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Den CSU-Kurier präsentieren (v.l.) Maximilian Böltl, Angelika Kühlewein (beide stellvertretende Kreisvorsitzende), Stefan Schelle (Bezirksvorstand), Volker Rhein (Ortsvorsitzender Ottobrunn, Kreisschatzmeister), Kreisvorsitzender Florian Hahn und Landrat Christoph Göbel .

 „Landkreis-Kurier“: 27 Zeitungsausgaben für 27 Kommunen

Kreis-CSU: Halbzeit-Bilanz für alle Haushalte

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Die CSU im Landkreis München stellt sich selbst auf den Prüfstand. Versprechen, Ziele und große Themen kommen zur Halbzeit auf den Tisch - in gedruckter Form für alle Landkreis-Haushalte.

Landkreis – Die erste Halbzeit ist vorbei. Zeit, sie Revue passieren zu lassen, zu bewerten und eine Richtung für Hälfte zwei vorzugeben. Ihre kommunalpolitische Halbzeit-Bilanz will die CSU im Landkreis München mit den Bürgern teilen. Schriftlich, in gedruckter Form. In den nächsten Tagen finden alle Landkreis-Bürger den „Landkreis-Kurier“ in ihren Briefkästen. Die Ortsverbände verteilen die CSU-Zeitschrift. Es gibt 27 unterschiedliche Ausgaben für 27 Kommunen. Baierbrunn und Grünwald gehen eigene Wege. „Ich glaube nicht, dass eine andere politische Gruppierung im Landkreis dazu imstande ist“, sagt Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Florian Hahn aus Putzbrunn selbstbewusst über das Projekt.

Seine Halbzeit-Bilanz: „Wir sind 2014 in einer guten Situation gestartet“, in der viele bewährte CSU-Bürgermeister bestätigt, neue, junge CSU-Kräfte gewählt wurden und die CSU der SPD wieder den Landratsposten abluchsen konnte. Hahn will diesen Erfolgskurs auf Kreisebene halten und „die Arbeit der CSU-Ortsverbände noch sichtbarer machen“. Der „Landkreis-Kurier“ ist ein Versuch.

Für Landrat Christoph Göbel ist die Zeitung zudem ein Zeichen, „dass sich die CSU im Landkreis als Team begreift“. Obwohl die Bedürfnisse, Gegebenheiten und Strukturen in den Kommunen sehr unterschiedlich sind und eine Kreispolitik „wie aus einem Guss für 29 Städte und Gemeinden nicht funktioniert“, sagt Göbel. Eine große Herausforderung besteht also darin, eine Kreispolitik zu gestalten, die diese unterschiedlichen Strukturen der Kommunen berücksichtigt und dennoch die übergreifenden Themen anpackt. Diese hat der Landrat klar definiert: Mobilität, Wohnen, Bildung, Soziales und Integration. Ein Überblick.

Mobilität

Es geht darum, „den Siedlungsdruck vom überhitzten Kern zu nehmen“, sagt er. Stadt und Landkreis München kommen an ihre Grenzen, können dem Wunsch nach Zuzug nicht mit ausreichend Wohnraum begegnen. Also muss es gelingen, „die Leute mobil zu kriegen“, sagt Kreistags-Fraktionsvorsitzender Stefan Schelle plakativ. Und zwar mit öffentlichen Verkehrsmitteln: S- und U-Bahnausbau, Busnetz-Verbesserungen, Radwege-Ausbau – und das alles vor allem als tangentiale Verbindungen im Großraum München, die nicht nur auf die Stadt ausgerichtet sind. Die Busse werden schon immer besser angenommen. Die Ausgaben sind von 24 Millionen Euro in den vergangenen drei Jahren auf 18 Millionen Euro gesunken, weil immer mehr Menschen Bus fahren und das Verkehrsmittel wirtschaftlicher machen.

Wohnen/Soziales

Mobilität hin oder her: Nicht jeder lässt sich zum Pendler machen. Der Siedlungsdruck ist enorm im Landkreis München. Tendenz steigend. Im Fokus stehen für Landrat Göbel diejenigen Personen, die zwar keine Sozialleistungen erhalten, sich aber trotzdem das teure Leben in der Region nicht leisten können. Betroffen sind häufig junge, kinderreiche Familien und Senioren. Sein Mittel: „bezahlbarer Wohnraum in kommunaler Hand“. Der Kreis baut in Putzbrunn, in Perlach und plant ein weiteres Wohnbauprojekt in Riem. Verhandlungen für den Grundstückskauf laufen laut Göbel. Doch vor allem seien die Kommunen gefragt, die sich dafür zu großen Teilen der Baugesellschaft München-Land angeschlossen haben. Denn „wenn ich bezahlbaren Wohnraum habe, ist das die halbe Miete“, sagt der Landrat. Auch Einheimischen-Modelle, die einen Hausbau zu relativ günstigen Grundstückspreisen ermöglichen, sollen vor Altersarmut schützen. Der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende und Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl nimmt zudem private Bauträger in die Pflicht. Er fordert, dass sie „einen Teil der schwindelerregenden Wertsteigerung“ in sozialen Wohnbau reinvestieren. „Diesbezüglich muss die CSU Flagge zeigen.“

Bildung

Der Zuzug macht sich auch beim Thema Bildung bemerkbar. Der Landkreis kommt kaum hinterher, Schulen zu bauen. Es werden weitere Bildungseinrichtungen benötigt. weil die Schülerzahlen stetig steigen. Landrat Göbel hat ein klares Ziel: „Von diesem Reaktionsmodus in einen vorausschauenden Modus zu wechseln.“

Integration

Im Landratsamt gibt es eine Projektgruppe, die sich mit dem Thema Integration und einem entsprechenden Konzept beschäftigt. Es soll „ein Beteiligungsprozess für Bürger geschaffen werden“, erläutert Göbel. Mit Workshops und Veranstaltungen in allen Kommunen soll sich jeder an der Integration nicht nur von Asylbewerbern, sondern auch von Menschen mit Migrationshintergrund und Berufsmigranten beteiligen können. „Es geht darum, etwas zu tun, was sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Leute orientiert“, betont Landrat Göbel. „Es soll kein Super-Papier werden, was wieder in der Schublade verschwindet.“

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