heuer rund „100 Menschen weniger aufnehmen“, verdeutlichte Loderer. Die Folge: Statt 416 Asylbewerbern in 13 Häusern am Kathi-Weidner-Weg ein Zuhause zu bieten, plant die Gemeinde nun mit 320 Menschen in zehn Häusern. Eine Reduzierung, durch die sich viele Gemeinderäte „noch leichter“ taten, zuzustimmen, wie nicht nur Ruth Markwart-Kunas (SPD) sagte. 

Bürgermeister Loderer ließ sich vom Ausschuss beauftragen, bei der Wohnungsbaukonferenz in Ottobrunn gestern „auf eine Änderung des Schlüssels hinzuwirken“. Diese Reduzierung veranlasste Elisabeth Eckerskorn (Grüne), doch noch auf eine Lösung hinzuwirken, die sich viele Anwohner wünschen. Nämlich, nur die Hälfte der geplanten Anzahl Asylsuchender auf dem Areal unterzubringen und die weiteren über den Ort zu verteilen. Eckerskorn schlug vor, zunächst sechs Holzhäuser am Kathi-Weidner-Weg zu bauen und die weiteren vier auf einer Fläche an der Beethovenstraße zu platzieren, das seit längerer Zeit in einem „schwebenden Bauleitverfahren“ hängt, wie Loderer bestätigt hatte. 

Diese Fläche hatte zuvor Eckerskorn Fraktionskollegin Doris Popp für weitere Unterkünfte ins Spiel gebracht. Allerdings eher mit Blick darauf, dass die Zahl der unterzubringenden Menschen wohl weiter steigen wird. Ein Vorschlag, den Loderer wohlwollend aufnahm. Im Gegensatz zur Idee von Eckerskorn. Die Verteilung der zehn Häuser auf zwei Standorte „läuft unserer Idee zuwider“, eine zentrale Unterkunft zu schaffen. „Wir brauchen auch große Unterkünfte“. Um den unmittelbaren Nachbarn dieser Siedlung die Angst zu nehmen, formulierte der Ausschuss im Beschluss diverse Forderungen an den Landkreis, unter anderem bezüglich der Sicherheit. 

Für Ablehnung sorgte auch Popp – allerdings bei den rund 30 Zuhörern, darunter viele Anwohner. Während alle anderen Fraktionsvertreter diplomatische Töne anschlugen und großes Verständnis für die Sorgen und Ängste der Bürger äußerten, machte die Grünen-Rätin unmissverständlich klar: Sie habe E-Mails von 13 Anwohner bekommen, „17 000 Ottobrunner rühren sich nicht. Entweder weil sie kein Problem mit der Unterbringung der Asylbewerber haben...“ 

Weiter kam sie gar nicht. Aus dem Publikum schlugen ihr ärgerliches Gemurmel und Zwischenrufe wie „unfassbar“ und „Unverschämtheit“ entgegen. Loderer mahnte zur Ruhe, damit Popp fortfahren konnte: „....oder die anderen Bürger interessiert das Thema einfach nicht“. Sie wehrte sich vehement gegen den Begriff Getto, mit dem die geplante Siedlung immer wieder in Verbindung gebracht wird. „Sie stellen Asylbewerber unter Generalverdacht.“ 

Der Vorschlag von Anwohnern, die Flüchtlinge auf einem Areal im Gewerbegebiet unterzubringen zeige doch, „dass sie ein Getto sehr wohl woanders akzeptieren, nur nicht vor der eigenen Haustür“. Rückendeckung bekam sie von Konstantin Diederichs (SPD). Er definierte Getto als einen Ort, an dem „perspektivlose, benachteiligte Leute zusammenkommen, die einen Vernachlässigungseffekt entwickeln“. Davon seien die Flüchtlinge weit entfernt. „Sie wollen doch nicht als Couch Potato bei uns vor dem Fernseher hängen. Dann hätten sie keine tausende Kilometer lange Flucht auf sich genommen. Sie sind auf der Suche nach Perspektiven."

Janine Tokarski

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